Revox B225
Revox B225 High End CD Player Erfahrungsbericht / Test: Der Ur-Vater der Schweizer CD-Kunst
Der Revox B225 ist nicht einfach nur ein CD-Player. Er ist ein Monument. Er war der erste CD-Player von Revox (erschienen 1984) und besitzt einen unverwechselbaren Charme, der schwer zu erklären, aber leicht zu spüren ist, sobald man vor ihm steht. Es ist diese Kombination aus brachialer technischer Optik mit Anklängen an den Bauhausstil, die ihn so einzigartig macht. Hier folgt die Form der Funktion – und zwar radikal.
Design: Liebe oder Hass (Ich wähle Liebe!)
Revox ist für mich immer eine der ganz großen Marken gewesen. Zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Die späteren Modelle mit goldenen Füßen, Klavierlack und Holzelementen – wie etwa die S-Versionen oder die E-Serie – haben mich nie überzeugt. Das war „Bling-Bling“ für Neureiche, obwohl sie technisch kaum Unterschiede zu den klassischen Modellen aufwiesen. Mir gefallen die schlichten, grauen und silbernen Geräte der B-Serie mit ihren riesigen Tasten und dem dezenten roten Akzent weitaus besser. Das sieht nach Tonstudio aus, nach Arbeitstier, nach Ewigkeit.
Technik: Ein Panzer mit Steckkarten
Der B225 CD-Player gehört definitiv zu den bedeutendsten Geräten seiner Zeit. Wenn man den Deckel lüftet, geht dem Techniker das Herz auf: Ein robuster Steckkarten-Aufbau! Nichts ist schlimmer als moderne „Single-Board“-Platinen, wo man bei einem Defekt das ganze Gerät wegwerfen kann. Beim Revox zieht man die Karte, repariert sie und steckt sie wieder rein. Das ist Servicefreundlichkeit auf höchstem Niveau.
Im Inneren werkelt der Heilige Gral der CD-Antriebe: Je nach Baujahr ein Philips CDM-0 oder CDM-1. Das sind Schwenkarm-Laufwerke aus massivem Guss mit Glaslinsen. Unkaputtbar. Dieser Laser liest selbst CDs, die andere Player schon beim Einlegen wieder ausspucken würden. Schmutz? Kratzer? Der B225 lacht darüber und spielt einfach Musik.
Die Achillesferse und der Klang
Aber auch ein Panzer hat Schwachstellen. Die meisten bekannten Defekte betreffen die CD-Schublade (Riemen, verharzte Mechanik) oder die Displaybeleuchtung. Wer sich heute für einen B225 entscheidet, sollte sicherstellen, dass das Gerät eine Revision durchlaufen hat. Klanglich nutzt der B225 den legendären TDA1540 Wandler von Philips. Obwohl es ein 14-Bit Wandler ist, erreicht er dank 4-fach Oversampling eine herausragende Auflösung.
Er klingt für meine Ohren sehr analog, fleischig und mit einem wunderbaren Grundton. Keinesfalls künstlich oder „digital-kalt“. Er hat diesen „Vinyl-Charakter“, den viele heute wieder suchen. Er spielt nicht die allerletzten Hochton-Details heraus wie ein moderner 32-Bit-Wandler, aber er macht Musik. Er hat Seele. Eine lohnende Anschaffung für alle, die HiFi-Geschichte erleben wollen.
Gesamttabelle – Revox B 225
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Wandler-Technik | Chipsatz | 2 x Philips TDA1540 (14 Bit) + SAA7030 (Oversampling) |
| Laufwerk | Typ | Philips CDM-0 oder CDM-1 (Schwenkarm aus Guss) |
| Audio-Werte | Frequenzgang / SNR | 20 Hz – 20 kHz (+0/-0,6 dB) / > 100 dB |
| Präzision | Klirr / Trennung | < 0,006 % / > 90 dB |
| Ausgänge | Anschlüsse | Line-Out (Fix & Variabel), Kopfhörer (regelbar) |
| Maße | Gewicht / Größe | 8,5 kg / 45,0 x 10,9 x 33,2 cm (BxHxT) |
| Historie | Bauzeit / Neupreis | 1984 – 1986 / ca. 2.100,- DM |
| Features | Programmierung | Bis zu 20 Titel, LCD-Display, CD-R fähig |
Hab gerade einen B255 „gefunden“, er war in einem Konvolut mit einem Tangentialplattenspieler B790 und einem recht seltenen Preceiver B286. Alles war seit über 20 Jahren in den Originalkartons mit Styropor Innenleben eingelagert und alleine das ist schon ein seltener Feiertag. Ein Sender und Empfänger (Fernbedienenung B202) war auch dabei. Nach optischer und technischer Prüfung sowie ein wenig warmlaufen am dezent eingestellten Regel/Trenntrafo (bei mir immer 6h a 80 und 6h a 160 Volt) liefen alle Geräte.
Der CD ist selbst unrevidiert klanglich eine Wucht. Die Beleuchtung braucht ein paar Illuminaten, vielleicht bröckeln die Knallfrösche, aber eigentlich muss da nicht mehr – never touch a running System. Das Ding ist Schweizer Maschinenbau in Reinkultur – leider ist das Bedienkonzept etwas umständlich, weshalb ich die Aversion der Fangemeinde gegen die Geräte der H und B Serie nicht verstehe. Mehr Tasten braucht kein CD-Spieler und mehr Klang geht einfach nicht.
Hey Andreas,
danke für’s mitteilen deiner Erfahrung.