Kennt ihr das? Ihr kauft euch fette Lautsprecher, stellt sie stolz auf Stative in den Raum, dreht auf… und irgendwas fehlt. Der Bass kickt nicht. Er klingt blutleer. Ihr greift zum Equalizer, dreht 80 Hz um +10 dB rein. Die Membranen der Woofer fliegen fast raus, aber am Hörplatz kommt trotzdem nichts an. Glückwunsch, ihr seid Opfer des SBIR-Effekts geworden. Eure Wand tötet euren Sound.
Stellt euch euer Zimmer wie eine riesige Orgelpfeife vor. Oder wie eine Gitarrensaite. Je nach Länge der Saite (oder des Raumes) passt eine bestimmte Frequenz (Wellenlänge) perfekt hinein. Wenn die halbe Wellenlänge eines Tons exakt zwischen zwei Wände passt, entsteht eine stehende Welle. Die Energie kann nicht weg. Sie schaukelt sich auf. An der Wand habt ihr maximalen Druck (Dröhnen), in der Mitte habt ihr Stille (Auslöschung/Bassloch).
Ich muss euch leider enttäuschen: Wenn ihr ein Tonstudio oder einen ernsthaften HiFi-Hörraum baut, ist das Ergebnis dieses Rechners wahrscheinlich falsch. Willkommen in der wunderbaren Welt der Akustik-Formeln, wo der Standard nicht gut genug für unsere Ansprüche ist. Heute reden wir über zwei tote Männer: Wallace Clement Sabine und Carl F. Eyring. Der eine ist der Popstar der Akustik, den jeder kennt. Der andere ist der Typ, der eigentlich recht hat, wenn ihr es mit dem Klang ernst meint.
Kennt ihr das? Ihr habt euch diese sündhaft teuren Monitore oder die High-End-Standboxen gegönnt, die in den Testberichten als „neutral wie die Schweiz“ gepriesen wurden. Ihr stellt sie auf, dreht den Volume-Knob auf, erwartet den audiophilen Himmel… und was passiert? Untenrum dröhnt es wie in einer Dorf-Disko, und in der Mitte klingt alles irgendwie matschig.
Mal ganz ehrlich unter uns: Wenn ich in Testberichten, auch meine eigenen und älteren Berichte lese, dass ein Lautsprecher eine „wahnsinnige Dynamik“ hat, dann zucke ich innerlich zusammen. Warum? Weil der Begriff im HiFi-Kosmos oft so falsch verwendet wird wie ein viel zu großer Lautsprecher in einem viel kleinen Raum. Wir schmeißen mit Wörtern um uns
Der Akustik-Pionier John Stuart Reid (Erfinder des CymaScope) hat zusammen mit Prof. Sungchul Ji von der Rutgers University etwas getan, was im Audio-Bereich eine echte Revolution darstellt. Sie haben frisches menschliches Blut nicht einfach nur beobachtet, sondern im Labor gezielt unter akustischen Beschuss genommen.
Meine Stammleser haben sich sicherlich meine Berichte über Netzwerkswitches und die Taktung der TLS-Handshake-Protokolle durchgelesen und angeschaut. Wer mich kennt, weiß: Ich gehe den Dingen gerne auf den Grund, besonders wenn es im Gebälk der digitalen Wiedergabe knirscht. Ich persönlich hatte in letzter Zeit mit nervigen Problemen zu kämpfen.
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