Machen wir uns nichts vor: Im Pro-Audio-Bereich sind FIR-Filter schon lange keine Seltenheit mehr. Sie sind der absolute Standard, um große Beschallungssysteme auf Spur zu bringen, Phasen zu linearisieren und riesige Arrays akustisch in den Griff zu kriegen. Erst vor einigen Jahren hat dieses mächtige, rechenintensive Werkzeug endlich auch Einzug in die High-End-Szene gehalten.
Magico baut Lautsprecher, die das absolute Limit des passiven Lautsprecherbaus markieren. Massive Gehäusekonstruktionen aus Flugzeugaluminium, resonanzfreie Kammern, extrem steife Graphene-/Nano-Tec-Treiber und Beryllium- bzw. Diamant-Hochtöner mit verschwindend geringem Klirr. Wer einen Magico-Lautsprecher auf der Messbank analysiert, sieht sofort das Ziel der Entwickler: einen linealgeraden Frequenzgang auf Achse und ein mustergültig stetiges Abstrahlverhalten (Directivity).
Machen wir uns nichts vor: Wer in der High-End-Szene das Wort „Raumkorrektur“ oder „FIR-Filter“ in den Mund nimmt, denkt meistens in zwei extremen Schubladen. Entweder man redet vom radikalen DIY-Ansatz der Komplettaktivierung, oder man blickt ehrfürchtig auf diese sündhaft teuren, meist aus Frankreich stammenden High-End-Wunderkisten mit ihren auffälligen 3D-Mikrofonen.
Liest man sich durch die gängigen Foren, bekommt man schnell den Eindruck: Wer heute noch IIR (Infinite Impulse Response) nutzt, lebt klanglich hinterm Mond. FIR (Finite Impulse Response) sei die Erlösung. Phasenlinearität! Perfekte Sprungantwort! Zeitrichtigkeit! Der feuchte Traum eines jeden Messfetischisten, der auf flache Striche am Monitor starrt.
Moin Leute. Wer sich in High-End-WhatsApp-Gruppen oder einschlägigen Foren rumtreibt, kennt das Spiel: Irgendwann eskaliert die Diskussion. Es geht um phasenrichtige 6-dB-Weichen gegen steilflankige 24-dB-Filter. Es geht um Lautsprecher, die angeblich so „schnell“, „transparent“ und „hochauflösend“ sind, dass sie „gnadenlos die Schwächen deines Raumes aufdecken“.
Wir haben in den ersten beiden Teilen informationstechnisch und elektrotechnisch bewiesen, warum die digitale Integrität eines Audiosignals (TCP/IP, RAM-Puffer, LDO-Spannungsregler) das Eingreifen esoterischer Netzwerk-Switches obsolet macht. Doch die audiophile Szene hält ein letztes, scheinbar schlagkräftiges Argument bereit: „Aber ich höre doch einen Unterschied, wenn ich den Switch tausche! Der Klang ist reproduzierbar anders!“
Die High-End-Audio-Welt unterliegt einer hartnäckigen, fast schon peinlichen Fehlinterpretation: Netzwerktechnik wird beharrlich als ein analoges, instabiles Medium missverstanden, das angeblich „Rauschen“ überträgt und daher einer esoterischen „Filterung“ durch völlig überteuerte Hardware bedarf. Diese Sichtweise ignoriert nicht nur die Gesetze der Physik, sondern auch die fundamentale IT-Architektur, die unser gesamtes digitales Zeitalter erst ermöglicht hat
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