Wer sich in die Welt des High-End-Audios wagt, merkt schnell: Hier verschwimmen die Grenzen zwischen Hobby, Raketenwissenschaft und liebevollem Wahnsinn. Ich spreche da aus Erfahrung. Seit gut einem Jahr bin ich täglicher Zeuge – und manchmal stiller Beobachter – in einer ausgewachsenen HiFi-WhatsApp-Gruppe. Was man da quasi im Liveticker mitbekommt
Man jagt der Illusion hinterher, aus der heimischen Anlage auch noch die letzten 2 % herauszuquetschen. Plötzlich geht es nicht mehr um Musik, sondern um die richtige Kabellage. Silber, Kupfer, kryogenisiert, von Jungfrauen bei Vollmond geflochten – you name it. Dann kommen Netzfilter, handgeklöppelte Feinsicherungen, Schwingungsdämpfer für den CD-Player und neuerdings die absolute Speerspitze der audiophilen Neurose: LAN-Aufbereitung.
Bassreflexloch verstopft = Geschlossene Box? Von wegen! (Ein HiFi-Mythos im Check) Alle meine Stammleser wissen ja, dass ich mich in diversen WhatsApp-HiFi-Gruppen bewege. Unter anderem…
Heute müssen wir mal über ein Thema reden, das in der High-End-Enthusisaten-Szene gerne mal unter den handgeknüpften Perserteppich gekehrt wird. Da wird lieber über die Laufrichtung von sauerstofffreien Kupferkabeln philosophiert oder darüber, ob der Netzstecker bei Vollmond oder Neumond in die Wand gedrückt wurde.
Leute, wir müssen reden. Und zwar über Eier. Nein, nicht die zum Frühstück, sondern über das Selbstbewusstsein, das man braucht, um in einer Welt von Kilowatt-Monstern einen Verstärker zu bauen, der stolz mit 1,1 Watt hausieren geht. Wir schauen uns heute das Model 3 von Avantgarde Acoustic an.Wer die Truppe aus Reichenbach im Odenwald kennt
Um das für euch direkt mal richtig einzuordnen und den üblichen Verdächtigungen in den Kommentaren den Wind aus den Segeln zu nehmen: Nein, es lag ausnahmsweise mal nicht daran, dass ich wieder irgendwelche zentnerschweren High-End-Verstärker oder mannshohe Standlautsprecher heroisch durch die Gegend geschleppt habe.
Schon wieder den Warenkorb voll mit neuen Endstufen, silberbeschichteten USB-Kabeln und Lautsprechern, die so teuer sind wie ein gut ausgestatteter Mittelklassewagen? Ich sehe dich doch. Du wechselst deine Geräte häufiger als deine Unterhosen, nur weil das Saxophon im Wohnzimmer immer noch klingt wie eine sterbende Ente in einer Blechdose. Und weil du in deinen persönlichen Räumen einfach keinen zufriedenstellenden Klang bekommst, wird eben das nächste Kreditkarten-Limit gesprengt.
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