Mal Hand aufs Herz: Habt ihr in letzter Zeit mal wieder in die Preislisten der einschlägigen High-End-Gazetten geschaut? Wenn man da für ein Paar Lautsprecherkabel oder einen profanen Vollverstärker mittlerweile Summen aufruft, für die man vor zehn Jahren noch eine Eigentumswohnung in bester Lage bekommen hätte, dann fragt man sich doch: Haben die eigentlich komplett den Verstand verloren?
Es ist wieder so weit. Das Jahr 2026 steht vor der Tür und der HiFi-Wanderzirkus poliert schon mal seine vergoldeten XLR-Stecker. Wo wie jedes Jahr treffen sich die „Creme de la Creme“ (und die, die sich dafür halten) auf den diversen High-End-Messen, um uns zu erklären, warum wir ohne ein 5.000-Euro-Netzkabel eigentlich gar keine Musik hören können.
Wochenlang kam keine einzige Nachricht mehr an. Der Zeitpunkt war verdächtig genau zu bestimmen: Es begann exakt an dem Tag, als Host Europe seine Systeme auf Microsoft umstellte. Als Kunde fühlte ich mich durch diese angekündigte Migration massiv unter Zugzwang gesetzt. Man will schließlich keine technologischen Einbußen erleiden oder riskieren, dass der Laden stillsteht. Also tat ich das, was wohl viele taten: Ich aktivierte sicherheitshalber Microsoft Exchange Mail bei Host Europe
YouTube hat sich in der HiFi-Szene zu einer Spielwiese für Möchtegern-Gurus, Markenhörige und Konsumjunkies entwickelt. Was einst als Plattform für Austausch und Aufklärung gedacht war, ist heute zu einem gigantischen Spiegelbild unserer Wegwerfgesellschaft verkommen – insbesondere im Bereich hochwertiger Audiotechnik.
Ich bin seit vielen Jahren im Bereich HiFi und High End unterwegs. Was als leidenschaftliches Streben nach bestmöglicher Musikwiedergabe beginnt, kann sich bei manchem Musikliebhaber zu einem schwer greifbaren Phänomen entwickeln, das in seinen Mechanismen durchaus Parallelen zu klassischen Suchtverläufen zeigt.
Seit vielen Jahren betreibe ich meine Seite www.mackern.de und habe in dieser Zeit über 1300 Artikel rund um HiFi, Technik, Vintage-Geräte und Audiophiles geschrieben. Die Inhalte sind fundiert, aufwendig recherchiert und mit viel persönlicher Leidenschaft verfasst. Doch ich stelle zunehmend fest: Das geschriebene Wort verliert an Bedeutung.
Was mit echtem Anspruch an Qualität, Authentizität und Musikalität begann, ist vielerorts einer überheblichen Selbstinszenierung gewichen. Viele Audio-Kanäle und sogenannte Experten auf YouTube präsentieren sich nicht nur als Wissensvermittler, sondern als unangreifbare Gurus. Sie dulden selten Widerspruch – Kritik wird gelöscht, Nachfragen ignoriert.
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