Um das für euch direkt mal richtig einzuordnen und den üblichen Verdächtigungen in den Kommentaren den Wind aus den Segeln zu nehmen: Nein, es lag ausnahmsweise mal nicht daran, dass ich wieder irgendwelche zentnerschweren High-End-Verstärker oder mannshohe Standlautsprecher heroisch durch die Gegend geschleppt habe.
Schon wieder den Warenkorb voll mit neuen Endstufen, silberbeschichteten USB-Kabeln und Lautsprechern, die so teuer sind wie ein gut ausgestatteter Mittelklassewagen? Ich sehe dich doch. Du wechselst deine Geräte häufiger als deine Unterhosen, nur weil das Saxophon im Wohnzimmer immer noch klingt wie eine sterbende Ente in einer Blechdose. Und weil du in deinen persönlichen Räumen einfach keinen zufriedenstellenden Klang bekommst, wird eben das nächste Kreditkarten-Limit gesprengt.
Hand aufs Herz: Wer von uns hat nicht schon mal vor der Anlage gesessen, die Augen fest geschlossen, und sich plötzlich gefragt, warum die Snare-Drum gerade drei Meter hinter der Wohnzimmerwand im Garten zu stehen scheint? Die Messfraktion – nennen wir sie liebevoll die „Widerstands-Taliban“ – würde jetzt sofort das Oszilloskop zücken und rufen: „Das ist reine Einbildung, Junge! Klirrfaktor 0,001%, Dämpfungsfaktor drölfzig, das Signal ist drahtgerade, da kann gar keine Tiefe sein!“
Samstagmorgen, 4:32 Uhr. Zeit für Ketzerei. Wir müssen reden: Über das goldene Kalb der HiFi-Szene. Über Zentnerschwere Eisenhaufen, die 90 % der Energie in pure Hitze verwandeln. Warum wird uns Class A eigentlich seit Jahrzehnten als der absolute „Klang-Olymp“ verkauft?
Sind 100 Watt Class A wirklich „stärker“ als 300 Watt A/B? Warum fehlt dicken Accuphase-Boliden im Bass oft der Grip? Und wieso zeigt eine Jeff Rowland mit modernem Schaltnetzteil der alten Garde, wo der Hammer hängt?
Wir haben die Schaltungs-Mythen zerlegt, den Klirr beim Namen genannt und die unbequeme Wahrheit aufgeschrieben. Trigger-Warnung für alle Class-A-Besitzer: Zieht euch warm an (oder stellt euch einfach neben eure Endstufe).
Wer kennt das nicht? Man investiert in einen Digital-Analog-Wandler (DAC), der preislich locker einen soliden Gebrauchtwagen in den Schatten stellt, und dann füttert man das gute Stück über ein USB-Kabel, das man im Keller hinter der alten Fritz!Box gefunden hat. Aber Moment mal – „Bits sind doch Bits“, schallt es aus der Informatik-Ecke. Nun ja, wer das glaubt, glaubt vermutlich auch an die heilende Wirkung von linksdrehendem Joghurt bei einem Motorschaden.
Physik-Stunde, ganz kurz: Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel. Was die Box zur Seite rausballert (das Off-Axis-Verhalten), klatscht gegen die Seitenwand und landet – leicht zeitverzögert – an deinem Ohr. Das Problem? Wenn dein Lautsprecher unter Winkeln (sagen wir 30 oder 60 Grad) völlig anders klingt als direkt von vorn, dann mischt sich dieser „verfärbte“ Müll unter den Direktschall.

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