Sony SS-G5
Sony SS-G5 Monitorlautsprecher Erfahrungsbericht / Test: Ein japanischer Meisterkoch unter den Lautsprechern
Vor kurzem hatte ich ein Paar Sony SS-G4 Lautsprecher bei mir, und meine Begeisterung für diesen „kleinen“ Sony konntet ihr bereits in meinem letzten Bericht nachlesen. So gut die G4 auch war, musste sie dennoch ihrem größeren Bruder weichen, denn mein Interesse an den noch größeren Modellen der SS-Serie war endgültig geweckt.
Wie es der Zufall wollte, konnte ich mir ein Paar der legendären Sony SS-G5 ergattern. Mit ihren stolzen 27 Kilogramm pro Stück war es wieder einmal eine echte Herausforderung, beide Lautsprecher in meine Wohnung zu schleppen. Ja, mittlerweile erklärt meine Frau mich offiziell für „süchtig“! Ein Stück weit hat sie damit sicherlich auch recht, aber wie kann man einem solch extrem gut verarbeiteten Lautsprecherpaar aus der goldenen Ära überhaupt widerstehen? Ich jedenfalls kann es nicht!
Hörtest unter Zeitdruck: Bassgewalt und Präzision
Die anfängliche Begeisterung über die hervorragende mechanische Verarbeitung hielt jedoch nicht lange an, denn ein ausgiebiger Hörtest musste schnellstmöglich gestartet werden. Ich hatte nur ein enges Zeitfenster von zwei Stunden, bis ich meine beiden Söhne vom Kindergarten abholen musste. Angeschlossen an zwei kraftvolle Technics Endstufen SE-9060 konnte das Hörvergnügen endlich beginnen.
Als Erstes fiel mir der beeindruckende Bass auf: sehr direkt, schnell, hart und gewaltig. Bei einem besonders basslastigen Song wären die Weingläser fast aus der Vitrine gesprungen! Das sogenannte „fette Grinsen“ in meinem Gesicht wurde jedoch meiner Frau schnell zum Verhängnis, die mit nur einem trockenen Satz reagierte: „Wenn deine Boxen mir die Gläser zerstören, dann kaufe ich neue für 100 Euro das Stück!“ Mhhh, sechs Stück für 100 Euro? Dafür bekäme ich ja fast schon ein Paar Sony SS-G7, schoss es mir sofort durch den Kopf…
Klangliche Finesse: Linearität und Auflösung
Wie dem auch sei, Musikhören in moderater Zimmerlautstärke war angesagt. Aber auch hier erledigen die SS-G5 ihre Arbeit perfekt. Soweit ich das beurteilen kann, verlief das klangliche Geschehen sehr linear; keine der Frequenzkomponenten übertönte die andere. Die einzelnen Chassis sind hervorragend auf die Frequenzweiche abgestimmt. Die Auflösung und der Aufbau der Klangbühne sind schlichtweg exzellent.
Die SS-G5 filtriert die Musik wie ein japanischer Meisterkoch, der sein Fugu zubereitet – hochpräzise und auf den Punkt! Hier hat Sony wirklich ganze Arbeit geleistet. Einen direkten Vergleich zwischen der G4 und der G5 zu ziehen, fällt leicht, da die G5 die „kleinere“ Schwester in nahezu allen Belangen disqualifiziert. Ein Wunder ist das sicherlich nicht, denn die SS-G5 verwendet bereits den gleichen Mittel- und Hochtöner wie die mächtige G7, lediglich der Tieftöner ist etwas kleiner dimensioniert. Dennoch vermute ich, dass sich die G7 ebenso deutlich von der G5 absetzt, wie diese es von der G4 tut.
Fazit
Alles in allem ist die Sony SS-G5 eine absolute Empfehlung – und das nicht nur für Sammler von Vintage-Schätzen! Wer einen ehrlichen Monitor mit Kraft und Feinzeichnung sucht, wird hier fündig. In diesem Sinne…
Gesamttabelle – Sony SS-G5
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Bauart | 3-Wege Bassreflex-System, passiv (1979) |
| Tieftöner | Chassis | 30 cm Konus-Ausführung (Carbocon-Membran) |
| Mitteltöner | Chassis | 8 cm Konus-Ausführung |
| Hochtöner | Chassis | 2,5 cm Kalotten-Ausführung |
| Audio-Werte | Frequenzgang / Impedanz | 35 Hz – 20.000 Hz / 8 Ohm |
| Leistung | Belastbarkeit | 80 W (Nenn) / 150 W (Musik) |
| Features | Pegelregler | Stufenlose Regler für Mittel- und Hochton |
| Maße | Gewicht / Größe | ca. 26,0 kg netto / 41,5 x 72,0 x 35,0 cm (BxHxT) |