Marantz 2265
Marantz 2265 Receiver Erfahrungsbericht / Test: Zwischen Optik-Kult und Marantz-Hysterie
Die Marantz-Hysterie: Wenn Preise schwindelig machen
Die Begeisterung für klassische Marantz-Geräte, die in Fachkreisen oft schon als waschechte „Marantz-Hysterie“ bezeichnet wird, hält unvermindert an. Es ist teilweise unfassbar, welche Erlöse viele Modelle auf dem Gebrauchtmarkt erzielen – da kann einem beim Zuschauen fast schon schwindelig werden! Ein besonders bemerkenswertes Beispiel für dieses Phänomen ist der Marantz 2265. Versteht mich nicht falsch: Es handelt sich zweifellos um ein sehr gutes, solides Gerät. Dennoch kann ich persönlich die Preise, die mittlerweile oft deutlich über der 400-Euro-Marke liegen, rational kaum noch nachvollziehen. Meiner Meinung nach ist es weniger eine rein klangliche Überlegenheit, sondern vielmehr die unschlagbare Optik, die viele dieser Marantz-Oldies zu derart begehrten und teuren Sammlerstücken macht.
Die magische Aura der Gyro-Touch-Ära
Es ist wirklich erstaunlich, welche Aura diese älteren Receiver aus dem Hause Marantz ausstrahlen. Dabei spielt es fast keine Rolle, ob es sich um ein kleineres Einstiegsmodell oder um einen der großen Boliden handelt: Sobald ich einen Marantz-Oldie mit dem charakteristischen Gyro-Touch-Einstellrad sehe, verspüre ich sofort diesen fast unwiderstehlichen Drang, ihn zu besitzen. Aber keine Sorge, ganz so schlimm ist es dann doch nicht – ich bin definitiv nicht bereit, dafür jeden beliebigen Fantasiepreis zu zahlen!
Ich hatte den Marantz 2265 für eine kurze Zeit in meinem Besitz, habe mich dann aber letztlich doch entschieden, ihn wieder zu verkaufen. Wie es für die Marke in dieser Epoche typisch ist, ist auch dieses Gerät hervorragend verarbeitet. Mit fast 17 Kilo Eigengewicht (und das wohlgemerkt ohne das optionale Woodcase) ist er ein massives Stück Technik, das sich wunderbar stabil und wertig anfühlt.
Design und persönliche Vorlieben
Die Erscheinung des 2265 ist ohne jede Frage wunderschön. Er verkörpert den klassischen HiFi-Look der 70er Jahre in Reinform. Wenn ich jedoch ganz ehrlich bin und meine persönlichen Vorlieben betrachte, halte ich die spätere Serie mit dem „B“ im Namen (also zum Beispiel den 2265B) für die ästhetisch noch ansprechendere Reihe. Aber das ist natürlich, wie so vieles in unserem Hobby, eine reine Frage des persönlichen Geschmacks. Jeder Sammler hat da seine eigenen kleinen Vorlieben.
Fazit: Wo das Aussehen die Hauptrolle spielt
Bei einem Gerät wie dem Marantz 2265 könnte man über die technischen Daten lange diskutieren, aber oft sind sie in der Realität der Sammlerwelt zweitrangig. Was bei Marantz wirklich zählt und den Kern der Faszination ausmacht, ist das Design. Die beleuchtete Skala, die massiven Regler und das Gesamtkonzept lassen die Herzen der Vintage-Fans einfach höher schlagen. Er ist ein klassischer Stereo-Receiver, bekannt für seine robuste Bauweise und diesen typisch warmen Marantz-Klang der 70er. Ein schönes Stück Zeitgeschichte, auch wenn der Preis-Hype manchmal seltsame Blüten treibt. In diesem Sinne…
Gesamttabelle – Marantz 2265
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Gerätetyp | Stereo Receiver |
| Leistung | Nennleistung (8 Ohm) | 2 x 65 Watt RMS (20 Hz – 20 kHz) |
| Audio | Klirrfaktor / Frequenzgang | unter 0,1 % / 20 Hz bis 20 kHz (±0,5 dB) |
| Audio | Dämpfungsfaktor | 30 (an 8 Ohm) |
| Tuner | Empfindlichkeit / SNR | 2 µV (FM) / 70 dB (FM) |
| Anschlüsse | Eingänge | Phono (MM), Aux, 2x Tape, Tuner integriert |
| Maße | Gewicht / Größe | ca. 17 kg (18 kg inkl. Verpackung) / 44,5 x 14,0 x 36,8 cm |
| Historie | Baujahre | 1972 – 1975 |