Masaru Imada Quartet Now!
Imada Masaru Quartet – Now!! Hörbericht:
- Titel: Now!!
- Künstler: Masaru Imada Quartet
- Label: Toshiba Records / Three Blind Mice (TBM)
- Original-Release: 1970 (Vinyl)
- Genre: Jazz / Post-Bop
- Stil: Japanese Jazz (J-Jazz)
Das Album „Now!!“ von Masaru Imada ist ein absoluter Meilenstein des japanischen Jazz. Ursprünglich 1970 erschienen, repräsentiert es die goldene Ära des J-Jazz, in der technische Brillanz auf eine völlig eigenständige, oft spirituelle Interpretation westlicher Vorbilder traf. Wer auf der Suche nach audiophilen Schätzen aus Fernost ist, kommt an dieser Aufnahme – insbesondere auf dem legendären Three Blind Mice (TBM) Label – nicht vorbei.
Besetzung: Die Giganten des J-Jazz
Das Quartett auf diesem Album liest sich wie ein „Who is Who“ der japanischen Jazzszene:
- Masaru Imada (Klavier): Ein technisches Genie, bekannt für seine komplexen Harmonien und eine enorme Ausdruckskraft.
- Sadao Watanabe (Altsaxophon): Der wohl bekannteste japanische Saxophonist, der hier mit einer unglaublichen Melodieführung glänzt.
- Isao Suzuki (Kontrabass): Eine Legende am Bass – seine Linien sind das kraftvolle, erdige Fundament dieser Aufnahme.
- Fumio Itabashi (Schlagzeug): Sorgt für die präzise und kreative Rhythmusarbeit, die das Quartett antreibt.
Klangliche Bedeutung und Rezeption
Was „Now!!“ so besonders macht, ist die kompromisslose Energie. Hier wird nicht einfach nur Jazz gespielt – hier wird improvisiert, gekämpft und erschaffen. Besonders das Zusammenspiel zwischen Imada und Watanabe ist phänomenal. Die Aufnahme fängt die Dynamik dieser Interaktion perfekt ein.
Für HiFi-Fans ist die Produktion ein Fest: Die Räumlichkeit und die Trennung der Instrumente sind für eine Aufnahme von 1970 überragend. Der Kontrabass von Isao Suzuki hat genau den richtigen „Punch“, den man über gute Lautsprecher körperlich spüren kann.
Trackliste & Analyse:
- Nostalgia (10:09)
Ein melancholisches, lyrisches Epos. Die Interaktion zwischen Saxophon und Klavier erzeugt eine Sehnsucht, die man im modernen Jazz oft vermisst. Ein perfekter Einstieg. - Alter (8:41)
Rhythmisch komplex und harmonisch dicht. Der Track wechselt meisterhaft zwischen ruhigen Passagen und kraftvollen Ausbrüchen – ein echter Dynamik-Test für jede Anlage. - Gehi Dorian (9:56)
Improvisation im dorischen Modus. Hier zeigt das Quartett seine ganze Klasse im Umgang mit komplexen Strukturen. Energetisch, spannend und absolut mitreißend. - The Shadow Of The Castle (9:49)
Atmosphärisch und fast schon mystisch. Impressionistische Klavierläufe treffen auf elegante Saxophonlinien. Ein tiefgründiger Abschluss einer außergewöhnlichen Platte.
Fazit
„Now!!“ ist ein zeitloses Referenzwerk. Es zeigt die japanische Jazzszene auf ihrem kreativen Zenit. Die Mischung aus technischer Perfektion und tiefer emotionaler Ebene macht es zu einem Pflichtkauf für Jazz-Sammler. Wer die Chance hat, eine Pressung von Three Blind Mice zu ergattern, sollte zuschlagen – klanglich gibt es kaum etwas Besseres.