Helios 2e

Helios 2e

Helios 2 e High End CD Player Erfahrungsbericht / Test: Der klangstarke Exot im Glanzlack

Helios ist unter High-End-Kennern längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Vor allem das Modell Stargate hat in der Szene für ordentlich Furore gesorgt. Aber auch die „kleineren“ Geschwister, namentlich die Modelle 1, 2 und 3, konnten in den Fachzeitschriften reihenweise Bestnoten abräumen. Ich hatte das Vergnügen, das Modell 2e – also die goldene Mitte – als Leihgabe ausführlich zu testen.

Optik: Understatement trifft Klavierlack

Machen wir uns nichts vor: Rein optisch reißt der Helios 2 e erst mal keine Bäume aus. Er ist ein typischer CD-Player, schlicht und ohne große Design-Eskapaden. Die Front besticht durch einen schwarzen Glanzlack, der von einer dezenten blauen LED-Beleuchtung untermalt wird. Das wirkt edel, bleibt aber funktional. Da die meisten Funktionen ohnehin über die Fernbedienung gesteuert werden, ist die Front angenehm aufgeräumt. Wer hier eine Materialschlacht wie bei einem dicken Sony ES erwartet, wird enttäuscht – aber das ist auch gar nicht der Anspruch dieses französischen Exoten.

Innere Werte: Patentierte Präzision

Entscheidend ist bei Helios das, was unter der Haube passiert. Hier wird es technisch richtig spannend: Während das bewährte Philips CDM 12.9-Laufwerk als Basis dient, hat Helios bei der Laseroptik und der Mechaniklagerung eigene Wege eingeschlagen. Diese Eigenentwicklungen sind sogar patentiert! Gepaart mit einem hervorragenden Wandler (auch wenn die Modelle 1 und Stargate hier noch eine Schippe drauflegen), zeigt Helios, dass sie wissen, wie man digitale Daten verarbeitet.

Die Verarbeitungsqualität ist absolut ordentlich. Klar, im direkten Vergleich zu meinen Panzerkreuzern wie dem Sony CDP-X707ES oder 779ES wirkt der Helios mit seinen 7,5 Kilogramm fast schon wie ein Leichtgewicht. Aber Gewicht ist eben nicht alles, besonders wenn die klangliche Performance stimmt. Und da lässt der Helios 2 e die Muskeln spielen.

Klangcheck: Warm, offen und absolut mitreißend

Kommen wir zum Wesentlichen. Wer überlegt, für diesen Player einen UVP von 1890 Euro hinzulegen, will wissen: Lohnt sich das? Aus rein klanglicher Sicht muss ich mit einem eindeutigen Ja antworten. Der Helios 2 e spielt wunderbar offen und weiträumig, ohne dass man im Bassbereich irgendetwas vermisst. Er neigt glücklicherweise nicht zu dieser nervigen, analytischen Kälte, sondern tendiert eher zu einer warmen, natürlichen Klangcharakteristik. Er macht Musik, statt sie nur zu sezieren.

Klanglich ist der Player eine echte Wucht! Ob ich persönlich allerdings bereit wäre, den vollen Neupreis zu zahlen, bleibt bei meiner Vorliebe für tonnenschwere japanische Boliden ein persönliches Fragezeichen. Doch wer einen schlichten, unauffälligen Player sucht, der klanglich in der absoluten Oberliga spielt, kommt am Helios 2 e nicht vorbei.

Fazit

Der Helios 2 e ist ein toller Player für High-End-Fans, die keine Lust auf Protz haben, aber klanglich keine Kompromisse eingehen wollen. Ein feinsinniges Gerät mit patentierter Technik, das zeigt, dass auch „Leichtgewichte“ ordentlich zupacken können. In diesem Sinne…


Technische Daten:

  • Laufwerk: Philips CDM 12.9 (mit patentierter Helios-Lagerung)
  • Wandler: Helios 36 Bit (Interne Signalverarbeitung)
  • Frequenzgang: 10 Hz – 20 kHz
  • Rauschabstand: 120 dB (Exzellenter Wert!)
  • Gehäuse: Front in schwarzem Glanzlack
  • Gewicht: 7,5 kg
  • Ausgänge: Analog (Cinch), Digital (S/PDIF)