Marantz CD 17 MK II

Marantz CD 17 MK II

Marantz CD 17 MK II High End CD Player Erfahrungsbericht / Test: Der Schönling mit dem warmen Herz

Einleitung: Marantz – Mythos, Marketing und die Realität

Die Geschichte von Marantz ist eine faszinierende Achterbahnfahrt, die fast jedem HiFi-Enthusiasten ein Begriff sein dürfte. Ursprünglich als stolze amerikanische Schmiede von Saul B. Marantz gegründet, wanderte die Marke später nach Japan aus und landete schließlich unter den Fittichen von Philips – was sich vor allem für die CD-Player-Technologie als wahrer Segen herausstellte. Heute gehört das Unternehmen zur D&M Holding, einem gewaltigen Konzern, zu dem mittlerweile so viele Markennamen gehören, dass einem fast schwindelig wird. Doch am Ende des Tages zählt für den Fan vor allem eines: Der traditionsreiche Name auf der massiven Frontplatte.

Sobald dieser Name fällt, bekommen viele HiFi-Jünger feuchte Augen, was im Alltag oft zu absurden Situationen führt. Ein persönliches Erlebnis vom Flohmarkt verdeutlicht diesen Kult perfekt: Während ich an einem sonnigen Tag zwischen den Ständen schlenderte, entdeckte ich bei meinem Lieblingsverkäufer einen Marantz 2238 Receiver. Ein hübsches, solides Gerät, aber beileibe kein High-End-Monster. Der aufgerufene Preis lag bei stolzen 200 Euro. Direkt daneben stand ein Kenwood KA-9100 – ein absoluter Vollverstärker-Bolide, gebaut wie ein Panzer und technisch überlegen. Der Preis? Lächerliche 80 Euro. Warum? Schlichtweg, weil auf dem einen „Marantz“ stand. Diesen Hype kann man kritisch hinterfragen, doch man muss ihn nicht verstehen, um die Geräte für ihre Qualitäten trotzdem zu schätzen.

Der CD 17 MK II: Eine Design-Ikone mit inneren Werten

Kommen wir zum Protagonisten dieses Berichts, dem CD 17 MK II. Er entstammt einer Ära, in der Marantz sein Design radikal modernisierte. Man verabschiedete sich von den kantigen Kisten der 80er Jahre und setzte auf fließende Formen, abgerundete Ecken und eine elegante, schlanke Linie. Obwohl der CD 17 auf den ersten Blick fast zierlich wirkt, sollte man sich nicht täuschen lassen: Sobald man das Gerät anhebt, offenbart sich die massive Bauweise. Mit satten 7,8 Kilogramm Lebendgewicht spürt man sofort die hochwertige Materialwahl.

Die Haptik ist über jeden Zweifel erhaben. Das Gehäuse ist extrem verwindungssteif konstruiert und die Frontplatte besteht aus dickem, gebürstetem Aluminium. Das minimalistische Design verzichtet auf unnötigen Spielkram und beschränkt sich auf die wesentlichen Bedienelemente. Ein besonderes Highlight ist die CD-Lade: Sie gleitet zügig, geschmeidig und fast lautlos aus dem Gehäuse – kein billiges Plastik-Geratter, sondern mechanische Präzision, die Wertigkeit vermittelt.

Versionen und Evolution: KI, MK II oder M?

Wie bei Marantz üblich, wurde das Erfolgsrezept über Jahre hinweg verfeinert. Nach dem Ur-Modell des CD 17 trat der legendäre Ken Ishiwata (R.I.P.) auf den Plan. Seine „KI Signature“-Versionen mit dem charakteristischen Kupfer-Chassis und streng selektierten Bauteilen sind heute gesuchte Sammlerstücke. Der hier getestete MK II stellt die konsequente technische Weiterentwicklung dar. Er punktet mit verbesserter Wandler-Technik und einem optimierten Philips VAM 1201 Laufwerk, das als sehr zuverlässig gilt. Während die KI-Modelle oft zu Liebhaberpreisen gehandelt werden, ist der normale MK II heute oft der wahre Preis-Leistungs-Sieger auf dem Gebrauchtmarkt.

Klangqualität: Musikalität statt Erbsenzählerei

Klanglich liefert der CD 17 MK II genau das ab, wofür Fans die Marke seit Jahrzehnten lieben: Den unverwechselbaren „Marantz-Schmelz“. Im Gegensatz zu manchen Sony ES-Playern, die dem Hörer jeden Fehler der Aufnahme gnadenlos und fast schon analytisch-kalt ins Gesicht werfen, spielt der Marantz weitaus farbenfroher und musikalischer. Er besitzt eine wunderbare Wärme in den Mitten, die Stimmen besonders natürlich und greifbar wirken lässt, ohne dabei Details im Hochton zu verschleiern. Es ist ein Player für den Langzeitgenuss – man legt eine CD ein, lehnt sich zurück und vergisst die Technik. Der beachtliche Dynamikumfang sorgt zudem dafür, dass die Musik nie langweilig wird, aber eben auch niemals nervt.

Fazit: Eine zeitlose Empfehlung

Zusammenfassend ist der Marantz CD 17 MK II eine dicke Empfehlung für jeden, der einen erstklassig verarbeiteten und musikalischen CD-Player sucht. Er sieht auch heute noch edel aus – besonders in der Champagner-Ausführung – und bietet eine Anfassqualität, die man bei modernen Geräten dieser Preisklasse oft vergeblich sucht. Wer ein gut erhaltenes Exemplar zu einem fairen Kurs findet, sollte zugreifen. Hier bekommt man echtes High-End-Feeling, das im Wohnzimmer nicht wie ein kühles Laborgerät wirkt. Von mir gibt es definitiv grünes Licht!


Gesamttabelle – Marantz CD 17 MK II

Kategorie Merkmal Daten / Beschreibung
Prinzip Gerätetyp High End CD-Player
Laufwerk Modell Philips / Marantz VAM 1201
Wandlung Technik 1-Bit Differential (MDS / DAC7 Derivate)
Audio Formate CD, CD-R (CD-RW nur bedingt)
Anschlüsse Ausgänge Analog (RCA vergoldet), Digital (Optisch & Koaxial)
Maße Gewicht / Größe ca. 7,8 kg / 454 x 81 x 312 mm (B x H x T)
Zubehör Fernbedienung Systemfernbedienung (massive Metallausführung)
Historie Neupreis ca. 1.250 Euro (ehemals ca. 2.500 DM)

Möchtest Du Deinen Marantz CD 17 MK II klanglich voll ausreizen oder suchst Du passendes Zubehör? Schau mal bei Aliexpress vorbei – dort findest Du oft hochwertige Cinch-Kabel für den warmen Marantz-Klang, massive Netzkabel für eine stabilere Stromversorgung oder spezielle Laser-Reinigungskits, um die Abtastsicherheit Deines Klassikers für die nächsten Jahre zu garantieren!