BC Acoustique Niger
BC Acoustique Niger Standlautsprecher Erfahrungsbericht / Test: Ein französisches Rätsel
Frankreich, Frankreich, Frankreich… Kennt ihr noch diesen Song? Unsere Nachbarn sind Genießer, das merkt man in jedem französischen Restaurant. Musik zu hören ist für mich mittlerweile wie ein gutes Essen: Es muss über Stunden Spaß machen, ohne dass man ein „Völlegefühl“ bekommt. Deshalb erwarte ich von französischen Lautsprechern genau dieses Gefühl des Loslassens. JMLab, Focal oder Triangle können das – BC Acoustique hingegen ist fast ein Newcomer und hierzulande eher eine Ausnahme.
Verarbeitung und Design: Folie statt High-End
Warum die Marke in Deutschland keinen reißenden Absatz gefunden hat, bleibt mir kein Rätsel. Die Verarbeitung ist okay, aber nicht besonders gut. Die Hochtöner von Fostex und die Mittel-Tieftöner von Seas sind zwar solide, aber das Gehäuse ist mit Folie verklebt – bei einem Neupreis von sagenhaften 2.500 Euro ist das für mich ein absolutes NO-GO! Da erwarte ich mehr als nur Plastikfolie.
Die Optik ist eigenwillig und folgt nicht unbedingt dem goldenen Schnitt. Einzig die Anschlussseite überzeugt: Die Niger lässt sich sogar vollaktiv mit einer externen Weiche betreiben, wobei man Hoch-, Mittel- und Tieftöner jeweils eine eigene Endstufe spendieren kann. Das ist aber auch schon der einzige wirklich „high-endige“ Eindruck.
Der Hörtest: Badewannen-Sound und Stimm-Frust
Natürlich mussten die Franzosen gegen meine Dynaudios antreten. Als Verstärker kam einer meiner Sansuis zum Einsatz. Negativ fiel sofort der dumpfe und viel zu tief abgestimmte Mitteltonbereich auf. Diana Krall hörte sich an, als hätte sie ihre Songs in der Badewanne aufgenommen! Männerstimmen waren unerträglich und mit einem so tiefen Grundton ausgestattet, dass man in Depressionen verfallen konnte.
Die Hochtöner sind etwas besser, aber auch nicht das Gelbe vom Ei. Einzig die Bässe waren außerordentlich: präziser als bei meiner Contour 1.8 MK II und wesentlich tiefer gehend. Wer gerne Techno, House oder Party-Musik hört, für den könnten die Lautsprecher wegen des super Basses interessant sein. Für mich, der gerne Stimmen hört, sind sie jedoch überhaupt keine Alternative.
Fazit: Keine Frau mit Männerhormonen
Ich möchte die Lautsprecher nicht in Grund und Boden schreiben, aber meine Prioritäten sind glasklar: Die Mitten müssen sauber vom Bass getrennt sein, damit eine Frau sich auch wie eine Frau anhört – und nicht wie eine Frau, die sich Männerhormone spritzt. Ich kann mir das hohe Klangniveau, das manche Zeitschriften attestierten, nicht erklären – es sei denn, ich hatte die schlechtere „Version 2“ zu Gast. In diesem Sinne…
Gesamttabelle – BC Acoustique Niger
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Bauart | 3-Wege Standlautsprecher (Tri-Wiring fähig) |
| Bestückung | Chassis | HT: 17mm Alu-Kalotte (Horn) / MT: 17cm Polypropylen / TT: 21cm Polypropylen |
| Audio-Werte | Frequenzgang (+/- 3 dB) | 48 Hz – 22.000 Hz |
| Wirkungsgrad | Empfindlichkeit | 93 dB (2.83 V / 1 m) |
| Elektrik | Impedanz / Filter | 4 Ohm / 600 Hz (-6dB) & 4 kHz (-12dB) |
| Verstärker | Empfohlene Leistung | 10 – 100 Watt pro Kanal |
| Maße | Gewicht / Größe | 24,5 kg pro Stück / 25,0 x 95,0 x 30,0 cm (BxHxT) |
| Verarbeitung | Gehäusefinish | Folienkaschiert (Kritikpunkt bei Neupreis 2.500 €) |