Tsuyoshi Yamamoto Trio – What A Wonderful World
Tsuyoshi Yamamoto Trio – What A Wonderful World & Gentle Blues Hörbericht:
Wenn es um japanischen Jazz geht, der sowohl lyrisch als auch technisch auf höchstem Niveau spielt, führt kein Weg an Tsuyoshi Yamamoto vorbei. Die hier vorgestellten Alben, insbesondere „What A Wonderful World“ (2003), sind Musterbeispiele für seine exquisite Klavierkunst. Erschienen auf dem renommierten Label Eighty-Eight’s, stehen diese Aufnahmen für eine Klangqualität, die selbst anspruchsvollste audiophile Hörer begeistert.
Besetzung: Blindes Verständnis im Trio
- Tsuyoshi Yamamoto (Piano): Der Kopf des Trios. Sein Spiel ist eine seltene Mischung aus technischer Brillanz und einer emotionalen Tiefe, die jedes Stück atmen lässt.
- Ken Kaneko (Bass): Sorgt für ein kraftvolles, aber extrem präzises Fundament. Sein Timing gibt Yamamoto die nötige Freiheit für dessen Improvisationen.
- Toshio Osumi (Schlagzeug): Ein Meister der feinen Nuancen. Er stützt die Rhythmik, ohne sich jemals in den Vordergrund zu drängen, außer wenn die Dynamik es verlangt.
Klangliche Ästhetik: Die Philosophie des Labels Eighty-Eight’s
Die Aufnahmen fangen die Intimität eines Jazzclubs perfekt ein. Die Anschlagdynamik des Pianos, das feine Ausschwingen der Becken und das hölzerne Timbre des Kontrabasses sind mit einer Präzision eingefangen, die Yamamotos lyrischen Stil unterstützt. Wer seine Anlage auf Natürlichkeit und räumliche Abbildung testen will, findet hier Referenzmaterial.
Analyse: What A Wonderful World
Dieses Album bietet eine Reise durch Jazzstandards, die durch Yamamotos Prisma völlig neu erstrahlen:
- Tea For Two: Elegant, leicht und beschwingt. Ein perfekter Einstieg.
- Cleopatra’s Dream: Bud Powells Klassiker, hier mit technischer Bravour und Tempo umgesetzt.
- Blues Of You: Hier zeigt Yamamoto seine ganze Ausdruckskraft im Blues.
- What A Wonderful World: Das Titelstück – schlicht, tief und emotional intensiv.
- Poinciana: Hypnotisch und rhythmisch komplex. Ein echtes Highlight des Albums.
- Nanatsu No Ko: Ein traditionelles japanisches Lied, das die Brücke zwischen den Kulturen schlägt.
- Caravan: Energetisch, orientalisch angehaucht und virtuos.
- Home On The Range: Nostalgisch und überraschend im Jazzgewand.
Analyse: Gentle Blues
Wie der Name sagt: Ein Album, das die Seele des Blues einfängt, ohne jemals die Eleganz zu verlieren.
- Bye Bye Blackbird: Entspannt, schwungvoll und sehr harmonisch.
- I Left My Heart In San Francisco: Eine zarte Ballade mit tiefer emotionaler Resonanz.
- Gentle Blues: Das Herzstück des Albums – maximale Wirkung mit minimalen Mitteln.
- Cry Me A River – Left Alone: Melancholie pur, meisterhaft interpretiert.
- My Funny Valentine: Eine der gefühlvollsten Versionen dieses Klassikers, die je aufgenommen wurden.
Fazit
Beide Alben zeigen die enorme Vielseitigkeit des Tsuyoshi Yamamoto Trios. Ob beschwingte Standards oder tiefgreifender Blues – das Trio agiert stets als Einheit. Für Liebhaber des Klavier-Jazz und für audiophile Hörer sind diese Aufnahmen auf dem Eighty-Eight’s Label unverzichtbar. Sie bieten nicht nur erstklassige Musik, sondern auch ein Klangerlebnis, das die Grenze zwischen Konserve und Live-Erlebnis verschwimmen lässt.