Hand aufs Herz: Wir High-Ender sind ein eigenwilliges Völkchen. Wir jagen dem perfekten Klang hinterher, geben Unsummen für Kabel aus, die dicker sind als mein Arm, und diskutieren nächtelang über die Räumlichkeit einer Triangel-Aufnahme von 1962. Aber es gibt ein schmutziges kleines Geheimnis in unserer digitalen Audiowelt, das uns die Suppe versalzt, ohne dass wir es merken: Intersample Peaks. Und während wir uns über die Dynamik von Vinyl auslassen, haben wir uns klammheimlich an einen Sound gewöhnt, der eigentlich „kaputt“ ist. Aber der Reihe nach.
In der audiophilen Community wird Apple Music tatsächlich oft übersehen, während Dienste wie Qobuz und Tidal mit ihren Versprechen von 24-Bit/192 kHz, FLAC, MQA oder „Master Quality“ die Debatte dominieren. Auf den ersten Blick wirkt es verlockend: Höhere Bitraten und proprietäre Formate versprechen eine Art technischen Überlegenheitsgefühl, das Apple Music scheinbar nicht bietet.
Es gab da mal eine Zeit, in der „laut“ alles war. Nicht „laut“ im Sinne von brachialer Endstufenleistung oder mächtigen Pegeln aus der Gehäuseöffnung eines JBL-Monsters, sondern laut im Sinne der Datei selbst. Was man in den frühen 2000ern als MP3 auf dem iPod hatte, sollte ordentlich knallen – auch bei 128 kbps. Die Folge? Eine ganze Ära des Musik-Masterings wurde durch den sogenannten Loudness War geprägt. Und der hat Spuren hinterlassen – klanglich, kulturell und emotional.
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