Marantz 2130
Marantz 2130 Vintage High End Tuner Erfahrungsbericht / Test: Das magische Auge der Esotec-Ära
Einleitung: Ein Blickfang der Extraklasse
Der Marantz 2130 Tuner ist zweifellos einer der schönsten und faszinierendsten Tuner, die jemals die Werkshallen in Japan verlassen haben. In Kennerkreisen wird oft darüber diskutiert, dass er technisch weitgehend baugleich mit den späteren Modellen ST 8 und ST 7 sein soll. Während die ST-Modelle in verschiedenen Farben daherkommen – der ST 8 glänzt meist in Champagner und der ST 7 im seltenen Schwarz –, besticht der 2130 durch sein markantes quadratisches Oszilloskopfenster. Im Gegensatz dazu weisen die anderen Modelle die klassisch runden Fenster auf. Rein funktional und in Bezug auf die Einstellmöglichkeiten gibt es zwischen diesen Geräten kaum Unterschiede, und auch die Empfangsqualität wird in einschlägigen Fachforen als nahezu identisch beschrieben.
Empfangsleistung im Beton-Dschungel
In meiner eher schwierigen Wohnsituation innerhalb einer massiven Betonwohnung schlägt sich der 2130 wacker. Mit einem einfachen Draht oder einem simplen Kabel als Wurfantenne gelingt es ihm, alle wichtigen Sender stabil einzufangen. Dennoch muss ich ehrlich gestehen: Im direkten Vergleich zu einer Referenz-Maschine wie dem Kenwood KT 917 war ich ein wenig enttäuscht. Der Kenwood agiert in einer ganz anderen Liga; er empfängt selbst schwache Signale nahezu rauschfrei und liefert eine Klangqualität, die der CD-Wiedergabe gefährlich nahekommt. In diesem speziellen Punkt der akustischen Reinheit und Trennschärfe muss der Marantz 2130 leider den Kürzeren ziehen.
Optik versus Technik: Ein Oszilloskop als Kaufargument
Es ist völlig offensichtlich, dass bei diesem Tuner die Optik das alles entscheidende Kaufkriterium ist. Das integrierte Oszilloskopfenster ist ein absoluter Blickfang und zieht die Aufmerksamkeit in jedem HiFi-Rack sofort auf sich. Es ist pure Magie, der tanzenden Wellenform bei der Arbeit zuzusehen. Diese beeindruckende visuelle Inszenierung sorgt dafür, dass die im Vergleich zum KT 917 etwas schwächere Empfangsleistung und Klangqualität fast schon zur Nebensache werden. Wer sich einen 2130 kauft, will meist kein technisches Analysegerät, sondern ein haptisches und optisches Gesamtkunstwerk.
Fazit: Ein Muss für Sammler
Für leidenschaftliche Sammler und Liebhaber von Vintage-Audio-Geräten ist der Marantz 2130 Tuner eine absolut ansprechende und unverzichtbare optische Bereicherung, besonders wenn er eine bestehende Marantz-Kette krönt. Er ist die Kirsche auf der Torte. Wer jedoch aus einer rein technischen Perspektive nach der absoluten Spitze des Tunerbaus sucht und wem Empfangsstärke über Design geht, sollte seinen Blick eher auf den Kenwood KT 917 oder vergleichbare Modelle von Revox oder Klein + Hummel richten. Diese sind in der Empfangsleistung und Klangqualität oft deutlich überlegen, obwohl sie sich preislich mittlerweile kaum noch vom Marantz unterscheiden. Am Ende entscheidet hier das Herz gegen den Verstand – und beim 2130 gewinnt fast immer das Herz. In diesem Sinne…
Gesamttabelle – Marantz 2130
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Gerätetyp | High End Analog-Tuner mit Oszilloskop |
| Frequenzen | Wellenbereiche | UKW (87,5 – 108 MHz), MW (525 – 1605 kHz) |
| Audio | Frequenzunterdrückung | 128 dB |
| Audio | ZF-Dämpfung | 125 dB |
| Technik | Besonderheit | Quadratisches Scope (Oszilloskop) zur Signalkontrolle |
| Maße | Gewicht / Größe | 9,0 kg / 416 x 146 x 301 mm (B x H x T) |
| Historie | Baujahre / Neupreis | 1978 – 1981 / ca. 2.500 DM |
| Herkunft | Herstellungsland | Made in Japan |