Die 2.8 war zur seiner Zeit das absolute Top of the Line Modell der Serie und hatte – und das ist der heilige Gral für mich – einen Esotar T330D verbaut. Meine Stammleser wissen ganz genau, wie ich auf diesen Hochtöner abfahre. Seit ich die Confidence 5 bei mir stehen habe, hat sich die Geilheit auf diesen Hochtöner nur noch verstärkt. Es gibt einfach nichts Vergleichbares, was diese Seidigkeit und gleichzeitig diese brachiale Auflösung so kombiniert.
Bevor wir zum aktuellen Modell kommen, müssen wir verstehen, woher dieser Kult kommt. Harbeth wurde 1977 von Dudley Harwood gegründet, der zuvor Leiter der Lautsprecherentwicklung bei der BBC war. Das „Har“ steht für Harwood, das „Beth“ für seine Frau Elizabeth. Die DNA dieser Lautsprecher ist der Rundfunkmonitor.
Die Geschichte von ATC (Acoustic Transducer Company) beginnt im Jahr 1974. Gegründet wurde das Unternehmen von Billy Woodman, einem in Australien geborenen Pianisten und Ingenieur, der eine Vision hatte: Lautsprecherchassis zu bauen, die einerseits extrem belastbar sind, andererseits aber musikalisch nichts verschweigen.
Hand aufs Herz: Wie oft habt ihr in letzter Zeit das Wort „audiophil“ gelesen? Es steht auf 10-Euro-Bluetooth-Tröten vom Grabbeltisch, auf sündhaft teuren Netzwerkkabeln und natürlich auf jeder zweiten Vinyl-Neuauflage. Der Begriff ist mittlerweile so ausgelutscht wie ein Kaugummi nach drei Stunden. Aber wenn wir das ganze Marketing-Blabla mal beiseite wischen und den Hifi-Priestern das Weihwasser wegnehmen: Was ist im Kern eigentlich eine „audiophile Aufnahme“?
Was allerdings sehr viele Messtechniker vergessen, ist, dass Hochleistungsgeräte – also wirklich neutrale Komponenten – dir wie eine Lupe zeigen, was in der Kette nicht stimmt. Und zwar selbst außerhalb des reinen Messschriebes. Leider spielt die Industrie da oft ein anderes Spiel. Der größte Teil der High-End-Szene ist mittlerweile darauf bedacht, Musik so groß und spektakulär wie möglich zu hören. Warum? Weil die High-End-Industrie gefühlt jedes Jahr eine neue „Klangsignatur“ braucht, um neue Geräte zu verkaufen. Mal ist es „analoge Wärme“, mal „hyper-detaillierte Auflösung“.
Es ist der Dauerbrenner in den Foren, WhatsApp Gruppe und anderen Plattformen, die Frage, die fast jeden irgendwann beschäftigt, der sein Setup optimieren will: „Mein Verstärker ist bis 2 Ohm stabil, meine Lautsprecher haben aber 4 Ohm. Verschenke ich da Leistung? Oder mache ich sogar was kaputt?“ Zeit, mal ein paar Mythen aus der Welt zu schaffen und Tacheles zu reden. Denn die Antwort ist nicht nur ein simples „Ja, das geht“, sondern ein tiefes Verständnis dafür, wie ihr euren Klang massiv verbessern könnt, indem ihr nicht ans Limit geht.

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