Linn Klout
Linn Klout High End Endstufe Erfahrungsbericht / Test: Britisches Understatement mit gewaltiger Seele
Einleitung: Größe ist nicht alles
Heute möchte ich euch eine kleine, aber extrem feine Endstufe aus dem Hause Linn vorstellen. Die Klout verdeutlicht mir einmal mehr eine wichtige HiFi-Weisheit: Es zählt nicht die schiere Größe des Gehäuses, sondern die Kombination aus hervorragenden Bauteilen und einem konsequent durchdachten Schaltungsprinzip. Unter Linn-Kennern wird die Klout oft als der beste Verstärker gehandelt, den man unter dem schottischen Label jemals beziehen konnte. Billig war dieser Spaß natürlich nicht: Mit knappen 4.500 Euro (damals ca. 7.000 DM) pro Stück war sie wahrlich keine günstige Anschaffung für jemanden, der in die Welt von Linn eintauchen wollte. Aber wer sich tatsächlich komplett auf das Linn-System einlassen wollte, musste schon immer sehr tief in die Geldbörse greifen.
Das Erlebnis: Wenn Dynamik zur Offenbarung wird
Vor einigen Jahren hatte ich das seltene Vergnügen, ein System bestehend aus den gewaltigen Keltic-Lautsprechern, einer Karik-Vorstufe und satten 4 x Klout-Endstufen hören zu dürfen! Und Freunde, ich sage euch: Wer so etwas mal in seinen eigenen vier Wänden stehen hatte und diese unglaublich natürliche Dynamik am eigenen Leib spüren durfte, der wird mir nicht nur beipflichten. Man möchte vor lauter Glücksgefühlen fast auf die Knie gehen und dem Allmächtigen danken, dass man als Mensch geboren wurde und diese Musik genießen darf – und nicht als irgendein Tier. Wobei ich gestehen muss, dass ich mir ein Leben als Adler oder Eule auch sehr gut vorstellen könnte. Allmächtiger, falls du hier mitliest: Im nächsten Leben wäre ich gerne einer dieser beiden Herren der Lüfte!
Klangcheck: Präzision gegen Pfunde
Doch zurück zur Akustik: Die Klout spielt ungemein natürlich, luftig, dynamisch und transparent. In Sachen Feindynamik weist dieser kompakte Kraftzwerg so manche 40-Kilo-Endstufe locker in die Schranken. Ohne jetzt Namen nennen zu wollen: Ja, ich konnte es direkt vergleichen und das Ergebnis war eindeutig. Was die Klout zudem so besonders macht, ist ihre Modularität. Sie kann intern mit Aktivkarten bestückt werden. Das bedeutet im Klartext: Man kann Lautsprecher wie die Kaber, Keltic oder AV 5140 vollaktiv betreiben – also für jedes einzelne Chassis eine eigene Endstufe nutzen!
Fazit: Die Suche nach dem Ende
Wer das nötige Kleingeld besitzt – denn leider sind gebrauchte Klouts auch heute noch alles andere als Schnäppchen – sollte sich unbedingt folgendes Setup zulegen: 3 x Klout, 1 x Karik und ein Paar Kaber. Wenn man das Ganze in der aktiven Variante hört, spielt die Kombi auf einem Niveau, das schlichtweg keinerlei Wünsche mehr offen lässt. Man kann dann getrost seine Suche nach der „perfekten“ Anlage abschließen und bis ans Ende seiner Tage einfach nur noch Musik genießen. Die Linn Klout ist ein echter Blockbuster-Endverstärker in einem zeitlosen Gehäuse. In diesem Sinne…
Gesamttabelle – Linn Klout
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Gerätetyp | Stereo Endstufe (aktivierbar) |
| Leistung (8 Ohm) | Ausgangsleistung | 2 x 80 Watt pro Kanal |
| Leistung (4 Ohm) | Musikleistung | 2 x 160 Watt pro Kanal |
| Elektrik | Eingangsimpedanz / Gain | 5 kOhm / 28,5 dB |
| Maße | Gewicht / Größe | 11,0 kg / 32,0 x 8,0 x 32,6 cm (BxHxT) |
| Energie | Leistungsaufnahme | Max. 840 VA |
| Anschlüsse | Lautsprecher | Doppelt geführte Ausgänge (Bi-Wiring möglich) |
| Besonderheit | Konzept | Interner Steckplatz für Linn Aktivkarten |