Magnat Magnasphere Lampda 10
Magnat Magnasphere Lambda 10 Standlautsprecher Erfahrungsbericht / Test: Omnidirektionale Klänge aus Köln
Mein persönliches Magnat-Outing
An dieser Stelle oute ich mich direkt als jemand, der für ältere Magnat-Lautsprecher normalerweise nicht sonderlich viel übrig hat. Bisher konnte mich kaum eines der älteren Modelle wirklich überzeugen. Sie klangen zwar sicherlich nicht schlecht, aber die Abstimmung war mir meist zu sehr im Loudness-Stil gehalten – ein Sound-Sleeper, der einfach nicht harmonisch mit meinen Ohren zusammenarbeitet. Für eventuelle Partys habe ich allerdings noch ein Paar All Ribbon 10 im Keller stehen! Mit wenig finanziellem Aufwand kann ich damit bei Bedarf einige meiner Gäste mühelos von einer Ecke des Raums in die andere befördern.
Ich möchte jedoch betonen, dass ich keinem Magnat-Fan auf die Füße treten will. Aber wenn man einmal wirklich gut abgestimmte Lautsprecher gehört hat, die in Sachen Feindynamik und Tiefe restlos überzeugen, wird man sicherlich Verständnis für meine Meinung aufbringen. Und für alle, die es eventuell persönlich nehmen: Meine Kritik bezieht sich hauptsächlich auf die All Ribbon-Serie. Die Magnat-Lautsprecher mit den berühmten Plasma-Hochtönern sind selbstverständlich eine ganz andere Kategorie und für Liebhaber immer einen Kauf wert.
Namensgebung: „Lampda“ oder Lambda?
Doch hier geht es weder um die All Ribbon noch um die Plasmas. Lassen Sie mich stattdessen mit der Frage beginnen: Warum zur Hölle hat man so einen sperrigen Namen gewählt? Das „Lampda“ hätte man sich wirklich sparen können – oder zumindest die korrekte Schreibweise „Lambda“ konsequenter nutzen können. Ich stelle mir gerade vor, wie damals alle Beteiligten in der Marketingabteilung applaudierten, als die Namensgebung beschlossen wurde! Vielleicht bin ich hier etwas zu streng, aber der Name stößt mir einfach sauer auf. Sorry, Magnat!
Verarbeitung und Technik: Deutsche Gründlichkeit
Kommen wir zur Verarbeitung der Magnasphere Lambda 10: Diese ist meiner Meinung nach sehr gut. Hier gibt es keinerlei Grund zur Beanstandung. Das technische Highlight ist die Hochton-Konstruktion: Der Hochtöner sitzt oben in einer speziellen Anordnung (Omnidirectional), die für eine bessere Räumlichkeit sorgen soll. Und genau das gelingt der Box im Test wirklich hervorragend! Der Hochtonbereich ist transparent und detailreich, allerdings schwingt auch hier eine gewisse Schärfe mit.
In diesem Bereich bin ich ohnehin sehr kritisch, da ich weiß, dass man – wie etwa bei Dynaudio – extrem transparente Hochtöner bauen kann, ohne dass sie jemals nerven. Der Hochtöner von Magnat nervt zwar nicht direkt, aber er strengt das Gehör bei längeren Sessions doch etwas an. Die Mitten und Bässe hingegen sind ebenfalls gut abgestimmt. Der Bass kommt druckvoll, geht für die Gehäusegröße erstaunlich tief und macht beim Zuhören wirklich Spaß.
Fazit: Mehr als nur eine All Ribbon
Die Lambda 10 ist ein guter Lautsprecher, der klanglich deutlich mehr kann als alle All Ribbon-Versionen, die ich kenne. Sie macht Spaß und lädt zum Entdecken der eigenen Musiksammlung ein. Für meinen ganz persönlichen Geschmack sind sie jedoch leider nicht die erste Wahl – sowohl aus rein klanglicher Sicht als auch wegen der speziellen Optik. Aber wie immer gilt: Was mir nicht gefällt, kann dir absolut zusagen. Ein Probehören lohnt sich bei diesem unkonventionellen Konzept allemal. In diesem Sinne…
Gesamttabelle – Magnat Magnasphere Lambda 10
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Bauart | 3-Wege, Bassreflex, Omnidirektional (Rundumstrahler) |
| Bestückung | Tiefton / Hochton | 2 x 17 cm Tieftöner / 2 x 25 mm Aluminium-Kalotte |
| Audio | Frequenzgang | 28 – 34.000 Hz |
| Leistung | Belastbarkeit / Wirkungsgrad | 150 Watt / 90 dB (1W/1m) |
| Elektrik | Impedanz / Trennfrequenzen | 4 Ohm / 700 Hz und 2.500 Hz |
| Maße | Gewicht / Größe | ca. 15,5 kg / 21 x 101 x 27 cm (BxHxT) |
| Finish | Farben | Schwarz, Nussbaum, Mahagoni |
| Historie | Baujahre / Neupreis | 1980er / ca. 2.000,- DM pro Paar |