Teac V-7000
Teac V-7000: Der Garagen-Goldfund und die Rückkehr einer Legende
Es war einer dieser sonnigen Samstagmorgens. Hund Luna an der Leine, spazierte ich durch das Viertel, bis ein handgeschriebenes Schild meinen Puls auf 180 trieb: „Garagenflohmarkt – Heute!“. Zwischen Bergen von Kinderspielzeug und altem Krimskrams suchte ich nur nach dem einen: Dem heiligen Gral aus Eisen und Kupfer.
Der Verkäufer, ein freundlicher älterer Herr, führte mich ins Wohnzimmer, und da geschah es: Er zog einen Teac V-7000 aus dem Regal. Makellos. Wie aus dem Ei gepellt. Ein Erbstück seines Bruders, der High-End-Enthusiast war. Keine Kratzer, keine abgestoßenen Kanten. Bei dem aufgerufenen Freundschaftspreis habe ich keine Sekunde gezögert. Der Rest ist Geschichte: Ein glücklicher Mackern und ein Hund, der sich fragt, warum Herrchen den ganzen Heimweg über grinst.
Ein Monument aus der goldenen Ära
Der Teac V-7000 ist kein gewöhnlicher Kassettenrekorder. Er ist ein mechanisches und elektronisches Statement der frühen 90er Jahre. Dieses Deck wiegt über 10 Kilogramm – massives Chassis-Material und hochwertige Elektronik, gebaut für die Ewigkeit. Wer die Marke Teac kennt, weiß, dass sie in dieser Zeit zur absoluten Weltspitze gehörte.
Die Technik: Ein Blick in den Maschinenraum
Teac hat beim V-7000 alles reingeworfen, was gut und teuer war. Hier wurde nicht gespart, das ist purer High-End-Maschinenbau:
- Laufwerk: Das Herzstück ist ein Drei-Motoren-Laufwerk in Center-Mount-Konstruktion. Mittig platziert, um Vibrationen im Keim zu ersticken.
- Dual-Capstan: Der quarzgesteuerte Antrieb über zwei Tonwellen minimiert Bandzugschwankungen und reduziert den Gleichlauf auf phänomenale 0,022 %.
- Kobalt-Amorphe Köpfe: Extrem verschleißfest mit Wicklungen aus PCOCC (sauerstofffreies Kupfer) für einen Frequenzgang bis 21.000 Hz.
- Kupfer-Chassis: Das komplett kupferbeschichtete Chassis eliminiert elektromagnetische Einstreuungen. Das Signal bleibt sauber, der Hintergrund schwarz.
Das Einmessen: Spielplatz für Perfektionisten
Der V-7000 lädt dazu ein, das Beste aus jedem Band herauszukitzeln. Mit den integrierten Testtongeneratoren (400 Hz / 10 kHz) lassen sich Bias und Aufnahmepegel manuell perfekt kalibrieren. Wer hier Zeit investiert, wird belohnt: Bei einer guten Metallkassette (Typ IV) verschwindet der Unterschied zur CD fast vollständig. Ein besonderes Schmankerl ist der CD-Direct-Eingang, der den Signalweg für maximale Klarheit verkürzt.
Technische Daten:
| Kategorie | Spezifikation |
|---|---|
| Kopf-Bestückung | 3 Köpfe (Hinterbandkontrolle) |
| Motoren | 3 Motoren (Dual-Capstan Antrieb) |
| Frequenzgang (Metal) | 15 Hz bis 21.000 Hz (± 3 dB) |
| Gleichlaufschwankungen | 0,022 % WRMS (Referenzwert) |
| Rauschunterdrückung | Dolby B, C, HX Pro |
| Gewicht | 10,2 kg (Massivbauweise) |
| Abmessungen (BxHxT) | 435 x 149 x 355 mm |
Fazit: Ein mechanisches Biest mit audiophilem Herz
Der Teac V-7000 ist zweifellos ein Meisterwerk der Kassetten-Ära. Klanglich liefert er diesen trockenen, autoritären Bass-Punch, kombiniert mit einer seidigen Hochtonwiedergabe. Er zaubert eine räumliche Tiefe in den Raum, die viele moderne Anlagen alt aussehen lässt. Wer so ein Gerät im makellosen Zustand findet, stellt keine Fragen – man kauft es und genießt die analoge Ekstase.
Mackern-Faktor: 9,5 / 10