War Prince gefährlich für die Industrie?

War Prince gefährlich für die Industrie?

Prince vs. The Machine: Warum das größte Genie der Popgeschichte aus eurem Gedächtnis gelöscht wurde

Während sich die heutige Generation Z mit autogetunten Eintagsfliegen auf TikTok zufriedenstellt und sich von Algorithmen vorschreiben lässt, was „cool“ ist, haben wir damals in den Clubs zu einem Sound getanzt, der nicht vom Reißbrett kam. Das war kein Plastik-Pop für die Massenpsychose, das war pure, destillierte Rebellion.

Neben Michael Jackson gab es in den 80ern und 90ern nur einen Gott am Pophimmel: Prince. Doch während MJ zum kommerziellen Maskottchen der Industrie glattgebügelt wurde, war Prince der Sand im Getriebe eines korrupten, gierigen Systems. Wer Prince nicht kennt, hat die Musikgeschichte nicht verstanden. Und wer ihn vergessen hat, ist bereits Teil der Matrix.

Die Musikindustrie: Ein moderner Sklavenmarkt für die Massen

Fragen wir uns doch mal ganz ehrlich: Warum ist diese Musikindustrie eigentlich so verdammt mächtig? Warum sitzen da gesichtslose Anzüge in ihren klimatisierten Glaspalästen und entscheiden darüber, wem die Kunst gehört, die ein anderer mit Blut, Schweiß und Tränen erschaffen hat? Es ist ein System der Ausbeutung, das darauf basiert, Künstler klein und Konsumenten dumm zu halten.

Prince hat dieses Spiel nicht nur durchschaut, er hat es verachtet. Er war der Erste, der begriffen hat: Du bist in diesem Geschäft nur ein Stück Vieh, ein Produkt, solange dir deine eigenen Masterbänder nicht gehören. Wer die Master hat, hat die Macht. Punkt.

Prince wollte sich nicht verkaufen. Er hat den ultimativen Mittelfinger gezeigt: Er schrieb sich groß „SLAVE“ auf die Wange und trat so vor die Kameras. Er änderte seinen Namen in ein unaussprechliches Symbol, nur um Warner Bros. zu zeigen, dass sie zwar den Namen „Prince“ besitzen können, aber niemals seine Seele. Er hat klargemacht, dass ein Künstler kein Paket ist, das FedEx oder irgendeinem Label-Boss gehört. Er war sein eigener Herr, sein eigener Produzent und sein eigener Vertrieb. Das schmeckt den Bossen natürlich gar nicht.

Die digitale Demenz: Warum die Jugend heute nichts mehr mit Prince anfangen kann

Es ist eine absolute Schande und ein Armutszeugnis für unsere Kultur: Fragt man heute einen 20-Jährigen nach Prince, bekommt man oft nur ein hohles, fragendes Gesicht zurück. Michael Jackson kennt jeder – warum? Weil MJ perfekt in die Verwertungsmaschinerie der Industrie passte. MJ war „pflegeleicht“ für die Vermarktung.

Warum kommt Prince bei der „Generation Stream“ nicht mehr an? Die Gründe sind kein Zufall, sondern zeigen seinen radikalen, unbestechlichen Charakter:

  • Das Internet-Verbot: Prince war kein Narr. Er weigerte sich strikt, seine lebenslange Arbeit den gierigen, alles fressenden Algorithmen des Internets zum Fraß vorzuwerfen. Er sah schon vor Jahrzehnten voraus, dass Streaming die Kunst entwertet und Künstler zu Bettlern degradiert. Seine Ansage war klar: Wer nicht auf Spotify stattfindet, existiert für die heutige Klick-Generation praktisch nicht. Er hat diesen Preis bewusst gezahlt, um seine Integrität zu wahren.
  • Keine „Häppchen-Kultur“ für ADHS-Kids: Prince wollte, dass man Musik als Gesamtkunstwerk erlebt. Er baute sich sein eigenes Reich – Paisley Park –, ein Studio-Komplex, der alles in den Schatten stellt. Seine legendäre Forderung: Schaltet die PCs aus! Legt die Handys weg! Er wusste: Nur wer die digitale Ablenkung eliminiert, kann wieder frei denken. Ein Albtraum für eine Generation, die ohne Smartphone-Display vor der Nase nicht mal mehr unfallfrei über die Straße kommt, geschweige denn ein 10-Minuten-Gitarrensolo aushält.
  • Die Industrie schlägt zurück: Wenn ein Künstler sich weigert, nach den Regeln der Bosse zu kriechen, wird er nach seinem Tod eben nicht durch die große Marketing-Mangel gedreht wie ein braves, profitbringendes Produkt. Man lässt sein Erbe lieber im Giftschrank versauern, als einen Rebellen zum Vorbild zu machen.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

Wir haben uns in den Clubs die Seele aus dem Leib getanzt, wenn „Kiss“, „Cream“ oder „Purple Rain“ die Wände zum Beben brachten. Prince hat eine ganze Generation geprägt – er war der Soundtrack unserer Freiheit. Und dann dieser plötzliche, viel zu frühe Tod im Jahr 2016.

Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um zumindest die Augenbraue ganz weit nach oben zu ziehen: Da ist ein Mann, der eigene Masterbänder hatte. Ein Mann, der ein komplettes Imperium unabhängig von den Major-Labels führt. Ein Mann, der öffentlich vor der „Matrix“ warnt und die Musikindustrie als Sklaventreiber-System entlarvt. Und plötzlich ist dieser kerngesunde, hyperaktive Geist weg? In einer Welt, in der es um Milliarden an Rechten und Lizenzen geht, sind Typen wie Prince brandgefährlich für den Status Quo. Ein Schelm, wer Böses denkt…

Fazit: Lasst diesen Giganten nicht sterben!

Die Musikindustrie ist nur deshalb so mächtig, weil wir es zulassen. Weil wir zulassen, dass Musik zu einer kostenlosen, wertlosen Hintergrundberieselung verkommt, während wir stumpf durch Feeds scrollen. Prince war der lebende, lila Beweis dafür, dass man ein absolutes Genie sein kann, ohne sich vor den Geldgebern zu bücken. Er war der wahre Multi-Instrumentalist, der auf seinem Debüt 27 Instrumente ganz allein einspielte. Heutige „Weltstars“ könnten wahrscheinlich nicht mal unfallfrei eine Triangel bedienen, ohne dass ein Computer den Takt korrigiert.

Prince bleibt für uns einer der größten Künstler, die jemals diesen Planeten betreten haben. Wir dürfen nicht zulassen, dass sein Erbe in der digitalen Bedeutungslosigkeit verschwindet, nur weil er zu stolz und zu klug war, vor dem Internet und den Plattenbossen zu knien.

Tut euch selbst einen Gefallen: Schaltet das Handy aus. Werft den Rechner aus dem Fenster. Legt eine Platte auf. Lernt verdammt noch mal wieder, frei zu denken. Tut es für Prince. Er hat es verdient.