iFi SPDIF iPurifier2 im Test – Digitaler Rettungsanker oder Voodoo-Riegel?

iFi SPDIF iPurifier2 im Test – Digitaler Rettungsanker oder Voodoo-Riegel?

iFi SPDIF iPurifier2 im Test: Voodoo-Stick oder Rettungsanker?

Wir geben Unsummen für Kabel aus, die dick sind wie Feuerwehrschläuche, und diskutieren nächtelang über den Ruhestrom von Endstufen, die älter sind als wir selbst. Aber wenn es um die digitale Suppe geht, die aus unseren Fernsehern oder günstigen Streamern schwappt, drücken wir beide Augen zu. „Ist ja digital“, heißt es dann oft, „Nullen und Einsen, da kann man nichts machen.“

Der Tipp aus der Gruppe

Seit kurzem bin ich in einer WhatsApp-Gruppe gelandet, in der High-End genauso leidenschaftlich ausgelebt wird wie hier bei uns. Ein Haufen Verrückter, die immer nach der nächsten Optimierung suchen, die auch wirklich einen Mehrwert bringt. Und wie das so ist: Einer dieser sehr erfahrenen Enthusiasten, der schon fast alles gehört hat, empfahl plötzlich den (Amazon > iFi SPDIF iPurifier2. Gesagt, getan. Das Ding wurde bestellt. Ich wollte wissen, ob dieses kleine Riegel wirklich was bringen kann – oder sogar bringen muss. Schon alleine durch die galvanische Trennung versprach ich mir einen Mehrwert, wenn über Coax übertragen wird. Bei Licht (Toslink) ist das physikalisch zwar weniger spannend, aber das Thema Reclocking ist eine Option, die man sich genauer anschauen sollte.

Die Technik unter der Haube

Der iPurifier2 ist kein passives Filterchen, sondern ein aktives Bauteil. Er klinkt sich in die S/PDIF-Strecke ein und beackert das Signal an drei Fronten:

  • Galvanische Trennung: Das kappt die elektrische Verbindung zwischen Quelle und DAC. Wer über Coax geht, eliminiert so den HF-Dreck aus Schaltnetzteilen.
  • REclock® & REgenerate®: Das Signal wird mit einer Femto-Clock komplett neu aufgebaut. Jitter-Busting par excellence.
  • Bit-Perfect®: Keine Manipulation der Daten, kein Upsampling. Das Signal bleibt rein, wird nur physikalisch „geputzt“.

Technische Daten

Spezifikation Details
Unterstützte Signale PCM bis 192kHz, Dolby Digital, DTS, DoP
Anschlüsse Eingang Kombi-Anschluss (Optisch Mini-Jack & Koaxial)
Anschlüsse Ausgang Koaxial & Optisch (parallel nutzbar)
Technologien Global Master Timing (Femto-Clock), Galvanic Isolation
Stromversorgung 5V / 500mA (iPower Netzteil meist im Lieferumfang)
Abmessungen 71 x 19 x 20 mm
Gewicht ca. 26g

Der Mackern-Check: Was bringt’s im Sessel?

Jetzt mal Butter bei die Fische. Wer einen 5.000 Euro DAC hat, der intern bereits alles reclockt, wird hier wenig Wunder erleben. Aber für alle anderen – besonders wenn der Fernseher oder ein günstiger Streamer als Quelle dient – zeigt der kleine Riegel seine Krallen. Er sorgt für eine Ruhe im Klangbild, die man erst vermisst, wenn man ihn wieder rauszieht. Der Noise Floor sinkt, das Geschehen wirkt aufgeräumter. Es ist kein Voodoo, sondern schlicht saubere Ingenieursarbeit an einer oft vernachlässigten Schnittstelle.

Fazit: Fazit: Kein Allheilmittel, aber ein verdammt gutes WerkzeugDer (Amazon >  iFi SPDIF iPurifier2 ist kein Gerät, das aus Schrott Gold macht. Aber er ist ein Problemlöser. Er ist für die Leute, die das Maximum aus ihrer bestehenden Kette herausholen wollen, ohne gleich den DAC für fünf Monatsmieten zu tauschen oder die Oma bei eBay zur Versteigerung freigebe will. Besonders an „unsauberen“ Quellen wie PCs oder TVs ist der Unterschied keine Einbildung, sondern eine messbare und hörbare Wohltat. Mein Tipp: Wer Probleme mit digitalem Härtegrad oder einem leicht nervösen Klangbild hat, sollte dem kleinen Ding eine Chance geben. Es ist eines dieser Gadgets, die man erst belächelt und dann behält, weil die Musik plötzlich diesen Tick entspannter fließt.

Und darum geht’s doch am Ende: Hinsetzen, Augen zu und die Musik genießen, ohne dass dir der digitale Dreck auf den Sack geht.