Warum hält sich dieser Begriff dann so hartnäckig in der Szene? Ganz einfach: „Musikalität“ ist das perfekte semantische Fluchtwort. Es ist der Kuschelpulli der HiFi-Schreiberlinge. Immer dann, wenn ein Gerät messtechnisch eigentlich eine Vollkatastrophe ist, wenn es Details im Hochton gnadenlos verschluckt, den Bass aufweicht wie einen Schwamm im Spülbecken
Kennt ihr das? Dieses unangenehme Kribbeln im Nacken, wenn man im Forum liest, dass der eigene Verstärker, für den man monatelang gespart hat, im neuesten Shootout nur Platz 3 belegt hat? Oder wenn der selbsternannte Guru im Thread „Goldohrenhausen“ verkündet, dass alles unterhalb einer fünfstelligen Summe sowieso nur „Küchenradio-Niveau“ hat? Wir HiFi-Infizierten sind ein seltsames Völkchen.
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