Sony TA-F808ES
Sony TA-F808ES Vollverstärker Erfahrungsbericht / Test: Der MOS-FET Bolide der ES-Klasse
Wer sagt eigentlich, dass Verstärker sich nicht unterschiedlich anhören können? Ich bin der festen Überzeugung, dass man Klangunterschiede deutlich wahrnehmen kann. Nehmen wir zum Beispiel den Sony TA-F808ES und den Sansui AU-919. Beide Verstärker sind aus dem Vollen geschöpft und bieten mit ihrer massiven Leistung und Schnelligkeit eine wunderbare Kontrolle über komplexe Musikstücke.
Der Sony beeindruckt mit seiner Auflösung und Räumlichkeit. Er zaubert die Töne auf eine wunderbare Weise in den Raum – Phantomschallquellen gewinnen hier eine ganz neue Bedeutung. Bei schnellen Jazzstücken kommt der TA-F808ES so richtig in Fahrt; seine unglaubliche Schnelligkeit bleibt auch in den komplexesten Passagen ungebrochen.
Gelassenheit trifft auf Adrenalin
Der Sony-Verstärker behält stets die Ruhe und spielt alles mit einer bemerkenswerten Gelassenheit ab. Doch Vorsicht: Diese Gelassenheit darf nicht als Langeweile missverstanden werden. Der Sony hat es schlicht leicht, er muss sich nicht anstrengen und entfesselt dennoch eine Dynamik, die eine Explosion nach der anderen in die Ohren feuert. Genau das Adrenalin, das man als leidenschaftlicher HiFi-Hörer benötigt!
Bei der Wahl der Lautsprecher sollte man jedoch etwas genauer hinschauen. Mit sehr „hell“ abgestimmten Boxen (wie der Pioneer HPM-100) kann eine gewisse Schärfe auftreten. Mit meinen JBLs oder T+A Lautsprechern hingegen war das Klangbild genau so, wie man es von einem solch beeindruckenden Boliden erwartet. Der TA-F808ES ist ein Traumverstärker – und für die aktuellen Gebrauchtmarktpreise ein absolutes Schnäppchen!
Materialschlacht der ES-Klasse
Zudem läuft die Vorstufe im Class-A-Betrieb, und für Phono-Liebhaber gibt es eine hervorragende MM/MC-Sektion obendrauf. Die Verarbeitung ist legendär: Das massive Gibraltar Chassis (ein spezieller Verbundstoff-Guss-Boden) und der entsprechende Deckel sorgen für absolute Resonanzfreiheit. Mit über 24 Kilogramm Lebendgewicht zeigt Sony hier, was in der Hochphase der ES-Serie technisch möglich war.
Gesamttabelle – Sony TA-F808ES
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Leistung (8 Ohm) | Dauerleistung RMS | 2 x 120 Watt (20Hz – 20kHz) |
| Leistung (4 Ohm) | Dauerleistung RMS | 2 x 170 Watt (DIN: 200W) |
| Audio-Werte | Frequenzgang / SNR | 2 Hz – 200 kHz / 105 dB (Line) |
| Präzision | Klirrfaktor (THD) | 0,004 % |
| Chassis | Technik | Gibraltar-Chassis (Resonanzfreier Guss) |
| Schaltung | Besonderheiten | Class-A Treiberstufen, MOS-FET Endstufen |
| Maße | Gewicht / Größe | 24,6 kg / 47,0 x 17,5 x 43,5 cm (BxHxT) |
| Phono | Sektion | Exzellente MM & MC Stufe |
Fazit
Der Sony TA-F808ES ist ein gewaltiger Verstärker, der technische Perfektion mit emotionaler Dynamik verbindet. Er bietet alles, was das HiFi-Herz begehrt: Kraft, Schnelligkeit und eine erstklassige Ausstattung. Wer sich für diesen mächtigen Sony interessiert, sollte zugreifen – meine Empfehlung gibt es gratis dazu, auch wenn ich mich persönlich aufgrund des Looks letztlich für den Sansui entschieden habe. In diesem Sinne…
Moin Moin,
der Artikel ist zwar schon länger her, aber ich hätte folgende Fragen.
Grundsätzlich gefällt mit der Sony super, schlicht aber nicht zu modern und mega wertig.
Klingt der TA-F808ES recht kalt oder ist das Quatsch?
Ich höre auch sehr gerne mal leise, da ist Detailreichtum und Auflösung super, aber ich habe
etwas Bedenken, dass der Sony zu flach klingt, da er keine Loudnesstaste/Regelung hat.
Mein Sansui AU-717 macht auch leises Hören zum Genuß, da drücke ich schonmal die
Loundnessfunktion…
Alternativ habe ich noch den AccuphaseE-303 im Auge, ja den mit dem „Balanceschieber“
optisch auch ein tolles Gerät und vermutlich im Grundton wärmer ohne Details zu verschlucken?
Grüße
Andreas
Hi, leider verschlucken die älteren Sansuis schon leicht etwas Hochton. Der E303 macht das schon besser.
Klingt der Sony TA-F808ES so analytisch wie oft geschrieben wird?
Nein macht er nicht.
Guten Tag!
Zunächst einmal ein Lob für die informativen Seiten aus Nutzersicht.
Durch einen harten Schicksalsschlag vor einem Monat erinnerte ich mich wieder an schöne Zeiten und Geräte mit meinem Schatz.
Das bewog mich, diese Geräte wieder zu beschaffen, ehrlicherweise der Erinnerungen wegen.
Ich bin eigentlich im Vintagebereich Dual- und Accuphasejünger, angefangen habe ich aber mit Sony (CDP228ESD und TA-F530ES, sowie Sony Carhifi vollaktiv). Alle Geräte laufen auch heute noch tadellos, vorallem der CDP228ESD hat unendlich viele Stunden und Partys überstanden und funktioniert immernoch regelmäßig ohne Mucken.
Nach einer langen Pause habe ich mich dann in Richtung Accuphase P-300 C-200, Revox Symbol B MK1 entwickelt, letztere sind mit und ohne Revison vorhanden und die Unterschiede sind schon groß. Aber heute kam zum angeschaften TC-K808ES, CDP-707ES endlich mein Traum TA-F808ES (830ES konnte ich mir damals nicht leisten) hinzu und ich bin, obwohl ich damals bewusst mir Sony anfing völlig von den Socken!
Ich höre auf Grund der Tageszeit mit geschlossenen Kopfhörer Sennheiser HD820 etliche Quellen durch und bin durch die Bank begeistert von Verstärkung und Qualität. Auch wenn ich vom lange ungenutzten und nicht gerade gut gelagerten CDP-X707ES schon überrascht war, der einfach seinen Dienst perfekt aufnahm, nicht die Spur von Knistern oder Kratzen beim TA-F808ES, er macht nach Jahren wahrscheinlich einfach da weiter, wo er mal aufgehört hat – so etwas wird wohl nie wieder gebaut werden.
Herzlichen Dank für Ihre Empfehlung, ich bin sehr zufrieden und das hilft in meiner schweren Zeit sehr.
Liebe Grüße
Stefan
Hallo Stefan,
danke für deinen Bericht und ich wünsche Dir alles Gute auf der Welt. Hoffentlich ist bald die schwere Zeit vorbei….
Grüße
MK
Betreibe den 808ES seit 10 Tagen an meiner JBL L 100 Classic. Hatte vorher den TA F770ES, also den zweitgrößten Sony sus der Vorgängerserie. Habe den Eindruck, dass der 808er noch etwas besser auflöst und Kontrolle hat als der kleinere 770er. Nach dem Kauf über Kleinanzeigen war leider jedoch erst mal Reparatur fällig. Ausgangsrelais und Eingangswahlschalter mussten instandgesetzt werden. Fand den kleineren Sony bisher auch schon besser als aktuellere Geräte der Topmodelle der Yamaha a s Serie.