Philips CD-304 MK II

Philips CD-304 MK II

Philips CD 304 MK II CD Player Test / Erfahrungsbericht: Die 16-Bit-Legende mit den kleinen Sorgen

Der Philips CD 304 MK II ist schlichtweg ein fantastischer CD-Player. Wer ihn zum ersten Mal anfasst, merkt sofort: Hier wurde noch aus dem Vollen geschöpft. Ein Vollmetall-Gehäuse, das heute im bezahlbaren Bereich fast ausgestorben ist, sorgt für eine exzellente Haptik. Philips hat mit diesem Gerät (und seinem 14-Bit-Vorgänger ohne MK II) echtes High-End erschwinglich gemacht. Klanglich spielt dieser Belgier in einer Liga, für die man bei anderen Herstellern damals (und heute erst recht) ein kleines Vermögen hinblättern musste.

MK I vs. MK II: Der Sprung in die 16-Bit-Welt

Die Unterschiede zwischen dem ursprünglichen CD 304 und der MK II-Version sind alles andere als kosmetisch. Während die erste Version noch auf die berühmte 14-Bit-Technik setzte, spendierte Philips dem MK II den Übergang zum 16-Bit Vierfach-Oversampling. Das Herzstück ist hier der legendäre TDA1541 Wandler, gepaart mit dem unzerstörbaren CDM-1 Schwenkarm-Laufwerk aus massivem Druckguss. Diese Kombination ist klanglich eine Wucht und mechanisch eine Ansage an die Ewigkeit.

Schattenseiten: Die Sache mit der belgischen Lötstation

Leider gibt es ein „Aber“: Die elektronische Verarbeitungsqualität konnte mit der mechanischen Pracht nicht immer mithalten. Es ist kein Geheimnis, dass viele 304er Modelle an einem vorzeitigen Herztod leiden. Die Ursache sind fast immer kalte Lötstellen (vor allem an den sogenannten „Griplets“ – Durchkontaktierungen auf der Platine). Ich selbst hatte schon drei dieser Geräte: Einen MK I und zwei MK II. Einer lief wie eine Eins, die anderen beiden hatten die typischen Wehwehchen. Wer löten kann oder einen guten Techniker kennt, hat hier aber ein Gerät fürs Leben, denn die Fehler sind bekannt und behebbar.

Klang: Dynamik, Schmelz und Detailtreue

Klanglich überzeugt mein MK II auf ganzer Linie. Er liefert eine Dynamik, Auflösung und Detailtreue, die einfach Spaß macht. Er spielt mit diesem typischen Philips-Schmelz: musikalisch, nie nervig, aber dennoch präzise.

In einschlägigen Foren wird oft dazu geraten, das Oversampling auszuschalten (Non-Oversampling / NOS-Mod), um den Klang noch „analoger“ zu machen. Ganz ehrlich? Mir hat der MK II im Originalzustand immer völlig gereicht. Er klingt so schon besser als 90% dessen, was heute als „modern“ verkauft wird. Dennoch darf meiner nun weiterziehen und einen anderen Musikliebhaber glücklich machen – das Auge hört eben mit, und ich brauche mal wieder einen Tapetenwechsel im Rack.

Fazit

Der Philips CD 304 MK II ist ein exzellenter Player für Leute, die wissen, was gut ist. Ein mechanisches Monument mit klanglich herausragenden Leistungen. Wer ein revidiertes Exemplar findet, sollte zuschlagen – viel mehr CD-Player braucht kein Mensch! Vergleichbar wäre höchstens der Grundig Fine Arts CD 9000 oder der Grundig CD 7550, wobei letzterer optisch natürlich eine ganz andere Baustelle ist.


Technische Daten des Philips CD 304 MK II:

  • D/A-Wandler: Philips TDA1541 (16 Bit, 4x Oversampling)
  • Laufwerk: CDM-1 (Druckguss-Schwenkarmlaufwerk mit Glaslinse)
  • Frequenzgang: 2 Hz – 20 kHz
  • Signal-Rausch-Verhältnis: > 100 dB
  • Dynamikumfang: > 96 dB
  • Klirrfaktor: < 0,0025 %
  • Anschlüsse:
    • 1x Analogausgang (Cinch, vergoldet)
    • 1x Digitalausgang (Koaxial)
  • Abmessungen (BxHxT): 430 x 100 x 290 mm
  • Gewicht: ca. 7 kg (Netto, massiv Metall)

Mackern-Tipp: Wenn das Gerät Aussetzer hat oder Kanäle wegbrechen, nicht verzweifeln! Einmal alle Durchkontaktierungen nachlöten (lassen) und der Philips spielt wieder wie am ersten Tag.