Studer A727
Studer A727 High End Studio CD Player Erfahrungsbericht / Test: Das Präzisionsinstrument aus der Schweiz
Studiogeräte müssen vor allem eines sein: absolut ausgereift und mechanisch unzerstörbar. Man stelle sich vor, in einer Livesendung beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk setzt der Player aus – das wäre eine Katastrophe für jeden Tontechniker! Der Studer A727 ist die konsequente Weiterentwicklung des legendären A725, der in der Szene bereits wegen seiner extrem transparenten klanglichen Eigenschaften Kultstatus genoss.
Aber im Studiobereich gibt es keinen Stillstand. Die logische Konsequenz aus dem Feedback der Profis war die Entwicklung des A727. Es wurde ordentlich Hand angelegt: Die CD-Lade fährt nun deutlich ruhiger und sämiger ein und aus als beim Vorgänger (wobei man ehrlich sein muss: Das konnten die großen Sonys im Home-Bereich zu dieser Zeit schon seit Jahren einen Tick eleganter). Zudem wurde die Zugriffszeit drastisch verkürzt. Wenn man auf „Play“ drückt, spielt die Musik – und zwar sofort!
Ergonomie trifft Panzerbau
Ein wesentlicher Punkt bei Studer ist die Frontgestaltung. Hier geht es nicht um „Bling-Bling“, sondern um Ergonomie. Ein Studiotechniker muss das Gerät im Halbdunkel fast blind und intuitiv bedienen können. Große Tasten, klare Druckpunkte, ein Display, das man auch aus zwei Metern Entfernung noch ablesen kann. Dass hier feinste Technik verbaut wurde, sieht man erst auf den zweiten Blick. Im Inneren werkelt – wie sollte es anders sein – Philips-Technologie vom Allerfeinsten.
Studer griff ins oberste Regal und verbaute das legendäre CDM-1 Laufwerk. Das ist Schwenkarm-Technik aus massivem Druckguss mit einer Glaslinse für die Ewigkeit. Gepaart mit dem Wandler-Gott TDA1541A-S1 (die begehrte „Single Crown“-Version) entsteht hier eine klangliche Synergie, die heute kaum noch bezahlbar wäre.
Studio-Gimmicks für den HiFi-Alltag
Interessant für die Profis war damals, dass man den Player so konfigurieren konnte, dass er über die Monitor-Ausgänge automatisch stumm schaltete (Muting), sobald ein anderes Signal anlag. Toll für den Regieraum, aber für uns HiFi-Freaks zählt am Ende nur eines: Ist das Ding alltagstauglich und wie klingt es an der heimischen Kette?
Die Alltagstauglichkeit ist zu 100 % gegeben. Der A727 frisst CDs (auch gebrannte!) wie ein Scheunendrescher und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Und der Klang? Der ist schlicht fantastisch! Er spielt unglaublich offen und transparent, ohne dabei jemals stressig oder „digital-kalt“ zu wirken. Er ist dynamisch, packt ordentlich zu und bleibt dabei immer natürlich und neutral.
Mein persönliches Fazit
Ich sage es euch ganz offen: Ich bin ein Sony-Fan durch und durch. Aber wenn ich meinen treuen Sony-Boliden jemals ersetzen müsste, dann stünde der Studer A727 ganz oben auf der Liste. Vielleicht noch ein Gerät von EMT, aber dann hört es auch schon auf. Der Studer ist kein Spielzeug, er ist ein Statement. Wer einen bekommt, der noch nicht „rundgefunkelt“ ist (also 24/7 im Einsatz war), sollte ihn nie wieder hergeben.
Gesamttabelle – Studer A727
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Laufwerk | CD-Mechanism | Philips CDM-1 (Massiver Druckguss-Schwenkarm) |
| Wandler | Digital Converter | Philips TDA1541A-S1 (Single Crown), 16-Bit, 4x Oversampling |
| Audio-Präzision | Klirrfaktor / SNR | 0,006 % / 100 dB |
| Frequenzgang | Bereich (± 0,1 dB) | 20 Hz – 20.000 Hz |
| Ausgänge Analog | Symmetrisch / RCA | XLR & Cinch (unbalanced), Kopfhörer regelbar |
| Ausgänge Digital | XLR / Coax | AES/EBU & S/PDIF (Cinch) |
| Maße | Gewicht / Größe | 9,0 kg / 44,6 x 10,9 x 33,2 cm (BxHxT) |
| Besonderheit | Studio-Features | Faderstart-Anschluss, variable Ausgangspegel |