Fisher BA 4500

Fisher BA 4500

Fisher BA 4000 Vintage Endstufe Erfahrungsbericht / Test: Ein imposantes Kraftpaket mit VU-Meter-Charme

Einleitung: Von „The Fisher“ zu Sanyo

Die meisten HiFi-Freunde wissen es schon längst, aber für diejenigen, die es noch nicht im Speicher haben, hier eine kurze Aufklärung zur Geschichte: Ursprünglich kommt Fisher aus den USA und firmierte damals unter dem klangvollen Namen „The Fisher“. Später kam dann der japanische Konzern Sanyo und krallte sich diese wunderbare Firma. Ab diesem Zeitpunkt kamen leider oft Geräte auf den Markt, die man eher als einfache Katalogware bezeichnen konnte. Doch man darf Sanyo nicht unterschätzen – sie waren durchaus in der Lage, hervorragende HiFi-Produkte zu bauen, wenn sie denn wollten. Die hier beschriebene Endstufe (oft auch als BA 4500 bezeichnet) gehört definitiv zu dieser Sorte! Vermutlich wurde sie sogar noch in den USA produziert. Ich habe die Endstufe bewusst „nackt“ abgelichtet, damit man sieht, was für eine Schönheit sie im Inneren ist. Wenn wir schon das Privileg haben zu sehen, wie Gott sie schuf, sollte man diese inneren Werte definitiv würdigen.

Design und Haptik: Ein Spielplatz für Männer

Es ist für euch sicherlich kein Geheimnis mehr: Ich stehe total auf VU-Meter. Das ist absolut mein Ding und gehört für mich zu einer richtigen Endstufe einfach dazu. Allerdings muss ich hier auch ein wenig meckern! Warum hat man die VUs eigentlich nicht direkt in die Frontplatte versenkt, so wie man es vom edlen Accuphase-Stil kennt? Bei der Fisher stehen sie leider etwas von der Frontplatte ab. Aber keine Sorge, hässlich ist das natürlich nicht – es ist eben eigenständig. Die Front selbst ist zudem übersät mit Schaltern und Knöpfen, genau wie man es aus dieser Ära gewohnt ist. Der Mann von heute hat hier also genug zum Spielen, falls die bessere Hälfte mal wieder mit Kopfschmerzen früh schlafen geht! Und wenn man dann noch die passende Vorstufe CA 4500 dabei hat, kann man sich regelrecht bis zur Ekstase durchklicken.

Verarbeitung und technische Besonderheiten

Über die Verarbeitung braucht man eigentlich keine großen Worte verlieren: Die ist schlichtweg sehr gut und entspricht voll und ganz dem hohen Standard der damaligen HiFi-Zeit. Eine kleine Schwachstelle gibt es allerdings zu vermelden: Die Eingangsplatine. Bei meinem Exemplar musste ich ein wenig nachlöten, da die Lötstellen über die Jahrzehnte ziemlich hinüber waren. Ansonsten gibt es von meiner Seite aus absolut nichts zu bemängeln. Ein solides Stück Technik, das für die Ewigkeit gebaut scheint.

Klangcheck: Warm, druckvoll und kontrolliert

Klanglich präsentiert sich die BA 4000 als typische Vertreterin der 70er Jahre: druckvoll, kontrolliert und angenehm warm abgestimmt. Sie besitzt dabei aber auch einen Hauch von Analytik, was mir persönlich sehr gut gefällt. In Verbindung mit der hauseigenen CA 4000 Vorstufe spielt sie bereits hervorragend auf. Doch als ich einen „neueren“ High-End-Preamp, den Electrocompaniet MC3, davorhängte, konnte die BA erst so richtig zeigen, was in ihr steckt. Das lag sicherlich auch daran, dass die originale Vorstufe zu diesem Zeitpunkt noch auf ihre Überholung wartete. Für mich ist das eine fantastische Endstufe, die momentan leider extrem selten auf dem Markt zu finden ist. Es scheint fast so, als ob die Sammler aus dem Osten derzeit alles vom Markt abräumen, was irgendwo zum Verkauf auftaucht. In diesem Sinne…


Gesamttabelle – Fisher BA 4000 / 4500

Kategorie Merkmal Daten / Beschreibung
Prinzip Gerätetyp Vintage Stereo Endstufe
Leistung (8 Ohm) Sinus / Musik 2 x 160 Watt / 2 x 240 Watt
Leistung (4 Ohm) Sinus / Musik 2 x 250 Watt / 2 x 370 Watt
Audio Klirr / Intermodulation 0,05 % / 0,08 % (bei Nennleistung)
Optik Besonderheit Große Analog-VUs, massives Gehäuse
Maße Größe (B x H x T) 510 x 290 x 510 mm
Gewicht Masse 22,2 kg
Charakter Klangtendenz Warm, druckvoll, souveräne Kontrolle

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