Fisher CA 4500
Fisher CA 4500 Vintage Vorstufe Erfahrungsbericht / Test: Ein seltener Augenschmaus aus der Sanyo-Ära
Herkunft und Seltenheit: Ein US-Japan-Hybrid
Die 4500-Serie von Fisher hat eine interessante Geschichte: Es heißt, sie sei noch in den USA produziert worden, obwohl die Marke zu diesem Zeitpunkt bereits dem japanischen Sanyo-Konzern gehörte. Daher verwundert es kaum, dass diese Geräte baugleich auch unter dem Label Sanyo angeboten wurden. Fisher war dabei primär für den EU- und US-Markt vorgesehen, während in Japan direkt der Name Sanyo auf der Front prangte. Die Vor- und Endstufen-Kombination aus dieser Serie ist heute leider extrem selten geworden. Entsprechend groß war die Freude, als mir dieses Schmuckstück angeboten wurde – allerdings unter der Bedingung, auch ein Paar Martin Logan-Lautsprecher mit abzunehmen. Die Entscheidung fiel mir natürlich „wahnsinnig schwer“ (Vorsicht, Ironie!), denn was soll man heute schon noch mit solch alten Geräten anfangen? Spaß beiseite! Natürlich musste ich dafür löhnen, und das auch nicht zu knapp. Aber wer lässt sich solche Dinger schon entgehen, wenn sie praktisch in der direkten Nachbarschaft stehen? Die Freude ist jedenfalls riesig. Optisch sind die Geräte für mich als Vintage-Liebhaber ein absoluter Augenschmaus – man kann sich einfach nicht sattsehen.
Bedienung und Mechanik: Schalterorgie für Entdecker
Schalter und Knöpfe im Überfluss! Wie ich schon bei der Beschreibung der passenden Endstufe erwähnt habe, lassen diese Bedienelemente den HiFi-Fan von heute regelrecht in Ekstase geraten. Da kann man nach Herzenslust schalten und fummeln, wenn es woanders gerade nicht so läuft. Doch diese Fülle an Mechanik ist natürlich auch eine potenzielle Schwachstelle: Wenn die Regler über Jahre nicht regelmäßig bewegt wurden, ist der Verschleiß bzw. die Oxidation hoch. Eine gründliche Reinigungskur sollte man hier unbedingt ins Auge fassen. Ansonsten quittiert die ansonsten tolle Vorstufe den Dienst gerne mal mit Kanalausfällen. Aber für jemanden, der weiß, was er tut, ist so eine Revision schnell erledigt. Die allgemeine Verarbeitung ist absolut „70er-like“ – massiv, wertig und einfach toll!
Klangliche Einordnung und die Accuphase-Frage
Klanglich ist die CA 4500 für meine Ohren bestens geeignet. Dennoch muss man fairerweise sagen: Mit einem modernen Vorverstärker lässt sich aus der passenden Endstufe (BA 4500) tatsächlich noch ein Quäntchen mehr herausholen. Zudem muss meine CA 4500 demnächst erst noch zur kompletten Revision, um ihr volles Potenzial zu entfalten. Eines steht jedoch fest: Wenn man die Kombi aus CA und BA besitzt, dann MUSS man sie auch zusammen betreiben. Alles andere wäre in den Augen eines Sammlers reine Blasphemie! Ich mag diese Geräte wirklich sehr. Dass sie als Hauptverstärkung an meinem Accuphase E-406 nicht ganz vorbeikommen, ist bei dessen Klasse kein Beinbruch. Noch eine kleine Anmerkung am Rande: Wer sich das Innenleben der legendären Accuphase C-200 anschaut, wird feststellen, dass sie fast identisch zur Fisher CA 4500 ist. Was meint ihr: Wer hat da wohl bei wem abgekupfert? Das sollte keine allzu schwere Frage sein, oder? In diesem Sinne…
Gesamttabelle – Fisher CA 4500
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Gerätetyp | Vintage Stereo Vorverstärker |
| Audio | Frequenzgang | 1 Hz bis 300 kHz (beeindruckend weiträumig) |
| Audio | Klirrfaktor (THD) | 0,02 % |
| Signal/Rauschabstand | SNR (Line / MM / MC) | 120 dB / 118 dB / 120 dB |
| Eingänge | Empfindlichkeit | 2mV (MM), 200mV (Line/DIN) |
| Maße | Gewicht / Größe | 15,0 kg / 470 x 186 x 400 mm (BHT) |
| Historie | Baujahr | 1978 |
| Besonderheit | Verwandtschaft | Schaltungsdesign fast identisch mit Accuphase C-200 |