Gryphon Commander
The Gryphon Commander High End Vorstufe Erfahrungsbericht / Test:
Mir fehlen wirklich die Worte bei solchen Boliden. Ich weiß nicht, was ich dazu schreiben soll! Qualität: 1+, Klang: 1+, Design: 1+, Punkt. Wenn man unbedingt etwas kritisieren will, dann ist es logischerweise der Preis: Dieser liegt zusammen mit der PSU (Power Supply Unit) bei knapp 70.000 Euro. Bedenkt man, dass die passende Stereoendstufe Apex über 200.000 Euro und die Monos sogar über 400.000 Euro kosten, stellt sich eine ganz andere Frage.
Der Mackern-Realitätscheck: HiFi oder Immobilien?
Jetzt mal ehrlich: Würdest Du so viel Geld in eine HiFi-Anlage investieren? Ein Beispiel: In der Türkei bekommst Du für 470.000 Euro (Preis für Monos + Vorstufe) zwei Villen mit Pool im Garten, direkt am Meer. Pro Villa vermietest Du locker für 2.500 Euro die Woche über Airbnb. 100 Wochen Vermietung in drei Jahren – und Du hast Dein Geld mit Gewinn zurück und zwei wertvolle Immobilien, die im Wert steigen.
Rechne mal aus, was von Deinen 470.000 Euro nach drei Jahren übrig bleibt, wenn Du stattdessen Gryphon kaufst. Vielleicht noch 150.000 oder 200.000 Euro? Ich würde niemals so viel Geld in eine Anlage investieren. Mein hart verdientes Geld ist ein Werkzeug, um mehr daraus zu machen. Auf HiFi verzichte ich nicht, aber ich kaufe bewusst ein – so, dass keine Verluste entstehen oder sie sich zumindest in Grenzen halten.
Technik der Superlative: Gryphon Commander & PSU
Der Gryphon Commander NPS (New Preamp Standard) arbeitet vollständig symmetrisch und im Dual-Mono-Aufbau. Er ist als DC-gekoppelte Schaltung ohne einen einzigen Kondensator im Signalweg konzipiert, um den Signalfluss so rein wie möglich zu halten. Die separate Netzteileinheit (PSU) wiegt allein schon fast 40 kg und ist extern untergebracht, um jegliche elektromagnetische Störung von der empfindlichen Vorverstärkerschaltung fernzuhalten.
Das Gehäuse ist eine massive Festung aus Aluminium und Stahl, die mechanische Resonanzen im Keim erstickt. Die Lautstärkeregelung erfolgt über einen extrem präzisen, verlustfreien Pfad, der die Dynamik der Musik in jeder Stufe erhält.
Technische Daten:
| Kategorie | Spezifikation |
|---|---|
| Bandbreite | 0,1 Hz bis 1,5 MHz (-3 dB) – Unglaublich! |
| Signal-Rausch-Verhältnis | > 110 dB (ungewichtet) |
| Eingangsimpedanz | 18 kΩ (XLR) / 12 kΩ (RCA) |
| Ausgangsimpedanz | 7 Ω (extrem niedrig für maximale Kontrolle) |
| Kapazität Netzteil | 2 x 90.000 µF |
| Gewicht Vorstufe | 30,5 kg |
| Gewicht Netzteil (PSU) | 38,2 kg |
| Gesamtgewicht | 68,7 kg pure dänische Ingenieurskunst |
Klangqualität
Der Klang ist, wie zu erwarten, über jeden Zweifel erhaben. Der Commander NPS bietet eine Transparenz und Räumlichkeit, die in der High-End-Welt neue Maßstäbe setzt. Die Tiefenstaffelung und die Fähigkeit, selbst feinste Details aus der Aufnahme herauszuarbeiten, ohne analytisch zu wirken, ist schlichtweg atemberaubend. Es ist eine unverfälschte Signalwiedergabe, die das Maximum des technisch Möglichen darstellt.
Fazit
Der Gryphon Commander NPS ist zweifellos eine der besten Vorstufen der Welt. Technisch und klanglich ist sie ein Meisterwerk. Aber am Ende bleibt die Frage nach der Verhältnismäßigkeit. Wer das Geld „übrig“ hat und die ultimative Performance sucht, wird hier fündig. Für alle anderen bleibt es ein faszinierendes technisches Denkmal dänischer Klangkunst.
In diesem Sinne…