Hand aufs Herz: Wir High-Ender sind ein eigenwilliges Völkchen. Wir jagen dem perfekten Klang hinterher, geben Unsummen für Kabel aus, die dicker sind als mein Arm, und diskutieren nächtelang über die Räumlichkeit einer Triangel-Aufnahme von 1962. Aber es gibt ein schmutziges kleines Geheimnis in unserer digitalen Audiowelt, das uns die Suppe versalzt, ohne dass wir es merken: Intersample Peaks. Und während wir uns über die Dynamik von Vinyl auslassen, haben wir uns klammheimlich an einen Sound gewöhnt, der eigentlich „kaputt“ ist. Aber der Reihe nach.
Wer sich in die Welt des High-End-Audios wagt, merkt schnell: Hier verschwimmen die Grenzen zwischen Hobby, Raketenwissenschaft und liebevollem Wahnsinn. Ich spreche da aus Erfahrung. Seit gut einem Jahr bin ich täglicher Zeuge – und manchmal stiller Beobachter – in einer ausgewachsenen HiFi-WhatsApp-Gruppe. Was man da quasi im Liveticker mitbekommt
Man jagt der Illusion hinterher, aus der heimischen Anlage auch noch die letzten 2 % herauszuquetschen. Plötzlich geht es nicht mehr um Musik, sondern um die richtige Kabellage. Silber, Kupfer, kryogenisiert, von Jungfrauen bei Vollmond geflochten – you name it. Dann kommen Netzfilter, handgeklöppelte Feinsicherungen, Schwingungsdämpfer für den CD-Player und neuerdings die absolute Speerspitze der audiophilen Neurose: LAN-Aufbereitung.
Bassreflexloch verstopft = Geschlossene Box? Von wegen! (Ein HiFi-Mythos im Check) Alle meine Stammleser wissen ja, dass ich mich in diversen WhatsApp-HiFi-Gruppen bewege. Unter anderem…
Heute müssen wir mal über ein Thema reden, das in der High-End-Enthusisaten-Szene gerne mal unter den handgeknüpften Perserteppich gekehrt wird. Da wird lieber über die Laufrichtung von sauerstofffreien Kupferkabeln philosophiert oder darüber, ob der Netzstecker bei Vollmond oder Neumond in die Wand gedrückt wurde.
Leute, wir müssen reden. Und zwar über Eier. Nein, nicht die zum Frühstück, sondern über das Selbstbewusstsein, das man braucht, um in einer Welt von Kilowatt-Monstern einen Verstärker zu bauen, der stolz mit 1,1 Watt hausieren geht. Wir schauen uns heute das Model 3 von Avantgarde Acoustic an.Wer die Truppe aus Reichenbach im Odenwald kennt
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