Grundig Professional Super Hifi Aktiv Box 20
Grundig Super Hifi Aktiv-Box 20 Professional Erfahrungsbericht / Test: Deutsche Ingenieurskunst im Studio-Look
Irgendwo im Internet habe ich mal gesehen, dass Max Grundig der Steve Jobs aus Deutschland war. Aber leider wurden die meisten seiner Innovationen nicht gewürdigt. Unsere ausländischen Kollegen erkannten schon vor einigen Jahren, wie gut HiFi-Produkte aus dem Hause Grundig sind. Aber auch die Zeitschrift Stereo brachte einen Bericht über die Vor- und Endkombi A5000 & SVX6000 und würdigte die Kombi absolut positiv.
Wie die meisten meiner Stammleser wissen, konnte ich die SL 1000 und die Professional 850a bis dato mein Eigen nennen und war ziemlich überrascht von der Klangqualität der Lautsprecher.
Deshalb schaute ich der Anschaffung für ein Paar Aktiv-Box 20 gelassen entgegen, auch wenn’s wahrlich kein Schnäppchen war. Die kleinste Aktivbox aus der Serie ist sehr gut verarbeitet, sieht aber nicht wirklich schön aus, zumindest nicht so schön wie vergleichbare Monitorlautsprecher. Allerdings schaut’s professionell aus und suggeriert dem Auge Studioqualität. Die Verstärkereinheit bedeckt das komplette Rückenteil und kann mit einer Batterie von Elektronik aufwarten. Unglaublich, was Grundig da alles verbaut hat. Hier sollte dem geübten Auge sofort klar werden, dass damals Grundigs Entwickler mehr vor hatten, als nur eine Mogelpackung herzustellen.
Bei einer Größe von 45 x 28 x 28 cm ist sie eine kleine Box, die aber immerhin noch knapp 17 Kilo (pro LS) auf die Waage bringt. Der größte Teil des Gewichtes dürfte die Verstärkereinheit beanspruchen.
Eigentlich war ich mir sicher, dass die Aktivbox 20 eine sehr gute Hoch- und Mittelton-Wiedergabe hat, aber mit welch einem trockenen und tiefen Bass diese Mini-Box aufwartet, hätte ich mir nicht erträumen lassen! Wenn ich das gewusst hätte, wären die Lautsprecher schon längst in meinen heiligen Hallen. Aufgrund der Größe ist zwar der Bass nicht voluminös, allerdings super präzise, reicht tief hinab, ist schnell und trocken. Da hält der Bass einer Pioneer HPM 100 nicht mit. Kein Joke, Freunde! Sicherlich ist der Bass der HPM super kräftig und bringt meine Wände zum Beben, aber noch lange nicht so sauber wie der in der Grundig Mini-Box. Die Hoch- und Mitteltöner sind ebenfalls phänomenal und spielen super klar. Auch hier hat die Pioneer das Nachsehen.
Des Weiteren lassen sich die Minis sehr gut als Nahfeldmonitore nutzen, aber einen Hörabstand von etwas über 2,6 Meter meistern diese Wunderboxen ebenfalls perfekt. Für mich abermals wieder ein Beweis dafür, dass Grundig nicht zu unterschätzen war. Allerdings hätte man die Ästhetik nicht außer Acht lassen sollen.
Wie auch immer. Wer mal über den Tellerrand schauen will und verdammt gute und günstige Aktivlautsprecher sein Eigen nennen möchte, sollte sich diese Wunderbox mal näher anschauen. Denn zwischen 100 – 200 Euro bekommt man Lautsprecher, die der Grundig als Vergleich nicht würdig sind.
Gesamttabelle – Grundig Aktiv-Box 20 Professional
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Bauart | 3-Wege Aktiv-Lautsprecher |
| Bestückung | Chassis | 200 mm TT / 37 mm MT-Kalotte / 19 mm HT-Kalotte |
| Leistung | Ausgangsleistung | 100 W Musik / 80 W Nenn |
| Frequenzgang | Übertragungsbereich | 32 Hz – 26.000 Hz |
| Trennfrequenzen | Übergangsbereiche | 500 / 5.000 Hz |
| Maße | Gewicht / Größe | ca. 16,5 kg / 45,0 x 28,0 x 28,0 cm (HxBxT) |
| Historie | Bauzeit / Neupreis | 1978 – 1980 / ca. 650,- DM pro Stück |
| Farben | Varianten | Nussbaum, Metallic-Silber, Metallic-Schwarz |