Sony MDS JA50ES
Sony MDS-JA50ES High End MiniDisc Recorder Erfahrungsbericht / Test: Ein massives Denkmal einer vergangenen Ära
Sony der 90er: Ein Schwachpunkt für jeden HiFi-Fan
Eigentlich gehören solche Geräte heute nicht mehr unbedingt in die Kategorie „Muss ich unbedingt haben“, doch wenn es um hochwertige Sony-Komponenten aus den 90er-Jahren geht, werde ich einfach schwach. Das liegt natürlich zum großen Teil an der schlichtweg perfekten Verarbeitung, die Sony damals an den Tag legte. Die MiniDisc war ursprünglich dazu angetreten, die klassische Kassette oder das DAT-Format abzulösen, konnte sich aber letztlich nie auf breiter Front durchsetzen. Obwohl Sony noch bis ins Jahr 2011 Endgeräte produzierte, versetzte der Siegeszug der MP3 dem Format am Ende den Todesstoß. Man braucht der MiniDisc zwar nicht wirklich nachzutrauern, aber fairerweise muss man sagen: Die Qualität der Geräte und auch der Discs selbst war eigentlich ausgesprochen gut.
Persönliche Einordnung: Zwischen Nostalgie und Fortschritt
Für mich persönlich war die MiniDisc nie eine echte Langzeit-Alternative; mit den bunten kleinen Discs konnte ich mich nie so recht anfreunden. Auch das Aufnehmen selbst – dieser Prozess, den man von der Kassette kannte – verlor für mich schnell seinen Reiz. Dank Napster und Co. war Musik plötzlich viel schneller verfügbar. Dennoch ist es irgendwie schade, denn Musik sollte eigentlich ein Genuss sein, vergleichbar mit einem guten Wein. Man sollte sie langsam und bewusst genießen und nicht einfach nur schnell „in sich hineinwürgen“.
Der JA50ES im Detail: Haptik und Klangexperimente
Diesen speziellen Recorder habe ich damals von einem Freund übernommen bzw. gegen ein anderes Gerät eingetauscht. Wie bereits erwähnt, ist die Verarbeitung hier absolut erstklassig. Man lässt das Gerät schon deshalb gerne laufen, um zuzusehen, wie die digitalen Lichter im Display zappeln. Die Aufnahmequalität selbst ist wirklich hervorragend. Manchmal hat man nach einer Aufnahme sogar den Eindruck, das Ergebnis klänge besser als die originale CD! Rein logisch ist das schwer zu erklären – oder vielleicht doch? Ein simpler Grund könnte eine etwas höher gesetzte Aufnahmelautstärke sein.
Besonders spannend fand ich die diversen Filterfunktionen des Sony. Eine davon hatte es mir besonders angetan: Hier hatte ich tatsächlich das Gefühl, die originale CD klanglich aufzuwerten, selbst wenn die Lautstärke exakt angepasst war. Der MDS-JA50ES ist das einzige MiniDisc-Modell, das mir wirklich gefallen hat und mit dem ich gerne experimentiert habe. Dennoch ist es für mich kein Gerät, das ich dauerhaft behalten möchte – ähnlich wie bei einem Kassettenrecorder. Für mich ist diese Zeit einfach vorbei; mich hat das komfortable Netzwerkstreaming schon vor langer Zeit erreicht. In diesem Sinne…
Gesamttabelle – Sony MDS-JA50ES
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Gerätetyp | High End MiniDisc Recorder (ES-Serie) |
| Wandler | A/D & D/A | A/D: 1-Bit Current Pulse | D/A: 1-Bit Delta-Sigma |
| Audio | Frequenzgang | 5 Hz – 20.000 Hz (+/- 0,3 dB) |
| Audio | Signalrauschabstand / Dynamik | > 108 dB / > 105 dB |
| Audio | Klirrfaktor | unter 0,002 % |
| Maße | Gewicht / Größe | 14,3 kg / 430 x 130 x 410 mm (BxHxT) |
| Historie | Baujahr / Neupreis | ab 12/1996 / ca. 3.100,- DM |
| Ausstattung | Besonderheiten | Champagner-Finish, Fernbedienung, diverse Digitalfilter |