Onkyo DTK 10 Takamine
Onkyo DTK-10 Takamine: Wenn Instrumentenbau auf High-End trifft – Erfahrungsbericht & Test
Einleitung: Eine außergewöhnliche Allianz
Wenn sich zwei Giganten ihres Fachs zusammentun, entsteht oft etwas Magisches. Onkyo, einer der weltweit profiliertesten Hersteller von Lautsprecherchassis, und Takamine, eine Legende im Bau von Weltklasse-Gitarren, haben ihre Kompetenzen gebündelt. Das Ziel war kein geringeres, als einen ultrakompakten Lautsprecher zu erschaffen, der nicht wie eine technische Box, sondern wie ein akustisches Instrument klingt. Die DTK-10 ist das Ergebnis dieser Kooperation, und ich kann euch sagen: Dieses Produkt sprengt alle Erwartungen, die man normalerweise an „Zwerge“ dieser Größe stellt.
Die Philosophie: Das Gehäuse als Resonanzkörper
In meiner langjährigen HiFi-Laufbahn bin ich immer wieder auf die zwei Grundsatz-Philosophien des Gehäusebaus gestoßen. Die meisten Hersteller versuchen, das Gehäuse komplett „tot“ zu machen – massive Wände, Verstrebungen, Bitumen. Alles soll still sein. Und dann gibt es die andere Seite: Das mitschwingende Gehäuse.
Dr. Gauder (Gauder Akustik) ist ein prominenter Verfechter der These, dass ein kontrolliert mitschwingendes Gehäuse den Klang bereichern kann. Sein Argument ist bestechend logisch: Wenn eine Gitarre oder ein Klavier durch die Schwingung des Holzes ihren Charakter erhält, warum sollte man das beim Lautsprecher komplett unterdrücken? Diesen Ansatz verfolgt die DTK-10 konsequent. Das Gehäuse besteht aus echtem Mahagoni, das von Takamine nach denselben strengen Kriterien ausgewählt und verarbeitet wird wie ihre berühmten Akustikgitarren.
Klangliche Einordnung: Jenseits der Physik
Ich habe schon viele Lautsprecher gehört, die bewusst mitschwingen, wie zum Beispiel die Bösendorfer VC7. Auch bei der Onkyo Takamine empfinde ich dieses Verhalten als absoluten Gewinn. Es erinnert mich an die Philosophie von Herr Kühn (Audioplan), der stets die goldene Mitte sucht: Weder ein Sarg noch eine wackelige Kiste, sondern ein lebendiger Körper.
Kommen wir zur Performance: Es wäre unrealistisch zu erwarten, dass eine Box mit der Grundfläche einer Postkarte tiefe Bässe in den Raum drückt. Wer das sucht, ist hier falsch. Aber was die DTK-10 in den Mitten und Höhen abliefert, ist schlichtweg atemberaubend. Die Präzision, die Schnelligkeit und die natürliche Wärme sind so beeindruckend, dass ich behaupte: Ich kenne keine andere Zweiwegebox dieser Größe, die hier auch nur ansatzweise mithalten könnte. Die Detailauflösung ist phänomenal, ohne jemals ins Analytische oder Kalte zu kippen.
Vertiefte Informationen: Die Technik hinter dem Holz
Was macht die DTK-10 so besonders? Es ist die Kombination aus Takamines Acoustic Acoustic Guitar Technology und Onkyos Chassis-Expertise.
- Das Gehäuse: Takamine nutzt eine spezielle Verstrebungstechnik (Bracing) im Inneren, um die Schwingungen des Mahagoniholzes zu steuern. Die Seitenwände sind extrem dünn, aber durch die interne Struktur so stabil, dass sie kontrolliert resonieren.
- Die Chassis: Onkyo setzt hier auf einen 10-cm-Monocoque-Tieftöner aus A-OMF (Advanced Onkyo Micro Fiber). Dieses Material ist extrem steif und leicht, was die Schnelligkeit der Box erklärt. Der Hochtöner ist eine Ringradiator-Konstruktion, die bis weit über 50 kHz hinaufreicht.
- Die Bassreflex-Öffnung: Diese ist als schmaler Schlitz (Aero Acoustic Drive) ausgeführt, um Strömungsgeräusche zu minimieren – ein Muss bei so kleinen Volumina.
Herausforderung: Die Suche nach dem Bass-Partner
Die Achillesferse der Takamine ist ihr natürliches Ende im Frequenzkeller. Sie schreit förmlich nach Unterstützung, aber hier liegt die Schwierigkeit: Einen Subwoofer zu finden, der schnell und präzise genug ist, um mit der extremen Geschwindigkeit der DTK-10 mitzuhalten, ist eine Mammutaufgabe. Die meisten Woofer wirken dagegen wie ein Klotz am Bein. Wer sie jedoch in einem kleinen Raum bis 20 qm wandnah betreibt, wird von der Homogenität überrascht sein.
Fazit: Ein musikalisches Juwel
Die Onkyo DTK-10 ist kein Consumer-Produkt von der Stange. Sie ist ein hochspezialisiertes Instrument für Feingeister. Hier trifft japanische Ingenieurskunst auf jahrzehntelanges Wissen im Instrumentenbau. Sie ist ein Paradebeispiel dafür, was möglich ist, wenn man Kompromisse über Bord wirft und Leidenschaft walten lässt. Ein Meisterwerk für kleine Räume und große Ohren! In diesem Sinne…
Gesamttabelle – Onkyo DTK-10 Takamine
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Bauart | 2-Wege Bassreflex (Instrumentenbau-Gehäuse) |
| Material | Gehäuse | Echtes Mahagoni (Takamine Fertigung) |
| Bestückung | Chassis | 10 cm A-OMF Tieftöner / 3 cm Ring-Hochtöner |
| Audio | Frequenzgang | 50 Hz – 100 kHz (beeindruckender Hochton) |
| Elektrik | Impedanz / Wirkungsgrad | 4 Ohm / 80 dB (benötigt stabile Verstärker) |
| Maße | Gewicht / Größe | 2,9 kg pro Stück / 13,3 x 27,6 x 22,0 cm (BxHxT) |
| Aufstellung | Empfehlung | Wandnah (Bass-Support), Räume bis ca. 20 qm |
| Besonderheit | Technologie | Aero Acoustic Drive, V-Line Edge Sicken |