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Burmester Twin CD 941

Burmester Twin CD 941 High End CD Player Erfahrungsbericht / Test: Berliner Chrom-Glanz mit Schattenseiten

Hallo und herzlich willkommen, meine lieben Leser! Heute möchte ich mit euch einen zwar älteren, aber dennoch akustisch hervorragenden CD-Player aus der Berliner Edelschmiede Burmester unter die Lupe nehmen: den Twin CD 941.

Aber bevor wir hier zur audiophilen Sache kommen, muss ich euch noch beiläufig mitteilen, dass meine bessere Hälfte gerade in der Küche Kohl kocht. Die ganze Bude stinkt zum Würgen. Ja, ja, ich weiß: Kohl ist super gesund, Vitamin C und so weiter. Und um ehrlich zu sein, freue ich mich sogar drauf, dieses „Teufelszeug“ nachher mit ordentlich Quark zu verschlingen. Dabei werde ich mir allerdings ganz fest vorstellen, es wäre ein saftiges Stück Rib-Eye-Steak… Man muss sich nur zu helfen wissen!

Burmester – Wenn der Name Programm ist

Aber kommen wir zurück zu den wirklich wichtigen Dingen des Lebens, weg von Kohldüften hin zu diesem wunderbaren CD-Player. Wobei „wunderbar“ hier fast ausschließlich auf den Klang bezogen ist. Denn, um es vorwegzunehmen: Der Twin CD 941 klingt einfach fantastisch! Dieter Burmester (R.I.P.) wusste einfach, wie man Geräte abstimmt. Aber abseits vom Klang gibt es an diesem Player Dinge, die mich nicht nur nicht vom Hocker reißen, sondern fast schon wütend machen.

Fangen wir mit dem Gewicht an: Er wiegt gerade mal schlappe 8 Kilo. Für ein High-End-Gerät dieser Preisklasse (und wir reden hier von Burmester!) fühlt sich das fast schon nach „Spielzeug“ an, wenn man es mit den Panzerschränken von Sony (ES-Serie) oder Accuphase vergleicht. Aber das Schlimmste ist die Schublade.

Das Schubladen-Desaster: Garagentor-Feeling in der Oberklasse

Leute, ich muss es so hart sagen: Die Lade ist laut. Und wenn ich laut sage, meine ich ein Geräusch, das eher an ein Garagentor erinnert als an präzise Feinmechanik. Das Öffnen und Schließen ist akustisch eine Zumutung. Das konnten Einsteigergeräte von Sony für 200 Mark damals schon deutlich geschmeidiger und leiser. Wenn ich viel Geld für High End ausgebe, will ich, dass die Lade wie auf einem Luftkissen gleitet und satt „Klack“ macht, nicht „Rrrtsch-Klong“.

Das „Twin“-Konzept: Innovation oder HF-Sünde?

Der Name „Twin“ kommt nicht von ungefähr. Burmester hatte damals die Idee, man könne optional einen Tuner (Radio) direkt in den CD-Player integrieren lassen. Ganz ehrlich? Ich finde das nicht schick. Ich finde das sogar fahrlässig. Ein Tuner arbeitet mit Hochfrequenz. So starke HF-Signale haben IN einem hochsensiblen CD-Player, wo feinste digitale Signale gewandelt werden, absolut NICHTS zu suchen. Jede Art von Einstreuung ist Gift für den Klang. Deshalb war und bin ich heilfroh, dass mein Exemplar keinen Tuner intus hatte. Purismus siegt immer.

Klanglich über jeden Zweifel erhaben: Ein Herz aus Gold

Klanglich jedoch… da muss ich den Hut ziehen. Im Inneren werkelt ein legendäres Philips CDM 9 Pro Laufwerk. Das ist eines der besten Laufwerke, die je gebaut wurden – langlebig, präzise, Glaslinse. Dazu gesellt sich ein fetter Philips Wandler. Die Abstimmung ist für mein klangliches Empfinden nahezu perfekt.

Der Burmester klingt super analog, hat diesen gewissen „Schmelz“, den viele moderne Player vermissen lassen. Dennoch ist er analytisch abgestimmt. Man hört das Atmen des Sängers, das Knarren des Klavierhockers, aber es nervt nicht. Der Player „grooved“ einfach toll. Er hat Rhythmus im Blut.

Technische Daten: Burmester Twin CD 941

Kategorie Technische Details
Laufwerk Philips CDM 9 Pro (Guss-Chassis, Glaslinse)
Wandler Selektierte 20-Bit-Wandler (Multibit)
Ausgänge Symmetrisch (XLR) & Unsymmetrisch (Cinch)
Digital-Eingänge AES/EBU (XLR) & S/P-DIF (Koax) – Fungiert als DAC!
Signal-Rauschabstand 107 dB (CD) / 112 dB (DAC)
Gewicht ca. 8 kg
Abmessungen 482 x 155 x 400 mm (B x H x T)

Das mackern.de Fazit: Liebe mit Hindernissen

Wäre da nicht diese laute, unwürdige Schublade, wäre der Burmester Twin CD 941 ein Gerät für die einsame Insel. Klanglich spielt er ganz oben mit. Aber mich stört die Haptik der Lade so stark, dass ich ihn niemals gegen meinen SACD-Player von Sony eintauschen würde. Wer aber über das Geräusch hinwegsehen kann und einen 941 zu einem fairen Kurs findet: Kaufen! Der Wandler allein ist das Geld wert.

In diesem Sinne…

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