Krell CD DSP
Krell CD-DSP High End CD Player Erfahrungsbericht / Test: Der digitale Hammer aus Connecticut
Bevor wir uns diesem wunderschönen, tonnenschweren Stück Ingenieurskunst widmen, muss ich mal kurz aus dem Nähkästchen plaudern. Ihr glaubt gar nicht, wie schwer es ist, immer wieder eine Einleitung zu finden, die euch nicht sofort ins Koma langweilt, sondern unterhält. Aber ich gebe mein Bestes und lasse euch an meinem privaten Wahnsinn teilhaben. Denn langsam aber sicher frisst sich das Thema HiFi und High End so tief in mein Gehirn, dass es meinen täglichen Wortschatz übernimmt.
Kein Witz: Wenn mir jemand im Alltag zu laut oder zu schrill wird, rutscht mir schon mal ein: „Hör mal auf, so Canton zu sein!“ raus. Oder wenn jemand eine Stimme hat, die zwar Volumen vortäuscht, aber keine Substanz hat: „Du klingst wie der typische Taunussound der 80er!“ Natürlich geht das auch positiv. Ich habe einen Bekannten – Hi Helmut, falls du das liest! – den nenne ich nur noch McIntosh. Warum? Weil der Kerl so unerschütterlich, akkurat und mit einer inneren Ruhe arbeitet, dass man blaue Augen (oder VU-Meter) bekommt. Ich könnte euch damit noch stundenlang zutexten, aber wir sind ja hier, um über amerikanisches Schwermetall zu reden.
Krell Audio: Wenn Ingenieure wütend werden
Kommen wir zur Sache: Krell Audio. Das ist nicht irgendeine Bude, das ist der Inbegriff von amerikanischem „Bigger is Better“. Gegründet 1980 von Dan und Rondi D’Agostino in Orange, Connecticut. Dan D’Agostino arbeitete als Ingenieur für andere HiFi-Firmen und war frustriert. Frustriert über den Rotstift, frustriert über Kompromisse, frustriert über „gut genug“.
Er hatte die Schnauze voll und wollte Verstärker und Player bauen, die Lautsprecher nicht nur antreiben, sondern dominieren. Der Name „Krell“ stammt übrigens von der hochtechnisierten Rasse aus dem Sci-Fi-Klassiker „Alarm im Weltall“ (Forbidden Planet). Das passt wie die Faust aufs Auge, denn die Technik war damals wie von einem anderen Stern. Krell war kompromisslos. Sie bauten den ersten CD-Player mit einer vollständig diskreten Ausgangsstufe (nix mit billigen Op-Amps!) und DACs, die Netzteile hatten, mit denen andere Firmen ihre Endstufen befeuern würden.
Der Krell CD-DSP: Ein Panzer im Smoking
Kommen wir zum Protagonisten. Der Krell CD-DSP. Wenn man dieses Gerät vor sich sieht, vergisst man schnell den heutigen Plastik-Schrott. Das Design ist typisch Krell: Grau, massiv, industriell, zeitlos. Es schreit nicht nach Aufmerksamkeit durch Bling-Bling, es fordert Respekt durch physische Präsenz.
Der Name „DSP“ ist hier Programm. Als das Gerät (ca. Anfang/Mitte der 90er) auf den Markt kam, war „Digital Signal Processing“ in dieser Qualität absolute Raketentechnik. Krell nutzte keine 08/15-Filterchips von der Stange. Nein, sie programmierten ihre eigenen digitalen Filter in Software. Das Ziel: Die Eliminierung von Zeitfehlern und digitalen Artefakten, bevor das Signal überhaupt den Wandler erreicht. Ein DAC mit echter 20-Bit-Auflösung und eine Stromversorgung, die so stabil ist wie ein Atomkraftwerk – jede Schraube flüstert hier „Ewigkeit“.
Klanglich eine Macht: Autorität und Kontrolle
Wie klingt so ein Dinosaurier heute? Ganz einfach: Er frisst moderne Streamer zum Frühstück. Der Krell CD-DSP ist ein Paradebeispiel dafür, was „Krell-Sound“ bedeutet:
- Auflösung: Er schält Details aus den CDs, die man vorher nie gehört hat. Aber nicht auf diese nervige, analytische Art – es ist eine natürliche, selbstverständliche Klarheit.
- Der Bass: Viele Player wummern vor sich hin. Der Krell packt den Tiefton und hält ihn fest. Er ist staubtrocken, geht abgrundtief runter und hat eine Kontrolle, die Gänsehaut verursacht.
- Dynamik: Wenn ein Orchester tutti spielt, knickt der Krell nicht ein. Er liefert Strom, er liefert Attacke. Das Signal steht wie eine Eins im Raum.
Technische Daten: Krell CD-DSP
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Digital-Analog-Wandler | 20 Bit Auflösung, proprietäre Krell-Software-Filter |
| Oversampling | 8-faches Oversampling |
| Klirrfaktor (THD) | 0,0025% |
| Digitale Ausgänge | Optisch (Toslink), Koaxial (RCA), AES/EBU (XLR) |
| Analoge Ausgänge | 1 x RCA, 1 x Symmetrisch XLR |
| Gewicht | 15,4 kg (Massivbauweise) |
| Abmessungen | 48,3 x 13,3 x 43,2 cm |
Das mackern.de Fazit: Ein Dinosaurier, der alles plattwalzt
Der Krell CD-DSP gehört zu den ganz starken Playern, die zeigen, dass die CD noch lange nicht tot ist. Er liefert eine Autorität, die modernen Playern oft fehlt. Wer so ein Gerät im guten Zustand auf dem Gebrauchtmarkt findet: Zuschlagen! Das ist HiFi-Geschichte, die man hören und fühlen kann. Ein Player für Männer, die keine Lust auf „Nettes“ Geplänkel haben.
In diesem Sinne…