Krell KSA i400
Krell KSA i400 High End Endstufe Erfahrungsbericht / Test:
Hier haben wir mal wieder so eine super teure Endstufe, die ich auf einer Messe ausführlich unter die Lupe nehmen konnte. Mit einem Preisschild von 49.000 Euro zieht die KSA-i400 sicherlich primär solvente Kundschaft an. Für mich wird so ein Gerät erst interessant, wenn es auf dem Gebrauchtmarkt landet. Doch angesichts der massiven Konkurrenz und Endstufen in derselben Preisklasse, die optisch um einiges ansprechender sind, bleibt diese Krell fragwürdig. Schaut euch nur mal diese blauen LED-Streifen in der Mitte an – was soll das? Billiger hätte man die Betriebsbeleuchtung kaum lösen können. Ansonsten ist sie Krell-typisch optisch absolut unspektakulär, sieht man mal von der schieren Größe ab.
Marketing-Check: Was ist hier „neuartig“?
Natürlich muss ich zugeben: 73 Kilo und 2 x 400 Watt Sinus in Class A können Männern feuchte Träume oder Bandscheibenvorfälle bescheren. Krell wirbt massiv mit der iBias-Technologie, die 400 Watt Class A ohne die typische Abwärme ermöglichen soll. Die Schaltung überwacht den Stromfluss und stellt sicher, dass dieser nie auf Null fällt. Krell nennt das „neuartig“.
Neuartig? Inwiefern? Meine fast 30 Jahre alte Stax DMA-X2 konnte das schon Anfang der 2000er! Auch Luxman hatte das in der Laboratory Serie bereits im Programm. Man hätte das Wort „neuartig“ im Werbetext einfach weglassen sollen, denn so revolutionär ist das Prinzip dann doch nicht. Wer mich hier korrigieren kann, darf sich gerne melden.
Klang und Realität
Klanglich macht so ein Bolide natürlich genau das, was er soll: Er verstärkt absolut kontrolliert mit einer wunderbaren Durchzeichnung. Aber machen wir uns nichts vor: Auch diese Endstufe wird es nicht schaffen, aus euren Medien mehr herauszuholen, als drauf ist. Wer glaubt, mit solchen Brechern eine schlechte Raumakustik oder miese Quellen zu kompensieren, dem ist nicht zu helfen. Mein Rat: Erst den Raum optimieren und vernünftige Streaming-Dienste (Tidal, Qobuz etc.) nutzen – Spotify ist klanglich im Vergleich leider miserabel!
Technische Daten:
| Kategorie | Spezifikation |
|---|---|
| Ausgangsleistung (8 Ohm) | 2 x 400 W RMS (Class A iBias) |
| Ausgangsleistung (4 Ohm) | 2 x 800 W RMS |
| Frequenzgang | 20 Hz bis 20 kHz (+0,1, -0,07 dB) |
| Signal-Rausch-Verhältnis | > 117 dBr (A-gewichtet) |
| Dämpfungsfaktor | 800 (bezogen auf 8 Ohm) |
| Gewicht | 73 kg (Netto) |
| Leistungsaufnahme | Max. 4.750 Watt |
| Maße (BxHxT) | 438 x 239 x 610 mm |
Fazit
Die Krell KSA-i400 ist ein Kraftwerk, keine Frage. Aber ob man für diese Optik und eine „neuartige“ Technik, die es so ähnlich schon vor 20 Jahren gab, fast 50.000 Euro ausgeben muss, bleibt jedem selbst überlassen. Klanglich spielt sie ganz oben mit, aber Wunder vollbringt sie keine – die Basis (Raum und Quelle) muss trotzdem stimmen.
In diesem Sinne…