Gryphon Apex Stereo
Gryphon Apex Stereo Endstufe Erfahrungsbericht / Test:
Überlege mir gerade, wie und wo ich anfangen soll. Denn so langsam gehen mir die Worte bezüglich High-End-Geräten und deren Preisgestaltung aus. Knappe 108.000 Euro für eine Stereoendstufe ist schon heftig! Wenn man unbedingt zwei von diesen Dingern als Mono-Paar haben will, legt man 214.000 Euro auf den Tisch. Wer so viel Geld für Endstufen hat, den juckt es wahrscheinlich auch nicht, nochmals Unsummen für die passende Vorstufe, Verkabelung und den Rest der Kette auszugeben.
Aber mal unter uns: Ich war schon in diversen Villen, in denen man den Reichtum riechen konnte – und keiner dieser Ultrareichen hatte solche Monster zu Hause stehen! Allerhöchstens Geräte von B&O. Ich frage mich wirklich, ob es für solch extreme Boliden überhaupt Kundschaft gibt? Ich hatte das Vergnügen, diesen Verstärker auf einer Messe zu hören: Vor Ehrfurcht versunken, fast geheult vor Freude – das waren die Gedankengänge, die durch mein Gehirn schossen. Doch dann fiel mir ein: Ich habe zu Hause zwei Stax DMA-X2 Monos. Ebenfalls unfassbare Monster. Aber mit ihren 100 Kilo als Paar sind sie im Vergleich fast schon „Leichtgewichte“ – die Apex Stereo bringt allein schon 202 kg auf die Waage. Eine kleine Randinfo für die echten Männer unter uns!
Technik der Superlative: True Dual Mono
Die Gryphon Apex Stereo ist eine kompromisslose Klasse-A-Endstufe. Sie verwendet eine vollständig symmetrische Dual-Mono-Schaltung, die Gryphon als „True Dual Mono“ bezeichnet. Unter der Haube arbeiten 64 Bipolar-Ausgangstransistoren und eine Kondensatorbank mit über 1 Farad Kapazität pro Kanal. Das Ziel: Absolute Stabilität und eine Stromlieferfähigkeit, die vor nichts zurückweicht – bis hinunter zu 1 Ohm Last.
Das Design stammt von Flemming E. Rasmussen, die Elektronik von Tom Møller. Jedes Detail, von den internen Silberkabeln bis hin zu den vierlagigen Leiterplatten mit 105 µm dicken Kupferbahnen, ist auf ein Ziel ausgerichtet: Die klangliche Perfektion.
Technische Daten:
| Kategorie | Spezifikation |
|---|---|
| Leistung (8 Ohm) | 2 x 210 W (Reine Klasse A) |
| Leistung (1 Ohm) | 2 x 1.490 W (Absolute Kontrolle) |
| Kapazität | 1.040.000 µF (> 1 Farad) |
| Frequenzgang | 0,3 Hz bis 330 kHz (-3 dB) |
| Ausgangsimpedanz | 0,015 Ω |
| Gewicht | 202 kg netto (Nur die Stereoendstufe!) |
| Maße (BxHxT) | 593 mm x 371 mm x 886 mm |
Klangcharakteristik: Transparenz und Urgewalt
Der Gryphon Apex ist bekannt für seine musikalische Transparenz und außergewöhnliche Dynamik. Er bietet eine unglaublich tiefe und kontrollierte Basswiedergabe, gepaart mit einer feinen Auflösung natürlicher Klangfarben. Er ist in der Lage, selbst feinste Mikro-Dynamiken präzise darzustellen. Die „Green Bias“-Einstellung erlaubt es zudem, den Ruhestrom automatisch oder manuell anzupassen, um die Wärmeentwicklung im Zaum zu halten, ohne den Klang zu opfern.
Fazit
Der Gryphon Apex ist ein Spitzenverstärker, der in puncto Leistung, Klangqualität und Verarbeitung neue Maßstäbe setzt. Wer das Beste vom Besten sucht und bereit ist, in kompromisslose Qualität (und ein neues Fundament für den Hörraum) zu investieren, findet hier sein Ziel. Es ist ein technisches Denkmal, das zeigt, was heute im Audiobereich machbar ist.
In diesem Sinne…