JBL L150A

JBL L150A

JBL L 150 A Erfahrungsbericht:

Wer glaubt beim L 150A einen Monitorlautsprecher zu erwerben der täuscht sich bis auf die Knochen. Aber wer sich spitzen Hifi-Lautsprecher anschaffen möchte und auf die Abhörcharaktersitik nicht verzichten kann, ist sicherlich mit der L150A bestens bedient. Seit einer guten Woche bin ich nun im Besitz der seltenen, schönen und gewaltigen Lautsprecher. Mit fast 37 Kilo pro Lautsprecher und einer Höhe von fast 107cm kein Leichtgewicht was erst so richt deutlich wurde, als die Bestien ins 4 Stock gehieft werden mussten. Aber nun gut, die Freunde über solche Raritäten beflügelt eben auch ohne Energygesöff!

Produktionsjahr sollte `82 gewesen sein und hatte einen Neupreis von über 5000DM für das Paar. Zu der Zeit eine ganze Stange Geld. JBL war für Europäer leider keine günstige Anschaffung. Import, MwSt, Einfurzoll etc. pp. Aber  wenn man sich heute die perfekte Verarbeitungsqualität anschaut und den hervorragenden Sound hört, bereut man sicherlich keinen Pfennig.

Über die Optik könnte man sicherlich streiten. Obwohl ich die L150A nicht für Schönlinge halte, so wirkt die gewaltige Erscheinung doch für das Auge ansprechend. Auf der Front sind 4 Chassis Montiert. Jeweils ein Hochtöner ( JBL 044), ein Mid ( JBL LE5-12), ein Bass ( JBL 128H) und ein passiver Bass erledigen ihre Arbeit  hervorragend. Aber den Sinn oder Unsinn eines passiven Basses bleibt sicherlich ebenfalls ein Punkt zur Streitigkeiten. Schliesslich ist der Schritt gewagt aber sehr gut von JBL gelöst bzw. bewältigt. Denn für eine “geschlossene” Box geht der Bass der L150A unglaublich tief ohne dabei Härte und Druck zu verlieren! Ich würde fast behaupten, dass die Meisten Hifi-Interessenten in den Genuss eines solchen Basses heute mit aktuellen Lautsprechern kaum noch kommen werden!

Die Voraussetzung für eine artgerechte Benutzung ist aber ein potenter Verstärker, schliesslich werden 200 Watt Sinus als minimun angegeben. Übertrieben hat JBL mit dieser Angabe nicht. Als erster Zuspieler musste sich ein Pioneer SA 9500 behaupten. Obwohl der SA 9500 ein solider und punchig spielender Verstärker ist, so blieb zumindest der Bassbereich der JBL unbeeindruckt. Später durfte sich ein Sansui Au 717 der Herausforderung stellen aber auch hier wollt`s erst ab 11 Uhr am Volumenregler Spaß machen. Als dritter im Bunde kam ein weiterer Neuzuwachs der 26 Kilo Sony TA-F830ES Verstärker zum Einsatz. Die Kombination gefiehl mir wesentlich besser weil die Sony mehr Strom liefern kann und somit der Hörspaß schon ab 08 Uhr am Lautstärkernregler los geht. Aber wer die JBLs so richtig aus der Reserve holen möchte, der braucht eine leistungsstarke- oder noch besser zwei- Endstufe(n). Wie gut das ich die Möglichkeit hatte, die JBL L150A mit 2 Harman Kardon PA 2400 Signatur Series hören zu können. Das ein leichtes Erdbeben auszulösen war, war nicht verwunderlich aber das es schon bei geringster Lautstärker einsetzt, hätte ich nicht für möglich gehalten.

Wenn man(n)`s aber nicht anders will, so wie ich, der drehe den Regler die Lautstärke auf 14 Uhr und hole sich den Zorn des Medezinmannes.

Eine gewaltige Spielweise macht noch lange keinen guten Lautsprecher aus. Alles muss stimmen; Räumlichkeit, Auflösung und und und. Wie ich schon im Eingang des Artikels erwähnt habe, spielt die L150A unglaublich tranzparent. Die Tiefenstaffelung ist perfekt und die Räumlichkeit ebenfalls.

Die Titanium Tweeter sind nicht zu vergleichen mit der  050ti welche in einer TI1000,Ti3000,Ti5000,L80MKII und L90 werkeln. Stellenweise finde ich die 050ti stressig. Sie ist zwingend vom Zuspieler( Verstärker ) abhängig aber nicht so beim o44 Hochtöner. Obwohl die Tweeter sehr hoch gehen bleibt`s wunderschön sauber ohne metallisch zu klingen auch mit “schwächeren” Verstärkern.

JBL hatte mit der L150A einen sehr guten Wurf, fantastische Lautsprecher die auch heute noch viele Herzen höher schlagen lassen.