Kenwood L1000M + L1000C

Kenwood L1000M + L1000C

Kenwood L-1000M + L-1000C High End Vor- und Endstufe Erfahrungsbericht / Test:

1990 besann sich Kenwood auf seine Wurzeln zurück und wollte aus dem 08/15-Konzept ausbrechen, indem die (zweite) hochwertige L-Serie vorgestellt wurde. Wenn ein Hersteller sich den Titel „08/15-Hersteller“ redlich verdient hat, wird es ziemlich schwer, sich davon zu befreien. Um es zu schaffen, muss nicht nur die Technik einen High-Ender bzw. HiFi-Freak begeistern, sondern auch die Optik muss einen vom Hocker reißen.

Auf Ersteres wurde penibel geachtet, denn was in der Vor- und Endstufe steckt, ist einfach nur phänomenal! Durchgängig symmetrische Schaltungstechnik, kanalgetrennter Aufbau: Linker und rechter Kanal sind räumlich getrennt. Die Ladeelkos haben eine Kapazität von 90.000 µF und entladen sich bei Bedarf blitzschnell! Wem das noch nicht reicht: 2x 210 Watt an 8 Ω, 2x 324 Watt an 4 Ω und 2x 465 Watt an 2 Ω – wohlgemerkt Sinusleistung! Mit seinen knapp 28 Kilo spielt die Endstufe definitiv in der Klasse der Schwergewichte mit!

Das sind technische Daten, die man erst einmal verdauen muss, oder?

Technik und Aufbau: Ein Fest für Puristen

Technisch und verarbeitungstechnisch hat Kenwood mit dieser tollen Kombination alles richtig gemacht. Die Anfassqualität ist ebenfalls über jeden Zweifel erhaben. Sobald der Deckel beider Geräte abgenommen wird, wird auch der letzte Zweifler eines Besseren belehrt. Bei der Vorstufe sind im Inneren ganze Batterien von Relais zu finden, die die Eingänge schalten – im Übrigen für jeden Signalweg ganze zwei! Soweit zur Technik.

Optisch sicherlich nicht schlecht. Aber warum Kenwood diesen Grauton der ersten L-Serie (L-09) übernommen hat, bleibt für mich zumindest ein Rätsel. Man hätte ruhig über seinen Schatten springen und die Kombination im Silber- oder Goldton anbieten können. Bitte nicht falsch verstehen, mir gefällt es – vor allem passt der warme Orangeton der Lämpchen super – aber dennoch hätte man wohl mehr Absatz erzielen können, wenn die Geräte in Silber oder Gold angeboten worden wären!

Klangcharakter: Neutralität mit Urgewalt

Wie schon bei der ersten L-Serie von Kenwood ist auch die zweite Serie meinen Ohren nach ziemlich neutral und zurückhaltend abgestimmt. Bei der Kombination bieten sich etwas spitzer abgestimmte Lautsprecher vorzüglich an. Wenn die Lautsprecher ebenfalls „englisch“ abgestimmt sind, könnte die Wiedergabe für den einen oder anderen zu neutral oder zurückhaltend wirken.

Mit einem Paar Enigmas oder meinen Coral DX 11 gab es jedenfalls keinerlei Kritikpunkte. Die Endstufe kann ordentlich Druck entfalten, staffelt sauber und lässt tiefste Bässe zu. Sollte man, wie ich, auf die Idee kommen, ein Paar Ecouton LQL 200 mit der Endstufe zu verbinden, sollte man unbedingt die Nachbarschaft warnen! Falls Gläser und Teller aus den Schränken fliegen, brauchen sie keine Angst zu haben – das bin ich und kein Erdbeben.

In diesem Sinne…

Technische Daten Endstufe L-1000 M:

Kategorie Spezifikation
Baujahre 1990 – 1995
Dauerleistung (8 Ohm) 2x 150W (Sinus) / 2x 210W (gemessen)
Dynamikleistung (2 Ohm) 2x 465W
Frequenzgang 5Hz – 100Khz (+0 / -3dB)
Signalrauschabstand 125dB (XLR) / 115dB (Cinch)
Gewicht 27,0 kg

Technische Daten Vorstufe L-1000 C:

Kategorie Spezifikation
Aufbau Vollständiger Doppel-Mono Aufbau
Eingänge Phono MM/MC, XLR In, Tuner, Aux, Tape
Ausgänge Pre Out (Cinch & XLR), Tape Rec Out
Klirrfaktor 0,003% (20Hz – 20Khz)
Gewicht 9,0 kg

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