Sonus Faber Domus Grand Piano
Sonus Faber Domus Grand Piano High End Lautsprecher Erfahrungsbericht / Test: Schönheit trifft auf Bassgewalt
Sonus Faber produziert seit 1980 Lautsprecher und konnte sich mit einer überragenden Verarbeitungsqualität und ihrem Design weltweit einen hervorragenden Ruf sichern. Selbst ich schielte immer in Richtung dieser Marke, nur waren die für mich interessanten Modelle einfach immer zu teuer. Ein guter Bekannter zog sich die hier beschriebene Sonus Faber aus der „Bucht“ und war klanglich kaum begeistert. Schlussendlich landeten die Lautsprecher in meiner Wohnung, um zu zeigen, was sie wirklich können.
Aufstellungsprobleme und Bass-Dominanz
Als die Lautsprecher bei mir aufgestellt waren, ließ ich Cassandra Wilson laufen und war mehr als enttäuscht: Außer Bassgewummere war anfänglich nichts wahrzunehmen! Ich spielte mit der Aufstellung, stopfte die Reflexrohre und versuchte verschiedene Maßnahmen, um den Lautsprechern etwas Freude abzugewinnen. Im Netz hieß es, die Lautsprecher müssten exakt auf Achse stehen, damit einem die Spucke im Hals stecken bleibt. Trotzdem blieb bei mir – trotz freier Aufstellung mit viel Platz zur Rück- und Seitenwand – vor allem eines: massives Dröhnen.
Ich muss gestehen, dass die Klangqualität der Box extrem mit der Aufnahmequalität und der angeschlossenen Elektronik wächst. Die Domus Grand Piano mag keine schlechten Aufnahmen und keine „Consumer-Verstärker“. Sie hat damit leider alles, was ich an Klangmöbeln eigentlich nicht mag.
Die Einspielphase und das klangliche Fazit
Ich ließ mir Zeit und beheimatete die SF sagenhafte drei Wochen bei mir. Von Tag zu Tag wuchsen die Lautsprecher über sich hinaus. Es stellte sich heraus, dass der Vorbesitzer sie seit 2007 fast gar nicht betrieben hatte – sie waren schlichtweg nicht eingespielt! Nach zwei Wochen spielten sie dann wirklich gut auf. Die Mitten sind super und der Ringradiator-Hochtöner konnte endlich beweisen, was er kann.
Dennoch blieben die Bassprobleme präsent. Die Stimmen von Diana Krall oder Cassandra Wilson waren mir einfach „zu viel des Guten“. Die Sonus Faber Domus ist ein wunderschöner Lautsprecher, die Verarbeitung ist allererste Sahne – so viel Qualität gibt es kaum bei einem anderen Hersteller. Dennoch ist Schönheit nicht alles. Klanglich ist sie absolut nicht mein Fall und für mich keine Alternative, selbst nicht zu einer Dynaudio Contour 1.8 MK II. Aber wie so oft bleibt es Geschmackssache. In diesem Sinne….
Gesamttabelle – Sonus Faber Domus Grand Piano
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Bauart | 3-Wege Standlautsprecher, Bassreflex (Frontöffnung) |
| Bestückung | Chassis | 25mm Ringradiator, 150mm Mitteltöner, 180mm Tieftöner |
| Gehäuse | Design | Lautenform (Cremona-Linie), Leder / Klavierlack-Schwarz |
| Frequenzen | Übergangsbereiche | 400 Hz / 3600 Hz (Filter 1. Ordnung) |
| Wirkungsgrad | Empfindlichkeit | 90 dB SPL |
| Elektrik | Impedanz | 4 Ohm |
| Maße | Größe (H x B x T) | 106,0 x 20,5 x 31,0 cm |
| Konstruktion | Besonderheit | Entkoppelte Seitenpanele zur Resonanzkontrolle |