Revox H5
Revox H5 Vollverstärker Erfahrungsbericht / Test: Minimalismus trifft Schweizer Präzision
Revox ist wohl einer der wenigen HiFi-Hersteller, die im Laufe ihrer Karriere so viele unterschiedliche Designs herausgebracht haben. Ob das der Schlüssel zu ihrem langen Überleben war, oder vielleicht doch die herausragende Technik oder das geschickte Marketing – das sei dahingestellt. Fakt ist: Sobald ich Revox-Geräte entdecke, sei es in Anzeigen oder auf Flohmärkten, schlägt mein Herz höher.
Vor einiger Zeit konnte ich eine komplette Anlage aus der H-Serie erwerben, habe mich aber entschieden, zunächst nur den H5 Vollverstärker genauer unter die Lupe zu nehmen.
Design und innerer Aufbau
Optisch ist der H5 sehr minimalistisch gehalten. Die zwei schwarzen Fenster in der Mitte der Front erschließen sich mir jedoch nicht wirklich. Man hätte das linke Fenster nutzen können, um beispielsweise die Pegelanzeige numerisch oder die Ausgänge digital darzustellen. Insgesamt spricht mich das Design nicht besonders an, obwohl es durchaus harmonisch wirkt.
Was die äußere Verarbeitung betrifft, hinterlässt der Verstärker einen hochwertigen Eindruck. Das Innenleben finde ich hingegen weniger beeindruckend; es erinnert mich eher an Mittelklasse-Verstärker von Marken wie Yamaha oder Onkyo. Positiv hervorzuheben sind jedoch der gekapselte Ringkerntransformator und die großen blauen Ladeelkos – diese Details unterscheiden den H5 zumindest optisch von der breiten Masse der Mittelklasse.
Klangliches Urteil
Aber Revox wäre nicht Revox, wenn sich hinter dem schlichten Äußeren nicht doch etwas Besonderes verbergen würde, oder? Leider konnte mich der H5 klanglich nicht vollends überzeugen. Er spielt zwar neutral, was meinem Geschmack durchaus entspricht, klingt jedoch stellenweise zu steril. Die Emotionen, die ich beispielsweise noch von Klassikern wie dem B750 oder B780 kenne, fehlen hier leider.
Doch Geschmäcker sind bekanntlich verschieden: Was mir zu nüchtern erscheint, mag anderen aufgrund der hohen Neutralität umso mehr zusagen. In diesem Sinne…
Gesamttabelle – Revox H-5
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Leistung (DIN) | Dauerleistung 8Ω / 4Ω | 85 W / 110 W |
| Audio-Werte | Frequenzgang / THD | 20 Hz – 20.000 Hz / < 0,1% |
| Signalrauschabstand | Hochpegel / Phono | > 90 dB / > 70 dB |
| Phono-Eingang | Anpassbarkeit | 1,5…7 mV an 25 / 50 / 100 kΩ umschaltbar |
| Anschlüsse | Vielfalt | 8 Eingänge (Tuner, 2x Aux, 2x Tape, Phono, Pre-Out, Main-In) |
| Maße | Gewicht / Größe | 13,0 kg / 47,2 x 10,1 x 38,8 cm (BxHxT) |
| Stromversorgung | Leistungsaufnahme | 600 Watt (Maximal) |
| Historie | Bauzeit / Herkunft | 1991 – 1994 / Deutschland & Schweiz |
Moin,
Ich besitze sowohl den H5 als auch den baugleichen B25.
Beide wurden einer umfassenden Revision unterzogen, inklusive Tausch der Ladeelkos auf 2.000uf mit 80V.
Beide Trafos sind nicht in der Sättigung, die Verstärker sind gut durchdacht.
Bei mir spielen sie nach erfolgter Revision absolut neutral mit einer großen Bühnendarstellung und trockenen, präzisen kräftigen Bass, wenn es das Ausgangsmaterial fordert.
Sehr gute Verstärker, präzise wie ein Laborgerät, meine Empfehlung.
Denn ein Verstärker sollte Signale verstärken und nicht verbiegen!