Technics SU V8X
Technics SU V8X Vintage Vollverstärker Erfahrungsbericht / Test: Ein musikalisches Kraftpaket mit Herz
Rückblick auf eine besondere Entdeckung
Es ist schon eine Weile her, dass ich die Flohmärkte in meiner Umgebung besucht habe. In den Märkten rund um Stuttgart gibt es kaum noch Schätze, die die Mühe des Mitnehmens rechtfertigen würden. Doch an einem sonnigen Tag entschloss ich mich, einen wenig frequentierten Gebrauchtwarenmarkt zu besuchen. Eigentlich war ich auf der Suche nach Videospielen für meine Kinder, doch dann entdeckte ich in einer Kiste den Technics SU-V8X.
Er war in einem optisch tadellosen Zustand. Die Verkäuferin erzählte mir wehmütig, dass dies ihr erster eigener Verstärker aus der Studentenzeit war. Da sie mir sympathisch war und ich den Wert des Gerätes schätzte, gab ich ihr das Zehnfache ihres geforderten Preises von 10 Euro. Schöne Erinnerungen und ein faires Miteinander sind manchmal eben mehr wert als reines Geld.
Der SU-V8X: Meisterwerk der Konstruktion
Der Technics SU-V8X gefällt mir nicht nur optisch, sondern auch in seiner Verarbeitung hervorragend. Die Schalter und Regler sind intuitiv angeordnet und rasten mit einer angenehmen Haptik ein. Im Inneren offenbart sich ein aufgeräumtes Bild mit einem gekapselten, massiven Transformator, der die nötigen Kraftreserven bereitstellt.
Zu dieser Zeit nutzte ich als Referenz einen originalen Marantz PM 15 (den UR-Klassiker mit über 30 Kilo). Der Technics musste sich also gegen einen wahren Giganten behaupten. Es wäre nicht fair zu sagen, der Marantz hätte den kleinen Technics einfach deklassiert. Vielmehr zeigte der V8X, dass er klanglich extrem musikalisch und rund spielt. Er lässt die nötige Neutralität nicht vermissen und erfüllt genau das, was ein wirklich guter Verstärker leisten sollte.
Klangliche Leistung im Vergleich
Natürlich gibt es physikalische Grenzen: Sobald ich leistungshungrige Lautsprecher wie meine Dynaudios anschloss, kam der Technics bei komplexen Musikpassagen an seine Grenzen und konnte nicht ganz mit der unbändigen Kraft des großen Marantz mithalten. Dennoch brachte er den 30-Kilo-Riesen bei manchen Lautsprecherkombinationen durchaus ins Schwitzen. Angesichts der aktuellen Gebrauchtpreise zwischen 70 und 160 Euro ist der SU-V8X ein absolutes Schnäppchen.
In diesem Sinne…
Gesamttabelle – Technics SU-V8X
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Leistung (8 / 4 Ohm) | Dauerleistung (20-20.000 Hz) | 2 x 120 Watt (RMS) |
| Audio-Präzision | Gesamtklirrfaktor | 0,001 % |
| Frequenzgang | Hochpegel / Phono | 0,7 Hz – 140 kHz (-3 dB) / RIAA ±0,5 dB |
| Signalrauschabstand | SNR (Hochpegel) | 94 dB |
| Phono-Sektion | MM / MC | MM: 2,5mV (47kΩ) / MC: 170µV (220Ω) |
| Features | Klangregelung / Filter | Bass/Höhen (Frequenz wählbar), Subsonic (30Hz), Mute, Direct |
| Maße | Gewicht / Größe | 13,1 kg / 43,0 x 14,2 x 38,0 cm (BxHxT) |
| Stromversorgung | Leistungsaufnahme | 670 Watt (Maximal) |
Da geht noch deutlich mehr. Elkotausch (vor allem die großen 4) und Rausräumen von Bauteilen mit denen die Eingänge der Europa-Version zugekleistert wurden (auf Stand des US Modells gem. Servicemanual umrüsten). Die Phono-Eingänge gewinnen neben dem Entfernen der dicken Drosseln an den Eingangsbuchsen weiter, wenn ein LME49860 statt des JRC Opamps reinkommt (8-pin DIL Doppel-OP). Achtung: keine Opamps versuchen, die nur mit 16 oder 18V laufen, der Phonoeingang des SU-V8x hat +/- 22V. Nicht viel Arbeit, dann gut Hör!
danke für den tollen Tipp. Für einen Techniker oder jemand der mit dem Lötkolben umgehen kann und Schaltpläne lesen kann, sicherlich interessant.