Sony CDP XA7ES

Sony CDP XA7ES

Sony CDP-XA7ES Erfahrungsbericht / Test: Der letzte Samurai mit dem Puck

Wenn wir über Sony ES reden, dann reden wir über eine Ära, in der Controller noch keine Rotstifte, sondern Samurai-Schwerter trugen, um alles wegzuschneiden, was nicht nach Perfektion aussah. Ich mache keinen Hehl daraus: Sony ES Geräte sind für mich der Inbegriff von japanischem High-End. Egal ob Verstärker oder CD-Player, wenn dieses goldene „ES“ (Elevated Standard) auf der Front prangt, weiß man, dass man Masse und Klasse bekommt.

Der hier besprochene Sony CDP-XA7ES ist allerdings nicht einfach nur irgendein Player. Er markiert eine Zeitenwende. Er ist der direkte Nachfolger der legendären Panzerkreuzer CDP-X779ES und CDP-X707ES. Und genau hier scheiden sich die Geister der Sony-Jünger: Die einen trauern der alten, extrem breiten und kantigen Bauweise mit den seitlichen Holzwangen nach. Die anderen – und dazu zähle ich mich – feiern den XA7ES als die Krönung der CD-Entwicklung, bevor die SACD alles veränderte.

Die Revolution: Fixed Pickup Mechanism

Obwohl er in der breiten Masse weniger bekannt ist als seine Vorgänger, führte Sony hier eine Technologie zur Perfektion, die sie bereits 1982 eingeführt hatten, aber erst jetzt so richtig in Szene setzten: Den Fixed Pickup Mechanismus.

Was heißt das für uns Technik-Nerds? Normalerweise bewegt sich der Laser auf einem Schlitten von innen nach außen, während die CD sich dreht. Beim XA7ES ist das anders: Der Laser (KSS-273A) ist fest fixiert – wie ein Fels in der Brandung. Stattdessen bewegt sich der gesamte Spindelmotor mit der CD am Laser vorbei. Das Ergebnis? Weniger Vibrationen, weniger Jitter, mehr Präzision.

Das Puck-Ritual: Haptik für Genießer

Aber lassen wir die Theorie. Was diesen Player so unfassbar sexy macht, ist die Lade. Wenn man auf „Open“ drückt, fährt die Schublade fast lautlos und satt wie ein Tresor aus. Und dann sieht man ihn: Den Puck. Man legt die CD nicht einfach ein. Nein, man zelebriert es. CD rein, den schweren Textalium-Puck (ein Stabilizer-Gewicht) oben drauflegen. Das hat etwas vom Auflegen einer Vinyl-Platte. Es ist ein haptischer Genuss, der das digitale Medium „CD“ plötzlich wieder wertig erscheinen lässt. Ein wahrer Augenschmaus!

Design und Verarbeitung: Ein Block für die Ewigkeit

Nicht nur das Laufwerk, auch die Optik wurde grundlegend geändert. Der XA7ES hat das Laufwerk zentral (endlich Symmetrie!), die Ecken sind oben leicht abgerundet, was ihm eine modernere, aber immer noch massive Erscheinung gibt. Wir könnten jetzt stundenlang diskutieren, welcher CD-Player der schönere ist. Die alten 707er wirken wie militärisches Gerät, der XA7ES wirkt wie ein Präzisionsinstrument aus der Raumfahrt. Sony hat sich hier optisch deutlich von der Konkurrenz abgehoben. Stellt diesen Player mal neben einen damaligen Denon oder Pioneer. Der Sony wirkt eigenständig, stolz und unzerstörbar. Das „Frame and Beam“ Chassis sorgt dafür, dass Resonanzen keine Chance haben. 15 Kilogramm Lebendgewicht sprechen eine deutliche Sprache.

Klang: Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit

Kommen wir zum Klang. Und hier liefert der Sony genau das, was Fans der Marke lieben und Kritiker manchmal als „kühl“ bezeichnen: Absolute Neutralität. Der XA7ES fügt nichts hinzu und lässt nichts weg. Er spielt extrem differenziert, löst feinste Details auf und hat eine Basskontrolle, die ihresgleichen sucht. Im Vergleich zu den älteren Modellen wirkt er vielleicht noch eine Spur spritziger, dynamischer. Er hat diesen typischen „Sony-Punch“. Wenn auf der Aufnahme Bass ist, dann knallt er trocken in den Raum. Wenn da Raum ist, dann spannt er ihn auf.

Ich habe wirklich schon viele Player hier gehabt – von Accuphase bis Wadia – aber immer wieder schließe ich meine Sony-Player an und bin „zuhause“. Es ist dieser unaufgeregte, souveräne Klang, der mich überzeugt.

Ein kleiner Wermutstropfen

Wo viel Licht ist, ist auch ein kleiner Schatten. Was mir beim XA7ES wirklich fehlt, ist die Flexibilität, die einige Konkurrenten damals schon boten. Ich schaue da neidisch rüber zum TEAC VRDS-25x. Der Teac lässt sich als reiner D/A-Wandler nutzen. Man kann also seinen Streamer dranhängen und den tollen internen Wandler nutzen. Das kann der Sony leider nicht. Er ist ein reiner CD-Player. Seine fantastischen Current Pulse D/A-Wandler bleiben exklusiv der CD vorbehalten. Das ist in der heutigen Zeit schade, aber verzeihlich, wenn man bedenkt, dass dieses Gerät gebaut wurde, als Streaming noch Science-Fiction war.

Fazit

Der Sony CDP-XA7ES ist ein Monument. Er ist der letzte große „reine“ CD-Player von Sony, bevor der SCD-1 mit SACD kam. Wer einen perfekt erhaltenen XA7ES mit intaktem Laser findet (Achtung: Ersatzlaser KSS-273A sind Goldstaub!): Kaufen! Es ist HiFi-Geschichte zum Anfassen, die auch heute noch 99% aller modernen Plastik-Player an die Wand spielt. In diesem Sinne…


Gesamttabelle – Sony CDP-XA7ES

Kategorie Merkmal Daten / Beschreibung
Prinzip Laufwerkstyp Fixed Pickup Mechanism (Fester Laser, bewegter Motor)
Wandler D/A-Wandlung Current Pulse D/A-Converter
Audio SNR / Dynamik 119 dB / 100 dB
Audio Klirrfaktor (THD) 0,0015 % (EIAJ)
Ausgänge Analog RCA (Fixed & Variable), Balanced XLR (5V)
Ausgänge Digital Koaxial (0,5V p-p), Optisch (-18dBm)
Maße Gewicht / Größe 15,0 kg / 43,0 x 12,5 x 37,5 cm (B x H x T)
Historie Neupreis / Baujahr ca. 4.000 DM / ab 1994

Möchtest Du Deinen Sony CDP-XA7ES klanglich voll ausreizen oder suchst Du passendes Zubehör? Schau mal bei Aliexpress vorbei – dort findest Du oft hochwertige XLR-Kabel für den symmetrischen Anschluss an Deine Endstufe, massive Dämpferfüße zur weiteren Resonanzoptimierung oder spezielle Reinigungs-Kits für die Linse Deines legendären Fixed-Pickup-Lasers!