Linn AV 5140
Linn AV 5140 High End Lautsprecher Erfahrungsbericht / Test: Britische Magie gegen jede Logik
Manchmal weiß ich wirklich nicht, was ich über die Marke Linn denken soll. Eigentlich haben die meisten Linn-Geräte genau die Art und Weise an sich, die ich bei HiFi-Geräten eigentlich gar nicht abhaben kann. Schaut euch doch mal nur den älteren Netzwerkplayer Linn DS an – und zwar nackt, ohne Deckel! In dem Gerät ist nur eine mickrige Platine verbaut und der komplette Rest des Innenraums ist schlicht mit Luft gefüllt. Doch was dieser Netzwerkplayer an Klang von sich gibt, ist schlichtweg nicht von dieser Welt.
Oder nehmt diesen gerade einmal 6 Kilo leichten Linn Movie Di 5.1 Surround Receiver. Was sind schon 6 Kilo? Aber auch hier gilt das Gleiche: Ein Stereosound, bei dem einem die Spucke wegbleibt. Deshalb schaue ich einer Anschaffung, wenn es um Linn geht, eigentlich immer sehr gelassen entgegen. So war es natürlich auch bei der AV 5140 von Linn! Die Lautsprecher hatte ich von einem Flohmarkt-Verkäufer angeboten bekommen, der mit der Bezeichnung AV 5140 absolut nichts anfangen konnte. Wenn er bloß mal den winzigen Aufdruck mit der Aufschrift LINN gesehen hätte, wäre der Anschaffungspreis wohlmöglich deutlich höher ausgefallen.
Passiv vs. Aktiv: Die Aufstellung ist entscheidend
Wie bei fast allen Linn-Lautsprechern kann man auch die 5140 vollaktiv betreiben. Das bedeutet, den Hochtöner, die Mitten und die Bässe mit jeweils eigenen Endstufen anzusteuern. Linn hat da auch sehr gute Lösungen parat, wie etwa Aktivkarten, die man direkt in den entsprechenden Endstufen montieren kann. Doch ich habe meine AV 5140 erst einmal klassisch passiv an einem Audionet SAM Vollverstärker betrieben.
Hörraumbedingt mussten die Lautsprecher bei mir zunächst völlig frei stehen, also mit ca. 1,5 Metern Abstand zur Rückwand. Die Tweeter und die Mitten waren dabei absolut zum Dahinschmelzen – eine unglaublich gute Transparenz und Durchhörbarkeit. Doch die Bässe waren überhaupt nicht da! Ich dachte daher schon ernsthaft, sie seien defekt oder dergleichen. Doch ein Blick in die Bedienungsanleitung brachte die schnelle Aufklärung: Die 5140 müssen zwingend ziemlich wandnah aufgestellt werden, damit überhaupt Lust am Bass aufkommt. Gesagt, getan!
Klangwunder mit Keramik-Hochtöner
Alter Schwede, sage ich da nur! So viel Emotion in der Musik hatte ich wirklich selten erlebt! Unglaublich, was die Dinger leisten können. Das sind genau die richtigen Lautsprecher für diejenigen, die ihre Speaker unbedingt direkt an die Wand stellen müssen. Über das Aussehen kann man sicherlich streiten, für mich sind sie nicht unbedingt schön. Die Verarbeitung ist okay, aber auch nicht mehr. Dafür ist der Hochtöner aus Keramik gefertigt und macht wirklich einen Heidenspaß! Für mich jedenfalls war das eine echte Überraschung. In diesem Sinne…
Gesamttabelle – Linn AV 5140
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Bauart | 3-Wege Standlautsprecher (Passiv/Aktiv fähig) |
| Audio-Werte | Frequenzgang | 30 Hz – 20 kHz ± 3 dB |
| Wirkungsgrad | Empfindlichkeit | 90 dB (1W / 1m bei 1 kHz) |
| Elektrik | Impedanz / Leistung | 4 Ohm / ab 60 Watt Verstärkerleistung |
| Anschluss | Optionen | Single-, Bi-, Tri-Wiring / Bi- & Tri-Amping |
| Bestückung | Besonderheit | Keramik-Hochtöner für hohe Transparenz |
| Maße | Gewicht / Größe | 21,5 kg pro Stück / 98,0 x 23,5 x 32,0 cm |
| Gehäuse | Volumen / Finish | 42 Liter / Black Ash oder American Cherry |