Pioneer D23
Pioneer D-23 aktive Frequenzweiche Erfahrungsbericht / Test: Ein Meisterwerk der analogen Trennung
Wenn wir über Pioneer sprechen, dann gibt es viele gute Serien. Es gibt die blaue Serie (Fluoroscan), die viele lieben. Es gibt die edle Urushi-Serie mit ihrem Klavierlack-Charme. Aber wenn wir ehrlich sind, gibt es für den wahren High-End-Kenner nur einen wahren Olymp: Die Pioneer Serie 20.
Diese Serie steht für mich unbestritten für höchste Qualität, für kompromisslosen Maschinenbau und für eine Ästhetik, die „Form follows Function“ perfekt verkörpert. Im Vergleich dazu wirken die anderen Serien fast schon wie Spielzeug. Wenn ich an Modelle wie die Class-A Endstufe M-22, die gigantische M-25 oder die puristische Vorstufe C-21 denke, wird mir nicht nur warm ums HiFi-Ohr – da bekomme ich feuchte Hände. Das ist japanischer Maschinenbau in seiner reinsten Form: Massives Aluminium, keine unnötigen Spielereien, nur Performance.
Mehr als nur ein Filter: Die D-23
In diesem elitären Kreis ist die Pioneer D-23 nicht einfach nur irgendein Baustein. Sie ist das Gehirn für die ganz großen Anlagen. Wir sprechen hier nicht von einer einfachen Weiche, sondern von einer aktiven Frequenzweiche der Spitzenklasse, die umfangreiche Möglichkeiten bietet, um Lautsprecherchassis perfekt anzu-steuern. Wer dieses Gerät nutzt, hat sich vom passiven Lautsprecherbau verabschiedet und betreibt „Multi-Amping“ – also eine Endstufe pro Chassis (oder Weg).
Die D-23 bietet eine Spielwiese für Perfektionisten: Anpassung von Frequenzübergängen in feinsten Stufen, Regulierung der Lautstärke der einzelnen Endstufen und – ganz wichtig – die Einstellung der Steilheit der Übergangsfrequenzen (6, 12 oder 18 dB). Unter den Geräten der Serie 20 ist die D-23 heute besonders begehrt und gehört zu den meistgesuchten Modellen. Warum? Weil es kaum noch analoge Frequenzweichen gibt, die diese Haptik und diese Verarbeitungsqualität bieten.
Ein Geständnis: Besessen, aber nie gefordert
Ich muss an dieser Stelle ehrlich sein – und das gehört bei mackern.de dazu: Ich habe diese bemerkenswerte Frequenzweiche damals zusammen mit meiner M-22 und C-21 erworben. Sie stand da, ein Monument aus silbernem Metall, voller Regler und Buchsen. Ein haptischer Traum. Doch genutzt oder ausgiebig getestet habe ich sie nie.
Warum? Weil der Aufwand, eine vollaktive 4-Wege-Kette aufzubauen (man bräuchte im Extremfall vier Stereo-Endstufen!), selbst meinen Rahmen sprengte. Daher kann ich leider nichts aus erster Hand über ihre spezifischen klanglichen Eigenschaften im Aktiv-Betrieb berichten. Sie war in meinem Regal eher eine Trophäe, ein Beweis dafür, was Pioneer damals bauen konnte.
Lohnt sich die Suche?
Ich wage jedoch zu bezweifeln, ob man sich Sorgen um den Klang machen muss. Die Hauptaufgabe der D-23 ist es, das Signal zu splitten und dabei so neutral wie möglich zu bleiben. Und wenn sie auch nur annähernd so gut konstruiert ist wie die passende C-21 Vorstufe (und davon ist auszugehen), dann ist sie über jeden Zweifel erhaben. Sie fügt nichts hinzu, sie nimmt nichts weg – sie verteilt nur.
Das Problem heute ist der Preis. Leider ist die D-23 absolut nicht mehr günstig zu erwerben. Sammler wissen um ihren Wert. Aber: Selbst moderne analoge Frequenzweichen (wie etwa von Accuphase oder Marchand), die vergleichbare Leistungen und diese Verarbeitungsqualität bieten, kosten oft das Dreifache oder Vierfache. Wer also den Traum vom aktiven Lautsprecher träumt und auf Vintage-Charme steht, kommt an der D-23 kaum vorbei.
In diesem Sinne: Ein Hoch auf das schwere Eisen aus Japan!
Hier gibt es weitere Infos: KLICK!
Gesamttabelle – Pioneer D-23 (Serie 20)
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Typ | Elektronische aktive 4-Wege Frequenzweiche |
| Audio-Werte | Frequenzgang / SNR | 10 Hz – 100 kHz (+0/-1 dB) / 100 dB |
| Präzision | Klirrfaktor (THD) | 0,005% (20 Hz – 20 kHz) |
| Filter-Settings | Flankensteilheit | Wählbar: 6 dB, 12 dB oder 18 dB / Oktave |
| Trennfrequenzen | Bereiche | Low/Mid/High (63 Hz bis 16 kHz in feinsten Stufen) |
| Bauweise | Gewicht / Material | 8,7 kg / Massives Aluminium (Serie 20) |
| Historie | Baujahre / Neupreis | 1976 – 1983 / ca. 1.900,- DM (1979) |
| Ausgänge | Konfiguration | Low, Mid-Low, Mid-High, High (getrennt regelbar) |