KEF Q900

KEF Q900

KEF Q900 Standlautsprecher Erfahrungsbericht / Test: Britische Spielfreude mit Ecken und Kanten

Einleitung: Ein erster Blick auf die weiße Pracht

Vor einigen Tagen hatte ich das Vergnügen, mir die KEF Q900 einmal genauer anzuschauen und natürlich auch anzuhören. Wenn man direkt vor diesen Lautsprechern steht, muss man unumwunden zugeben: Die Optik ist wirklich bezaubernd. Besonders in der hellen Ausführung machen sie ordentlich was her. Wer allerdings der Unterstellung erliegt, dass KEF mit den auffälligen weißen Chassis eine Art Keramik-Look imitieren will, der täuscht sich gewaltig. Die Q900 ist natürlich auch in klassischem Schwarz erhältlich, und dort präsentieren sich die Membranen – na, wer kann es erraten? – natürlich in einem schlichten Grau. Das Design ist modern, klar strukturiert und fügt sich wunderbar in zeitgenössische Wohnräume ein.

Verarbeitung und Haptik: Ein ehrliches Paket

Die Verarbeitung mutet insgesamt wunderbar an. Es ist zwar so, dass man dem Lautsprecher seine Preisklasse beim reinen Betrachten nicht unbedingt auf den ersten Blick ansieht, aber spätestens beim ersten Anheben spürt man die Substanz. Mit über 22 Kilogramm pro Stück stehen die Säulen solide im Raum. Man bekommt hier für sein Geld einen reellen Gegenwert geboten – in dieser Preisregion ist die haptische Qualität absolut gerechtfertigt und lässt kaum Raum für ernsthafte Kritik.

Klangliche Performance: Spielfreude trifft auf Kompromisse

Klanglich hat mich die Q900 durchaus positiv überrascht. Sie spielt überraschend gefällig auf, musiziert wunderbar flüssig und macht beim Zuhören schlichtweg Spaß. Es ist ein Lautsprecher, der nicht versucht, den Hörer mit kühler Analytik zu verschrecken, sondern eher zum Verweilen einlädt. Doch wie so oft im Leben gibt es auch hier Schattenseiten. Der Hochtonbereich ist für meinen persönlichen Geschmack einfach nicht sauber genug gezeichnet. Wenn man eine Dynaudio X32 zum direkten Vergleich danebenstellt, versteht man sofort, was ich meine: Die Brillanz und die Feinzeichnung der Dynaudios bleiben hier unerreicht.

Was jedoch den Tiefton angeht, so hätte sich die kleine Dynaudio X32 ruhig eine Scheibe von der KEF abschneiden können. Im Bassbereich spielt die Q900 für meine Ohren eine Spur genauer, trockener und mit deutlich mehr Autorität. Dennoch muss ich im Großen und Ganzen sagen, dass auch die Q900 keine Lautsprecher für mich dauerhaft wären. Obwohl sie gefällig klingen, sind sie mir letztlich doch mit zu vielen Kompromissen behaftet. Andererseits wäre es wohl auch etwas vermessen, in dieser Preisregion völlig kompromisslose Lautsprecher zu erwarten. Wer jedoch ein faires Paket aus Optik, Spielfreude und solidem Bassfundament sucht, sollte die KEF durchaus auf dem Zettel haben.


Gesamttabelle – KEF Q900

Kategorie Merkmal Daten / Beschreibung
Prinzip Bauart Passiver 2,5-Wege-Standlautsprecher
Technik Chassis-System Uni-Q Koaxial-Treiber mit Passivmembranen
Audio Wirkungsgrad 91 dB / W / m
Elektrik Nennimpedanz 8 Ohm
Gehäuse Besonderheit Bassreflex-Unterstützung durch Passiv-Radiatoren
Maße Gewicht / Größe 22,1 kg / 1107 x 359 x 322 mm (inkl. Sockel)
Preis Neupreis (Paar) ca. 1.798 Euro
Charakter Klangtendenz Gefällig, druckvoller Bass, Koax-typische Bühne

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