Yamaha CDX 1060
Yamaha CDX 1060 High End CD Player Erfahrungsbericht / Test: Der Wolf im Schafspelz
Einleitung: Ein „High-Ender“ aus dem Hause Yamaha?
Viele von euch werden sich jetzt sicherlich verwundert die Augen reiben und sich fragen: Warum zum Teufel schreibt der Kerl zwei Zeilen weiter oben „High End“ bei einem Yamaha CD-Abspielgerät? Yamaha? Die bauen doch eigentlich Motorräder für die Rennstrecke oder Keyboards für den Alleinunterhalter auf der nächsten Dorfhochzeit, oder? Die Skepsis ist im ersten Moment durchaus berechtigt, für mich aber auch verdammt einfach zu entkräften: Weil dieses Ding klanglich ein absolutes Monster ist und viele teure Prestige-Marken schlicht an die Wand spielt.
Ein Panzer für die Ewigkeit
Vergesst das hohle Plastik-Geraffel, das man heute oft als HiFi verkauft bekommt. Der Yamaha CDX-1060 ist gebaut wie ein Panzer. Wenn man den Boliden hochhebt, stemmt man satte 10 Kilogramm massiven Maschinenbau. Man hat sofort das Gefühl, hier ein Stück echte Wertarbeit in der Hand zu halten und nicht bloß flüchtige Unterhaltungselektronik. Die Verarbeitungsqualität ist erstklassig – da wackelt nichts, da knarzt nichts, alles wirkt wie aus dem Vollen gefräst. Besonders die Schublade verdient ein Lob: Sie fährt mit einer sämigen, fast schon aristokratischen Ruhe aus, die sofort Vertrauen schafft. Auch technisch ist er ein Fixstarter: Er liest die Inhaltsverzeichnisse (TOC) der CDs in Sekundenbruchteilen ein und tastet selbst Scheiben, die schon deutlich bessere Tage gesehen haben, absolut sauber ab.
Ein Blick unter die Haube offenbart, warum das so ist: Yamaha hat hier bei den Bauteilen aus dem Vollen geschöpft. Hochwertige Elna-Kondensatoren speichern den Strom im Überfluss, und das gesamte Layout ist auf maximale Signalreinheit getrimmt. Verkauft wurde dieser Bolide zwischen 1992 und 1993 für stolze 1.500 DM – das war damals für einen CD-Player eine Ansage und für viele fast ein ganzes Monatsgehalt.
Der unfaire Vergleich: Yamaha gegen die Sony-Elite
Natürlich ist ein Vergleich mit Legenden wie dem Sony CDP-X707ES eigentlich nicht ganz fair, kostete der Sony doch fast das Doppelte und brachte noch ein paar Kilo mehr auf die Waage. Aber als leidenschaftlicher Tester konnte ich es einfach nicht lassen. Ich musste wissen, ob der Yamaha mithalten kann. Und verdammt, ich war erstaunt! Es ist fast schon eine Frechheit, wie dicht der CDX-1060 klanglich an den viel teureren Sony-Flaggschiffen dran ist. Er spielt CDs absolut natürlich, detailreich und mit einer Souveränität, die man eigentlich erst in der 3.000-Mark-Klasse vermuten würde. Er schält feinste Details heraus, ohne dabei jemals in diese nervige, künstliche Analytik abzudriften, an der viele moderne „High-End“-Player scheitern.
Das Test-Setup: Ein Trio der Gewalt
Damit der Yamaha zeigen konnte, was in ihm steckt, durfte er an keinem Geringeren als meinem ASR Emitter 2 Plus spielen. Das ist ein Verstärker, der keine Gefangenen macht und Schwächen in der Quelle sofort gnadenlos offenlegt. An diesem Kraftwerk merkt man erst, wie abgrundtief schwarz und kontrolliert der Bassbereich des Yamahas wirklich ist. Nur wenige Player liefern ein so stabiles Fundament, das ein Emitter dann mit dieser Wucht in den Raum pumpen kann. Als krönender Abschluss dienten meine neuen Referenzen, die mächtigen JBL L300. Was dieses Trio in den Raum warf, war physisch spürbar: Druck, Präzision und eine Bühne, die man fast mit Händen greifen konnte.
Das Problem mit dem Marken-Snobismus
Kommen wir zur nackten Wahrheit: Trotz all dieser Lobeshymnen nutze ich den Yamaha derzeit nicht als meinen Haupt-Player. Ihr könnt mich jetzt gerne als Marken-Snob steinigen, aber das Auge hört eben doch mit. In meinem Rack lese ich lieber klangvolle Namen wie Accuphase, Burmester oder Sony ES. Der CDX-1060 leidet ein wenig unter dem biederen Yamaha-Design der 90er. Er sieht ein bisschen zu sehr nach „08/15-Kaufhaus-HiFi“ aus und versteckt seine wahre Größe unter einer unscheinbaren Hülle. Vielleicht würde ich anders denken, wenn wir über den legendären Centennial CDX-10000 sprechen würden, aber der 1060er ist eben eher der Wolf im Schafspelz.
Fazit
Wer über seinen Schatten springen kann und keinen glitzernden Prestige-Schriftzug braucht, bekommt mit dem Yamaha CDX-1060 einen der klanglich besten CD-Player, die man für faires Geld auf dem Gebrauchtmarkt finden kann. Er ist ein echter Geheimtipp für alle, denen der Klang wichtiger ist als das Image. In diesem Sinne…
Gesamttabelle – Yamaha CDX-1060
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Bauart | High End CD-Player (Massivbauweise) |
| Wandlung | Technik | Yamaha Pro-Bit Technologie |
| Audio | Frequenzgang / Klirr | 2 Hz – 20.000 Hz / unter 0,0016 % |
| Audio | SNR / Dynamik | über 120 dB / über 100 dB |
| Anschlüsse | Ausgänge Analog | Cinch (Fix) & Cinch (Variabel regelbar) |
| Anschlüsse | Ausgänge Digital | Optisch (Toslink) & Koaxial (Cinch) |
| Maße | Gewicht / Größe | 10,0 kg / 435 x 122 x 346 mm (B x H x T) |
| Historie | Baujahr / Neupreis | 1992 – 1993 / ca. 1.500 DM |