T+A TB 140
T+A TB 140 Standlautsprecher Erfahrungsbericht / Test: Ein Jugendtraum auf dem Prüfstand
Einleitung: Nasenrücken an High-End-Scheiben
Diese spezielle Serie von T+A war für mich als Jugendlicher nichts Geringeres als ein absoluter Traum. Ich erinnere mich noch haargenau daran, wie ein guter Freund und ich regelmäßig ein High-End-Geschäft in Esslingen belagerten. Wir drückten uns buchstäblich die Nasen und Ohren an den Scheiben platt, um einen Blick auf die T+A-Boliden zu erhaschen. Damals, meist angetrieben von der mächtigen 1200er-Serie, war dieser Lautsprecher für uns das absolute Maß aller Dinge. Allein die elegante, fast schon majestätische Größe beeindruckte mich zutiefst. Ich nahm mir fest vor, hart darauf hinzuarbeiten, um mir diesen Traum eines Tages in die eigene Wohnung zu stellen. Es hat schließlich unglaubliche 20 Jahre gedauert, bis die TB-Serie endlich den Weg in mein heimisches Hörzimmer fand.
Design und Verarbeitung: Zeitlose deutsche Wertarbeit
Auch heute, mit dem nötigen zeitlichen Abstand, finde ich das Erscheinungsbild der TB 140 absolut gelungen. Das Design ist schlichtweg zeitlos und fügt sich auch nach zwei Jahrzehnten wunderbar in moderne Wohnlandschaften ein. Einzig die damals typische Farbauswahl – meist Kirsche oder Schwarz – schränkt die Freude heute ein wenig ein, wenn man bedenkt, welche schicken Furniere heute Standard sind. In puncto Verarbeitung spielt T+A jedoch in einer eigenen Liga. Die Gehäusequalität ist exzellent und übertrifft so manchen heutigen „High-End“-Lautsprecher bei weitem. Hier klappert nichts, hier wirkt alles massiv und für die Ewigkeit gebaut. Herford hat hier ganze Arbeit geleistet.
Klangliche Performance: Zwischen Dynamik-Wunder und Bass-Suche
Technisch ist die TB-Serie als Transmissionline mit Bandpass-Unterstützung aufgebaut, was theoretisch ein gewaltiges Fundament verspricht. Im direkten Vergleich zu meinen Dynaudio Contour 2 MK II muss ich jedoch gestehen, dass mir die Bassstaffelung ein wenig fehlt. Die Dynaudios schaffen eine Durchzeichnung und Kontur im Keller, die die T+A so nicht ganz erreicht. Es wirkt bei der TB 140 manchmal etwas weniger definiert. Die Mitten sind, gemessen an modernen Hörgewohnheiten, eher zurückhaltend abgestimmt. Das lässt sich zwar über die Pegelregler an der Rückseite etwas korrigieren, bleibt aber ein Teil der Grundcharakteristik. Der Hochton hingegen ist ein echtes Highlight: Er spielt glasklar, ohne jemals ins Zischelige oder Aufdringliche zu kippen.
Geht es jedoch um Dynamik und schiere Pegelreserven, macht der TB 140 so schnell niemand etwas vor. Selbst meine JBL TI 3000 mussten hier beinahe neidisch zusehen. Was dieser Lautsprecher an unbändiger Energie und Schalldruck in den Raum transportiert, ist schlichtweg erste Klasse. Wer gerne mal lauter hört und ein physisch spürbares Erlebnis sucht, ist hier genau richtig.
Fazit: Jammern auf hohem Niveau
Klanglich entspricht die TB 140 heute vielleicht nicht mehr zu einhundert Prozent meinem persönlichen Ideal – vor allem, wenn man durch eine JBL L300 oder die Präzision einer Dynaudio verwöhnt ist. Aber das ist Jammern auf extrem hohem Niveau. Fakt ist: Die TB-Serie spielt auch heute noch so manchen überteuerten modernen Lautsprecher glatt an die Wand. Sie ist ein Stück HiFi-Geschichte, das zeigt, wie viel Substanz deutsche Ingenieurskunst in den 90ern besaß. Für Liebhaber kraftvoller, eleganter Standboxen bleibt sie eine dicke Empfehlung.
Gesamttabelle – T+A Criterion TB 140
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Bauart | 3-Wege Transmission-Bandpass-System |
| Bestückung | Chassis | 5 Treiber (3 sichtbar, 2 interne Bässe) |
| Leistung | Nenn- / Musikbelastbarkeit | 140 Watt / 220 Watt |
| Audio | Frequenzbereich | 22 Hz – 30.000 Hz |
| Elektrik | Impedanz / Empfindlichkeit | 4 Ohm / 90 dB (1m/2,0W) |
| Anpassung | Regler | Pegelregler für Hoch-, Mittel- und Tiefton |
| Maße | Gewicht / Größe | ca. 36 kg / 260 x 1230 x 320 mm (B x H x T) |
| Historie | Baujahr / Neupreis | ca. 1996 / ca. 6.000 DM pro Paar |