Yamaha GT-CD1
Yamaha GT-CD1 High End CD Player Erfahrungsbericht / Test: Das 24-Kilo-Monument aus Holz und Glas
Ist der Yamaha GT-CD1 nicht einfach nur atemberaubend? Wer dieses Gerät zum ersten Mal sieht, zweifelt kurz, ob es sich um einen CD-Player oder ein sakrales Kunstobjekt handelt. Er ist der heilige Gral für Yamaha-Sammler und gehört zur ultimativen „GT-Serie“, die Anfang der 90er Jahre die Gesetze der HiFi-Physik herausforderte. Doch was steckt hinter diesem „Schönling“, den man in Europa fast nie zu Gesicht bekommt?
Die Philosophie: „Gigantic & Tremendous“ – Masse gegen Vibration
Die Abkürzung GT steht bei Yamaha für „Gigantic & Tremendous“ (Gigantisch & Gewaltig). Ursprünglich für die legendären Plattenspieler (wie den GT-2000) entwickelt, übertrugen die Ingenieure 1991 dieses Konzept auf die digitale Welt. Die Idee dahinter ist so simpel wie effektiv: Ein CD-Laufwerk muss so massiv und unerschütterlich sein wie ein schweres Analog-Laufwerk, um Resonanzen und Mikrophonie im Keim zu ersticken.
Mit einem unglaublichen Lebendgewicht von 24 Kilogramm wiegt der GT-CD1 so viel wie zwei ausgewachsene Oberklasse-Verstärker zusammen. Das Gehäuse ist ein Meisterwerk der Handwerkskunst: Eine 60 mm starke Basis aus hochverdichtetem Material, veredelt mit echtem Walnussholz und einem Klavierlack-Finish, das selbst Yamaha-Flügel blass aussehen lässt. Wer diesen Player besitzt, braucht kein Rack – er braucht ein Fundament!
Mechanik: Ein Tresor für die Silberscheibe
Der GT-CD1 ist ein kompromissloser Toploader. Wer die schwere, gewölbte Glasglocke hebt, blickt auf eine mechanische Pracht, die es heute so nicht mehr gibt:
- Der Mechanik-Block: Er besteht aus massivem, gefrästem Geschützmetall (Gun Metal), das direkt mit dem Holzchassis verschraubt ist, um Vibrationen abzuleiten.
- Der Puck: Die CD wird nicht einfach nur eingelegt, sondern mit einem massiven Stabilisator fixiert, der für einen absolut ruhigen, präzisen Lauf sorgt.
- Die Laserführung: Yamaha verzichtete hier auf billige Lösungen und setzte auf eine extrem langlebige Führung (auch wenn die Zahnräder nach 30 Jahren etwas Liebe und Fett brauchen).
Klangcheck: Die Ruhe nach dem digitalen Sturm
Wie klingt so ein 24-Kilo-Eisenschwein? Kurz gesagt: Unerschütterlich. Im Inneren arbeitet Yamahas damals revolutionäres I-PDM 1-Bit-System. Mit einem Rauschabstand von über 120 dB markierte dieser Player das technisch Machbare.
Der GT-CD1 spielt mit einer Gelassenheit und Souveränität, die man sonst nur von den allerbesten Analog-Laufwerken kennt. Er spielt nicht einfach nur CDs ab – er zelebriert sie. Die Musik steht felsenfest im Raum, mit einer Autorität und Schwere im Bass, die man gehört haben muss. Er filtert die Musik nicht nur, er schält sie förmlich aus dem digitalen Datenstrom heraus, ganz ohne die typische „digitale Härte“ der frühen 90er.
Fazit: Ein Traum für die Ewigkeit
Der Yamaha GT-CD1 wurde fast ausschließlich für den japanischen Markt produziert, was ihn in Europa zur absoluten Rarität macht. Er gehört zur Sorte der „Super seltenen HiFi-Geräte“ – ein wahres Einhorn. Wer das Glück hat, einen zu besitzen, wird ihn vermutlich nur für ein kleines Vermögen wieder abgeben. Er ist wunderschön, massiv wie ein Safe und klanglich ein absolutes Monument. In diesem Sinne…
Technische Daten des Giganten:
- Modell: GT-CD1 (Gigantic & Tremendous)
- Baujahre: ab Ende 1991
- Laufwerk: Manueller Toploader mit schwerem Glasdeckel
- Gewicht: 24 kg (Eines der schwersten Laufwerke der Welt!)
- Chassis: 60 mm High-Density-Holzbasis mit Stahlunterbau
- Wandler-System: I-PDM 1-Bit System (High-Resolution-Wandlung)
- Frequenzgang: 2 Hz – 20.000 Hz (± 0,5 dB)
- Signalrauschabstand (S/N): über 120 dB (EIAJ)
- Dynamikbereich: über 100 dB
- Klirrfaktor: unter 0,0015 %
- Anschlüsse:
- Analog: Symmetrisch (XLR) & Unsymmetrisch (Cinch)
- Digital: Koaxial (S/PDIF)
- Abmessungen: 435 x 160 mm (bei geöffneter Klappe 310 mm hoch!) x 400 mm
- Leistungsaufnahme: 30 Watt
Mein Sammler-Tipp: Falls du jemals die Chance hast, einen GT-CD1 zu kaufen: Achte darauf, dass der Puck und die Fernbedienung dabei sind – Ersatzteile für dieses Modell sind so selten wie der Player selbst!
Hallöchen,
da kann ich Dir wirklich nur recht geben!
Ich darf mich zu den zwei Glücklichen schätzen, die einen von Yamaha Europe importierten Geräten besitzen. :))
Diese wurden direkt in Japan auf 220V umgebaut. Im bereich der D/A-Wandler hat sich sicherlich in den Jahren einiges getan, allerdings gibt es für mein dafürhalten bis heute kaum ein CD-Laufwerk, das an den Aufwand und die Qualität des GT-CD 1 herankommt.
Grüße
Oliver
Hallo Oliver
nur 2? Deutschlandweit oder Europaweit?
Grüße
MK
Hallo MK,
Europaweit!
Ich habe früher selbst in der UE-Branche gearbeitet und einen sehr guten Kontakt zu Yamaha Europa gehabt. Das Gerät (Nr.1 in Europa) wurde uns als Händler seinerzeit bei einer internen Yamaha-Hausmesse lediglich als „Technologisches Highlight“ gezeigt. Leider ist es ausschließlich für den Japanischen Markt gebaut worden.
Ich war so angetan von dem Player, das ich meine Kontakte genutzt habe. Der Japanische Europa-Chef war so freundlich und besorgte mir ein Gerät aus Japan (Nr.2 in Europa). Den 220V Umbau hat Yamaha direkt in Japan gemacht. Das war schon ein außergewöhnlicher netter Zug von Ihm und ich bin Ihm heute noch dankbar dafür.
Grüße
Oliver
O ja, wirklich ein netter Zug vom Ihm! Also bist du wahrscheinlich der einzige Besitzer in der EU. :D
Ne, Yamaha hat ja auch noch einen! :)
Es sei denn, Sie haben Ihn verkauft.
Außerdem könnte ja noch jemand in den Jahren einen importiert haben ;)
Das würde ich nicht für unwahrscheinlich halten…
Hier noch ein Foto für Dich:
http://img511.imageshack.us/img511/2265/img0492rs4.jpg
Wunderschön!
Wie ist der eigentlich vom Klang?
Sicherlich über jeden Zweifel erhaben.
Hast du Ihn mal gegen andere hochwertige CD-Player laufen lassen?
Grüße
MK
Ich hab ihn seinerzeit bei uns im Laden gegen die Denon Laufwerks-Wandler-Kombi DP-S1/DA-S1 laufen lassen. Der Unterschied war Geschmackssache :))
Sicherlich hat sich in der Wandlertechnik in den Jahren am meisten getan. Deshalb habe ich Ihm auch einen externen neuen Wandler spendiert.
Mit dem neuen PS-Audio DL III Wandler, übrigens mit einer Stage IV Modifikation von Rick Cullen dem Entwickler des Wandlers (www.cullencircuits.com), klingt er einfach nur GÖTTLICH.
Wie schon gesagt, den Aufwand den Yamaha hier beim Laufwerk betrieben hat, gibt es selbst bei aktuellen Top Highend Laufwerken kaum.
Das gute Stück ist wie ein Tresor, indem die CD in einer Schale aus Waffenstahl verschwindet.
Aber ich komme in´s Schwärmen…
Nur zu, schwärmen ist nicht verboten :)
Schade eigentlich, das viele Geräte nicht für den europäischen Markt bestimmt waren.
Dachte man, es gäbe keine Abnehmer?
In Japan selber entdecke ich vieles, doch keiner der privaten Verkäufer ist bereit, nach Deutschland zu verschicken :(
Stosse gerade auf diese Seite, weil ich Informationen zu MEINEM GT-CD1 suche, der momentan ein techn. Problem hat. Habe meinen Player 1992 während eines Arbeitsaufenthaltes in Japan gekauft – orig. 100 V Gerät. Das gute Stück hat mich damals 300.000 Yen gekostet, was ca. 4200 DM entsprach – zu der Zeit ein sehr stolzer Preis für einen CD-Spieler. Aber Qualität und Exklusivität haben ihren Preis … ich habe es niemals bereut :-) …
Noch ein Glücklicher!
Welches Problem hat dein Player?
Grüße
MK
Hi, um mal ein wenig Licht in die Sache zu bringen :
ich arbeite bei Y. und hatte auch einen GT-CD1 mit 220V. Soweit ich mich erinnere, gab es zwei oder drei Stück in Deutschland. Einen davon habe ich gekauft, das war derjenige, der zu den Zeitschriften auf Tour war. Ich hatte ihn bis ca. 2005. Dann ist er an einen Freak nach Portugal gegangen ( Ebay ). Der hat auch meinen Plattenspieler GT-2000X gekauft. Anyway, ich erinnere, daß ALR / Karl-heinz Fink einen GT-CD1 kaufen wollte zwecks Entwicklung eines eigenen Players. Das wurde aber nix. Ein Stück ist meines Wissens über Pawlak in Essen verkauft worden. Das müsste wohl der von oben sein. Viele Grüße Oliver
Hallo liebhaber! :-)
Got myself an original 220V GT-CD1 since somewhere before end 1994 for half price. At the time of sale it was the only player in the BeNeLux (bought in the Netherlands).
Thought it was really exclusive to Europe when I read Oliver’s comment last year, but it seems there have been a few more. Oh well, then it’s merely exclusive. :-)
I’ve never bought another CD player since until the drivebelt for the laser loosened too much and I started using a dedicated media server.
This little (but heavy) piece of art won’t leave my multimedia rack as long as I live. ;-)
(and when I can get a new belt it’ll be back in action)
Hallo,
bin ebenfalls Besitzer von 2 GT-CD1 (100V) und einem GT-CD2 (100V). Wenn tgtec schreibt, dass er ein Problem mit seinem GT-CD1 hat, dann kann es mit den Zahnrädern für die Laserführung zu tun haben. Die Zahnräder sind leider aus Kunststoff und verschleissen nach einigen Jahren. Das geht soweit, dass einzelne Zacken der Zahnräder abbrechen. Dann funktioniert die ganze Laserführung nicht mehr…..
Ersatzteile sind natürlich nicht mehr verfügbar.
Ich habe dieses Problem bei meinem GT-CD2 und werde das Zahnrad bei einer Firma in Metallausführung anfertigen lassen.
In Japan ist das Problem bekannt – es gibt auch schon GT-CD Besitzer, die die Zahnräder in Metall haben anfertigen lassen. Ich habe mal einen Anbieter gesehen, der wollte aber €250 für zwei Zahnräder haben.
Um den Fehler zu erkennen, muss man den GT-CD Player aufschrauben und mal einen Blick auf die Zahnräder werfen.
Gruß
JWK66
Hallo,
seit gestern kann ein YAMAHA GT-CD1 bei ebay ersteigert werden.
Gruß
JWK66