Studer D731

Studer D731

Studer D731 High End Studio CD Player Erfahrungsbericht / Test: Das Präzisionswerkzeug aus der Schweiz

Denken Professionals wirklich anders? Haben sie tatsächlich andere Anforderungen an ihre Hardware als wir HiFi-Verrückten? Ich bin fest davon überzeugt! Ich kenne viele Profis, die in Tonstudios oder beim Rundfunk erstklassige Arbeit leisten. Für die ist Technik kein Selbstzweck oder ein Statussymbol, sondern ein Werkzeug. Und dieses Werkzeug muss auf einem Niveau funktionieren, von dem die meisten Consumer-Hersteller nur träumen können.

Ein Gerät, das für den Profi konzipiert wurde, muss in erster Linie eines sein: Zuverlässig bis zur kleinsten Schraube und Feder. Wenn im Live-Betrieb der CD-Player springt, brennt die Hütte. Studer (die Profi-Abteilung der Schweizer Legende Revox) erfüllt genau das, was ein Profi verlangt: Eine super einfache, intuitive Bedienung, gepaart mit absoluter mechanischer Unzerstörbarkeit und einer klanglichen Neutralität, die keine Fragen offen lässt.

Studio-Technik im Wohnzimmer: Werkzeug statt Spielzeug

Längst haben auch unsere High-End-Freunde erkannt, dass diese Studiomaschinen Dinge können, die im „verschnörkelten“ High-End-Design oft auf der Strecke bleiben. Auch wenn der Studer D731 optisch erst mal nach 19-Zoll-Rack, grauer Industrie-Lackierung und „Form follows Function“ schreit – sobald er zwischen verchromten Boliden oder Champagner-Fronten steht, macht er eine hervorragende Figur. Er strahlt diese ruhige Autorität aus: „Ich bin hier, um zu arbeiten. Und ich mache keine Fehler.“

Meines Wissens nach gab es zwei Hauptversionen des D731: Eine Standard-Variante und eine mit dem Zusatz QC (Quality Control). Auf Deutsch: Mit dieser Funktion kann das Gerät während des Abspielens Fehler auf der CD aufspüren und analysieren. Für den Rundfunk-Profi ein absolutes Must-have, um sicherzugehen, dass die Disc sendefähig ist. Für uns Genießer zu Hause ist das zwar ein nettes technisches Gimmick, aber im Alltag brauchen wir es nicht wirklich. Wir wollen ja Musik hören, nicht Bits zählen.

Das Herzstück: Das CDM-4 Pro Laufwerk

Warum spielt dieser Player klanglich so weit oben mit? Schaut euch das Laufwerk an. Hier werkelt das legendäre Philips CDM-4 Pro Schwenkarm-Laufwerk aus massivem Druckguss. Das ist kein billiger Plastik-Schlitten, sondern feinmechanischer Hochbau. Der Laser gleitet in einem Bogen über die CD, was extrem schnell und präzise ist. In Kombination mit den Wandlern von Studer ergibt das ein Klangbild, das so festgenagelt und stabil im Raum steht, dass man meint, das Masterband zu hören.

Im Ernst: Der Studer D731 ist ein herausragender CD-Player. Es gibt kaum ein Gerät, das so „unbestechlich“ klingt. Er schmeichelt nicht, er schönt nicht – er liefert die Wahrheit. Wenn die Aufnahme fantastisch ist, kriegst du Gänsehaut. Wenn sie Müll ist, hörst du genau das. Leider sind die Geräte auf dem Gebrauchtmarkt mittlerweile unverschämt teuer geworden, da Sammler weltweit Jagd auf gut erhaltene Exemplare machen. Mein Testexemplar muss leider bald wieder zu seinem rechtmäßigen Besitzer zurück – und ich sage euch: Der Abschied fällt mir verdammt schwer.

Technische Daten:

  • Disc Format: CD (Red Book Standard)
  • Laufwerk (CD Mechanism): Philips CDM-4 Pro (Massives Guss-Schwenkarmlaufwerk)
  • Wandler-Technik: Bitstream-Wandler mit Studer-eigener Filterung
  • Frequenzgang: 20 Hz bis 20 kHz (Linealglatt)
  • Dynamikumfang: 95 dB
  • Signal-Rauschabstand: 100 dB (Absolute Ruhe im Signalweg)
  • Kanaltrennung: 96 dB
  • Klirrfaktor (THD): 0,006 %
  • Analoge Ausgänge: XLR (Symmetrisch, professioneller Pegel – der Standard im Studio!)
  • Digitale Ausgänge: AES/EBU (XLR) – Das ist die Profi-Schnittstelle schlechthin
  • Abmessungen: 482 x 88 x 368 mm (Standard 19-Zoll Rack-Maß, 2 HE)
  • Gewicht: 7,7 kg (Massivbauweise)
  • Besonderheiten: Integrierter Monitor-Lautsprecher auf der Frontseite, Faderstart-Fähigkeit, extrem schneller Zugriff auf die Tracks

Fazit: Wer das Glück (und das Kleingeld) hat, einen D731 zu ergattern, besitzt eines der besten digitalen Abspielgeräte der Geschichte. Ein Stück Schweizer Wertarbeit, das zeigt, wie CDs klingen können, wenn man sie ernst nimmt.