T+A CD 1210R
T+A CD 1210R High End CD Player Erfahrungsbericht / Test: Westfälischer Präzisions-Stahl
So langsam aber sicher setzt der Markt den CD-Playern gehörig zu. Und wisst ihr was? Das ist fantastisch – zumindest für uns Käufer! Player, die vor wenigen Jahren als Gebrauchtgeräte noch fast unbezahlbar waren und bei denen man Schnappatmung bekam, bekommt man heute für einen Appel und ein Ei hinterhergeworfen. Die Preise purzeln schneller, als man „Bitstream“ sagen kann.
Sicherlich trägt der Streaming-Sektor seinen großen Teil dazu bei. Und wenn ich ganz offen zu euch sprechen darf (wir sind ja unter uns): Mir geht es da nicht anders. Im Alltag, wenn ich nur nebenbei Musik dudeln lasse, nutze ich mein MacBook Pro und streame es per WLAN zu meinem alten Airport Express. Hört bitte auf zu lachen! Setzt euch erst mal hin und hört euch das an. Der interne Wandler im Express ist wirklich beachtlich – bitte nicht unterschätzen, das kleine weiße Ding hat es faustdick hinter den Ohren. Aber – und das ist ein großes Aber – wenn ich einen Artikel schreiben will, wenn ich wirklich hören will, dann nehme ich selbstverständlich einen dicken CD-Player oder eine hochwertige Plattenfräse. Also ruhig Blut, gell! Digital bequem ist nett, aber physisches High-End ist Liebe.
Die Zukunft der Silberscheibe: Schrott oder Gold?
Wenn man so wie ich im HiFi-Bereich unentwegt unterwegs ist, versucht man manchmal, die Glaskugel zu polieren und etwas in die Zukunft zu schauen. Werden dicke CD-Player mal eine Kapitalanlage sein, ähnlich wie Plattenspieler aus den 70ern oder Bandmaschinen? Ehrlich gesagt: Ich sehe da leider nicht wirklich positiv in die Zukunft. Ich glaube wirklich daran, dass die CD bald Geschichte sein wird und die Player eher als Kuriositäten enden. Es sei denn, eine findige Marketingabteilung eines größeren HiFi-Herstellers setzt in 15 Jahren auf den „Retro-Digital-Hype“ und verkauft uns die CD als das neue Vinyl.
Aber wisst ihr was? Das muss uns heute nicht wirklich interessieren! Solange wir solche Dickschiffe wie den hier besprochenen T+A CD 1210R für vergleichsweise wenig Euros ergattern können, leben wir im Paradies. Ich habe meinen vor einigen Jahren auf eBay geschossen und bin bis heute wirklich froh über den Kauf.
T+A: Theorie und Anwendung (und Masse!)
T+A aus Herford ist ja so etwas wie der Mercedes unter den deutschen HiFi-Herstellern. Solide, ingenieursgetrieben, kein Voodoo. Der 1210R stammt aus der legendären R-Serie. Das Design ist zeitlos: Flach, elegant, aber massiv. Das Gehäuse ist aus Metall, hier wackelt nichts. Das ist deutsche Wertarbeit, die man fühlen kann.
Technisch ist das Gerät ein Leckerbissen. T+A war einer der Vorreiter bei der Verwendung von frei programmierbaren Signalprozessoren. Man kann hier zwischen fünf verschiedenen Digitalfiltern umschalten! Das ist kein Spielzeug, das ändert tatsächlich subtil den Klangcharakter. Von „zeitoptimiert“ bis „frequenzgangoptimiert“ – man kann den Player an seinen Geschmack anpassen. Das findet man heute kaum noch.
Der Klang: Perfektion vs. Emotion
Es ist eine tolle CD-Fräse, die klanglich mit dem ausgezeichneten Laufwerk und dem aufwendigen Wandler absolut trumpfen kann. Er spielt druckvoll, glasklar und mit einer Dynamik, die Spaß macht. Aber – und jetzt kommt mein persönliches „Aber“: Er schafft es für mich nicht ganz, die absolut neutrale, unbestechliche Spielweise eines großen Sony ES-Players (wie dem X779ES oder X707ES) zu erreichen. Die Sonys wirken auf mich oft noch eine Spur selbstverständlicher, „schwärzer“ im Hintergrund.
Und wie ich schon oft hier auf Mackern.de erwähnt habe, brauche ich eben diese brutale neutrale Abstimmung. Der T+A hat einen ganz leichten eigenen Charakter, eine gewisse „technische Perfektion“, die man mögen muss. Trotzdem: In dieser Preisklasse (gebraucht) ist der 1210R ein absolutes Monster. Wer auf Design steht, das auch in 20 Jahren noch modern aussieht, und Technik will, die in Deutschland entwickelt wurde, kommt an T+A nicht vorbei. In diesem Sinne…
Gesamttabelle – T+A CD 1210R
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Laufwerk | Technik | Linearlaufwerk mit 3-Strahl-LDGU-Optik (Quarzgeregelt) |
| Wandler | Typ | Doppel-Differential (2x 1-Bit SigmaDelta), 56 Bit Auflösung |
| Digitalfilter | Besonderheit | 5 umschaltbare Filtertypen (FIR, IIR, Bezier) |
| Audio-Werte | SNR / Dynamik | 109 dB / 97 dB |
| Präzision | Klirrfaktor / Frequenz | < 0,002 % / 2 Hz – 20 kHz |
| Ausgänge | Analog / Digital | Cinch (2,6V eff), Optisch (Toslink), optional Koaxial |
| Maße | Gewicht / Größe | 8,0 kg / 44,0 x 7,5 x 39,0 cm (BxHxT) |
| Farbauswahl | Ausführungen | Schwarz, Alu Silber, Chrom (Sonderedition) |