Accuphase DP 500
Accuphase DP 500 High End CD Player Erfahrungsbericht / Test: Goldener Käfig oder Klang-Offenbarung?
Vor einigen Monaten hatte ich die Möglichkeit, diesen wunderschönen, champagnerfarbenen CD-Player zu erwerben. Wenn ein Accuphase ins Haus steht, ist die Erwartungshaltung natürlich gigantisch. Man erwartet nicht weniger als den HiFi-Himmel, Engelsharfen und den ultimativen Klang. Ich war also mehr als gespannt, was mich beim DP-500 erwarten würde.
Ausstattung und Haptik: Ein Traum in Gold
Fangen wir mit dem Positiven an, und davon gibt es bei Accuphase ja traditionell reichlich. Besonders schätze ich an diesem Modell die Möglichkeit, ihn als externen Wandler zu missbrauchen. Zusatzquellen wie beispielsweise den Apple Airport Express, einen Streamer oder den TV kann man bequem per Lichtleiter (Toslink) oder Koaxial direkt an den CD-Player anschließen. Man sitzt entspannt im Sessel, die massive Metallfernbedienung in der Hand, und schaltet um. Das ist Luxus.
Noch spannender wird es für die Puristen unter uns: Der DP-500 hat eine digitale Lautstärkeregelung. Das bedeutet, man kann ihn theoretisch direkt an die Endstufe(n) klemmen und sich die Vorstufe sparen. Kein zusätzliches Gerät im Signalweg, keine unnötigen Kabel – theoretisch der kürzeste Weg zum Glück.
Die Verarbeitung? Über jeden Zweifel erhaben. Die Lade gleitet fast lautlos wie ein Tresor, die Tasten haben diesen satten Druckpunkt, den nur Accuphase so hinbekommt. Das Aussehen ist traumhaft – zumindest für die ersten Wochen.
Aber mal Hand aufs Herz: Langsam merke ich, dass ich mich an dieser Art von Gerät satt sehe. Seit Jahrzehnten sieht Accuphase gleich aus. Champagner-Gold, schwarzes Display, grüne Zahlen. Ich fände es schön, wenn die Japaner mal vom ultra-konservativen Design abweichen und etwas mehr Mut zeigen würden. Ein bisschen frischer Wind würde nicht schaden. Aber gut, ihr habt ja recht – McIntosh mit ihren blauen Augen oder Luxman machen das schließlich auch nicht anders. Never change a running system, oder?
Der Klang: Der große Schock
Im weiten Internet liest man eine Lobeshymne nach der anderen über den DP-500. „Referenz“, „Traumgerät“, „Endstation“. Doch ich muss hier mal die Party crashen: Ich finde diesen Player klanglich eine reine Katastrophe!
Ja, ihr habt richtig gelesen. Dynamische Songs klingen derart flach und blutleer, dass es nicht mehr schön ist. Anfangs wollte ich das noch damit begründen, dass es eben an der Aufnahme liegt oder meine Tagesform nicht stimmt. Ich habe meine Referenz-CDs rausgeholt. Eigentlich bin ich es gewohnt, dass Mark Knopfler mit seiner rauchigen Stimme klar, körperhaft und deutlich direkt vor mir steht. Aber bei diesem Player? Die Mitten verschwinden regelrecht im Hintergrund. Es klingt distanziert, fast schon ängstlich. Einfach widerlich! Man könnte meinen, das Musikgeschehen solle von hinten aufgebaut werden – was ja eine legitime Bühnendarstellung sein kann –, aber dann müsste das für alle Frequenzen gelten und homogen wirken. Hier fehlt aber einfach der Körper, die Seele im Mittenbereich.
Nein, Leute und liebe „Fach“-Tester, wie habt ihr das gehört? Habt ihr das Gerät überhaupt ausgepackt? Oder reicht es heute schon, dass „Accuphase“ auf der Frontplatte steht, damit ein Gerät automatisch als Garant für guten Klang durchgewunken wird? Das ist mir zu einfach.
Verschwörungstheorie oder Realität?
Mag sein, dass der DP-500 messtechnisch keine Schwächen zeigt. Der Klirrfaktor ist sicher im unmessbaren Bereich, der Jitter minimal. Aber solange die Musik keine Emotionen weckt, ist das für mich nichts wert! Ich kenne eine Menge neutraler Geräte, die nicht „schönen“, aber dennoch verzaubern und den Fuß wippen lassen. Dieser hier lässt mich kalt.
Liebes Accuphase-Team, ich bin überzeugt, ihr könnt es besser (das habt ihr oft genug bewiesen). Aber ich habe den bösen Verdacht, dass der DP-500 gegenüber den größeren Modellen (DP-700, DP-800 Kombis) absichtlich eingeschränkt wurde. Das ist Marketing-Logik: Hätte man für weniger Geld einen genauso guten CD-Player gebaut, würde niemand mehr die Flaggschiffe kaufen. Aber den „genauso guten Klang für weniger Geld“ bekommt man eben doch – nur bei der Konkurrenz!
Mein knallhartes Fazit
Ich habe dem Accuphase eine Woche lang die Chance gegeben, mich zu überzeugen. Ich habe Kabel getauscht, Phasen gedreht, ihm gut zugeredet. Aber danach habe ich ihn verkauft. Ich kann den Hype um diesen spezifischen CD-Player einfach nicht nachvollziehen. Sorry!
Vielleicht liege ich komplett falsch. Ich möchte niemandem zu nahe treten, der diesen Player liebt. Aber wenn wir es logisch betrachten, muss es klangliche Unterschiede zwischen den größeren Modellen geben. Wer würde sich sonst ein HiFi-Gerät für 10.000 oder 20.000 Euro mehr anschaffen, wenn der „Kleine“ schon alles könnte? Ich will niemandem etwas unterstellen, aber als Hersteller muss man sich etwas einfallen lassen, um weiterhin hohe Verkaufszahlen im High-End-Segment zu erzielen – und dazu gehört wohl auch das künstliche Beschneiden der Einsteigerklasse.
Meine Artikelbeschreibung klingt sicherlich extrem mit Worten wie „Katastrophe“, „widerlich“ usw. – okay, ein wenig provokativ ist das schon, und so soll es auf mackern.de auch sein. Wir sind hier nicht im Werbeprospekt. Aber gemessen am Anschaffungspreis (und diese Meinung ist herstellerunabhängig) sollte einfach alles stimmen. Accuphase ist natürlich einer der besten HiFi-Hersteller der Welt, keine Frage. Und natürlich liebe ich diese Marke, die Haptik, den Werterhalt. Jedes Mal, wenn ich ein Gerät davon besitze, ist das etwas Besonderes. Doch auch Accuphase kocht nur mit Wasser.
Zur Fairness muss gesagt werden: Der Player wurde in meiner Kette mit Naim-, ASR- und Sony-Verstärkern getestet. Ob sich der DP-500 mit einem Accuphase-Verstärker anders (synergetischer) anhört, weiß ich nicht. Außerdem kann ich nichts zur Historie des Players sagen – vielleicht war er technisch nicht ganz in Ordnung (ausgetrocknete Elkos?) oder der Vorbesitzer hat Änderungen am Gerät vorgenommen.
Das Paradoxe zum Schluss: Trotz aller Kritik würde ich mir jederzeit wieder einen gebrauchten DP-500 kaufen. Warum? Weil er wertstabil ist, wunderschön aussieht und sich in jedem Rack gut macht. Manchmal ist HiFi eben unlogisch. In diesem Sinne…
Gesamttabelle – Accuphase DP-500
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Gerätetyp | High End CD Player mit integriertem D/A-Wandler |
| Wandlung | Wandler-Prinzip | MDS++ D/A-Wandler (Multiple Delta Sigma) |
| Audio | Frequenzgang | 4 Hz – 20.000 Hz (+/- 0,3 dB) |
| Audio | Klirrfaktor / SNR | max. 0,001 % / 114 dB (A-bewertet) |
| Audio | Dynamikumfang | 110 dB oder besser |
| Anschlüsse | Digital-Eingänge | 1 x Coaxial, 1 x Optical (bis 96 kHz / 24 Bit) |
| Anschlüsse | Ausgänge | Analog: RCA (Cinch) & XLR / Digital: Coaxial & Optical |
| Maße | Gewicht / Größe | 16,6 kg / 465 x 151 x 393 mm (B x H x T) |